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Stöchiometrie.
Das Gay-Lüssac-Dalton sehe u. Boyle-Mariotte seheGesetz gelten genau nur für ideale Gase, d. h. fürGase, welche bezüglich ihrer Druck- u. Temperatur-größe genügend weit von ihrem Verflüssigungspunktentfernt, also gewissermaßen sehr verdünnt sind.
Die Theorie von van der Waals erklärt auf Grund derkinetischen Gastheorie (S. 77), daß durch Vergrößerung desDruckes nicht das ganze Volum des Gases verkleinert werden kann,sondern nur der Kaum zwischen den Mol. u. daß bei der durchDruck erfolgenden Annäherung der Mol. der äußere Druck zu-nehmen muß, da die Mol. jetzt eine stärkere Anziehung aufein-ander ausüben, welche wie ein von außen wirkender Druck auftritt.
Die auf Grund dieser Anschauungen aufgestellte Gaszu-standsgleichung von van der Waals gestattet das Volum derGase auf das der idealen Gase zu reduzieren u. ermöglicht auch,wenn ihre Konstanten für irgend einen Stoff durch Versuche ein-mal bestimmt sind, das krit. Volum, die krit. Temp. u. den krit.Druck des betr. Stoffes zu berechnen.
Gase werden bei ehem. Arbeiten gewöhnlich nichtgewogen, sondern, da es bequemer ist, gemessen u.aus dem gefundenen Volum ihr Gew. berechnet.
Da das Volum der Gase abhängig ist von dem Luftdruckeu. der Temp. (s. oben), sowie von dem in ihnen enthaltenenWasserdampfe (S. 73), so muß man jedes gemessene Gas-volum (V) auf das Normalvolum (F 0 ) reduzieren, alswelches das Volum des trockenen Gases bei 0° u.760 mm Barometerstand angenommen wird, u. alleauf Gasvolume gemachten Angaben beziehen sich, wennnichts Besonderes bemerkt ist, auf das Normalvolum.
Dieses Normalvolum ist oft nur eine mathematische Annahme,da viele Stoffe bei 0° nicht mehr als Gase existieren können.
Da die Entfernung des Wasserdampfes umständlich ist, sobringt man zu dem zu messenden Gase etwas W., um es ganz mitWasserdampf zu sättigen u. zieht von dem beobachteten Gasdruckin Millimetern (ß) die Anzahl von Millimetern ab, welche derSpannkraft des Wasserdampfts (W) bei der betr. Temp. entspricht.
Die Berechnung des Normalvolums geschieht durch folgende
Formel: V„ =-------------------------- , wobei0.003665 der Ausdehnungs-
0 760 (H-0,00;S665 t)' h
koeffizient der Gase (S. 21), t die beobachtete Temp., B der be-obachtete Druck (Barometerstand) in Millimetern ist.
Spezifisches Gewicht, Volumgewicht, Dampf-dichte, Gasdichte eines Gases heißt die Zahl, welcheangibt, wievielmal schwerer oder leichter ein Gas ist, als