Phys. Eigensch. der Stoffe u. Mol.-Gew.
79
T.
I
>
Wasserstoff'
-220
15 Atm
Stickstoff
-146
35
j>
Luft . .
-140
39
:?
Kohlenoxyd
-140
36
»
Argon. .
-121
51
51
Sauerstoff
-119
50
J!
Methan .
- 95
50
)J
Stickoxyd
- 93
71
}>
Äthylen .
+ 10
51
V
Kohlendiox-y
d + 31
77
>!
Die kritische Temp. (T.) u. der kritische Druck (P.) beträgt fürT. P. T. P.
Stickoxydul . . + 35 75 Atm.Äthan .... + 35 46 „Azetylen ... + 37 68 „Chlorwasserstoff . -I- 52 86 „Schwefelwasserstoff +100 89 „Dizyan .... +124 62 „Ammoniak . . . +130 113 .,
Chlor.....+146 04 „
Schwefeldioxyd . +155 79 ,,Wasser .... +370 196 „Bei der krit. Temp. u. dem krit. Druck ist das Vol. des Gases(das kritische Vol.) ebenso groß wie das Vol. der gleichen Ge-wichtsmenge des verflüssigten Gases.
Dampf heißt streng wissenschaftlich ein Gas bei jeglicherTemp. unterhalb seiner krit., d. h. Dampf kann durch Druck-erhöhung allein verflüssigt werden, Gas aber durch Druckerhöhungnur bei einer bestimmten Temp.
Dampf kann unter gewissen Umständen auch noch bei einemDruck (bzw. einer Temp.), der ihn für gew. verflüssigt, seinenDampfzustand beibehalten (überkalteter Dampf, Analogie mit über-kalteten festen Stoffen, S. 69).
Läßt man verflüssigte Gase durch. Auflieben desDruckes, unter dem sie stehen, rasch verdunsten, so ent-zieht das entweichende Gas seiner Umgebung die ganzeWärmemenge, welche es bei seiner Verdichtung abgebenmußte (Verdunstungskälte); infolgedessen findet einesolche Abkühlung des übrig bleibenden, verflüssigten Gasesstatt, daß dasselbe meistens erstarrt.
Manche Gase kommen stark komprimiert oder flüssigin schmiedeeisernen Zylindern, die sie in diesem Zustandenicht oder wenig angreifen, in den Handel.
Die Verflüssigung schwer verdichtbarer Gase ge-schieht im großen mit dem LiNDEschen Gegenstrom-apparat, welcher die starke Abkühlung, die beim Aus-dehnen des komprimierten Gases erfolgt, nutzbar macht.
b. Volumverhältnisse.Da die gegenseitige Anziehung der Mol. bei Gasen fastaufgehoben ist, so befolgen dieselben bei ehem. u. physik.Veränderungen einfachere Gesetze, als feste oder flüss. Stoffe,was in bezug auf ihr Verhalten gegen Druck (Boyle-Mariotte sches Gesetz) u. gegen Temp. (Gay-Lussac-Dal-TONSches Gesetz) schon S. 21 bewiesen wurde.