Gambir.
d. Tamarixgallen.
1199
13) Auf verschiedenen Arten von Tamarix von nicht bekannten Insekten (darunteraber vielleicht Cecidomyia Tamaricis Holl.) in Asien und Afrika erzeugt. Selten imHandel. (Bis 50 Proc. Gerbsäure.)
Gambir.
Gambir. 1 ) Cateehu (Brit. Germ.). Cateehu pallidum. Extractuiu Uncariae. —Gambir. Gutta Gambir. Katagamba. Terra japonica. Gambir. — Katcchu. — Cachouclair. — Pale Cateehu.
Germ, fasst unter dem Namen Cateehu dieses und Gambir zusammen (vergl.Seite 678).
Beschreibung. Man gewinnt das Gambir aus den dünnen Zweigen und Blätternder UtlCaria Gambier Roxburgh. (syn. OuroupaTia Gambir Baill., NaucleaGambir Hunter) und UtlCaria dasyneura Kortll. (Unoaria Gambir Thwaites)(Familie der Bubiaceae — Cinchonoideae — Naucleeae), erstere Art ist heimisch inHinterindien, besonders an der Strasse von Malakka, die zweite auf Ceylon. Man kultivirtdie erstere auf den Inseln des Riouw-Lingga-Archipels zwischen Singapore und Sumatra,ferner auf Singapore, neuerdings auch auf Borneo und Java. Drei- bis viermal im Jahrewerden die Blätter und jungen Zweige geerntet und in Kesseln ausgekocht, oder mitDampf extrahirt. Der Auszug wird bis zur beginnenden Sirupkonsistenz eingedickt,dann bis zur beginnenden Krystallisation gerührt und erkalten gelassen. Das ersteresoll durch einen Zusatz des Holzes der Macarangahypoleuca Müll. Arg. (Euphor-biaceae) beschleunigt werden.
Gambir kommt zu uns meist in Form gelbbrauner, erdiger, leicht zerbrechlicherWürfel, die im Innern gelblich sind, seltener in Form grosser Blöcke (aus Calcutta undSingapore), die in Matten eingenäht sind. Auch soll es vorkommen, dass man diese letztereForm dem Gambir erst in Hamburg giebt. In Indien selbst fabricirt man ihn in sehrvielen Formen und Sorten, als Tafeln, runde Scheiben, Kugeln, Zeltchen, kleine Würfel-chen etc., die aber meist in Indien selbst verbraucht werden (vergl. Verwendung).
Unter dem Mikroskop erscheint Gambir meist krystallinisch. Behandelt man einekleine Probe, wie S. 679 angegeben, so findet man an pflanzlichen Resten: einzellige,ziemlich dickwandige Haare.
Bestandtheile. Nach Trimble: 7,76 — 19,76 Proc. Catechin, 33,3—47,2 Proc.Catechugerbsäure, 10,1—16,0 Proc. Schleim, ferner fettes Oel und Wachs, 3,4 bis4,7 Proc. Asche, 9,9—11,0 Proc. Wasser. Ob das Catechin des Gambir dasselbe ist,wie das des Cateehu, ist noch nicht sicher festgestellt, nach Gaütiee ist das erste einGemenge von 3 Körpern:
1) C 10 H 38 O 1B .2H. 2 O. 2) CjAsOj,, . H a O. 8) C 4s H 38 0„ . HjO, die sich nach Löslich-keit, Schmelzpunkt etc. unterscheiden.
Ferner enthält das Gambir Quercetin und einen fluorescirenden Körper, deran der Luft bald Gambir-Catechuroth bildet. Da dieser KöTper dem Cateehu fehlt,so kann auf seine Erkennung der Nachweis von Gambir gegründet werden; man übergiesst3 g Gambir mit 25 cem N. Kalilauge, 100 cem Wasser und Benzin, schüttelt einigemal um,die Benzinschicht zeigt dann grüne Fluorescenz.
Prüfung. 1) Mikroskopische Prüfung und Nachweis des fluorescirenden Körpers(vergl. Bestandtheile).
2) Der Aschengehalt soll nicht höher als 5 Proc, sein.
3) Eisenchlorid ruft in der verdünnten, weingeistigen Lösung eine grüne Färbung;hervor, die nicht sofort in Braun übergeht, wie das bei Cateehu der Fall ist.
*) Gambir kommt auch als Bezeichnung für Kino vor.