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Verwandtschaftslehre.
daß sie also durch Zerfall eines jeden metallischen Elementes ent-stehen können (s. S. 88).
Es können also die neg. Elektronen auch ohne anAtome oder Atomgruppen gebunden zu sein, existierenu. man muß daraus schließen, daß auch die pos. Elek-tronen u. die Neutronen (S. 105) frei existieren können,jedoch ist deren Isolierung noch nicht mit Sicherheitgelungen.
Kathodenstrahlen bringen viele Stoffe zum Leuchten u. damittreten stets ehem. Vorgänge auf n. zwar meistens Reduktions-erscheinungen; Merkuri- u. Ferrichlorid geben Merkuro- u. Ferro-chlorid, Kuprooxyd Kupfer, Silberhaloide geben Silbersubhaloide;die Alkalihaloide werden versch. gefärbt (sog. Nachfärben), ebensoSchwefel, einige org. Verb., versch. Säuren, Salze usw., jedochverschwinden die Farben meistens am Tageslicht oder beim Er-wärmen wieder.
Neben den gew. Kathodenstrahlen kennt man nochdie weichen Kathodenstrahlen oder ö-Strahlen, welchevon der Kathode abgeschleudert werden, wenn dieselbe mit ge-wissen Metalloxyden überzogen wird, da aus diesen die Elektronenleichter abgespalten werden, als aus Metallen; die ö-Strahlen be-sitzen geringere Geschwindigkeit wie die gew. Kathodenstrahlen;schon beim bloßen Erhitzen von Metalloxyden oder Metallen werdenvon diesen neg. Elektronen als weiche Kathodenstrahlen losgelöstu. ferner auch durch Bestrahlung von Metallflächen mit ultra-violettem Licht (sog. lichtelekt. Effekt).
Kanalstrahlen heißen die Strahlen, welche von der Kathodeausgehen, wenn dieselbe mit feinen Löchern (sog. Kanälen) ver-sehen wird, indem dann aus diesen Löchern die Kanalstrahlen inentgegengesetzter Richtung wie die Kathodenstrahlen heraustreten;sie bestehen aus einer Verb, der Mol. oder Atome des in derGlasröhre enthaltenen Gases mit pos. Elektronen, was sich darausergibt, daß das Verhältnis ihrer elekt. Ladung zu ihrer Massevon der Art des in der Glasröhre enthaltenen Gases abhängt; siebesitzen daher ein geringeres Durchdringungsvermögen für Metallewie die Kathodenstrahlen, werden vom Magneten weniger abge-lenkt u. bewirken schwächere Fluoreszenz; hingegen bringen sieZinksulfid zu starkem Leuchten, worauf eine Methode zum Nach-weis von Radiumstrahlen beruht (Spinthariskop). Die Kanal-strahlen sind also frei u. unabhängig auftretende pos. Gasionen(S. 60); auch sie erzeugen ehem. Vorgänge sowohl reduzierenderals auch, bei Gegenwart von O, oxydierender Art.
Neben elektropos. Kathodenstrahlen (den Kanalstrahlen) kenntman auch elektropos. Anodenstrahlen, welche von der Anodeausgehen, wenn dieselbe aus einem leicht verdampf baren Salz be-steht, welches durch die hohe Temp. des Induktionsstromes zerlegtwird, wobei elektropos. Metallionen von der Anode als Anoden-strahlen abgestoßen werden; besteht die Anode einfach aus einemMetall, so entstehen keine Anodenstrahlen, da dann die elekt.Kraft nicht genügt, um Metallionen abzuspalten; das Verhältnis