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1 (1920)
Entstehung
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Abelmoschus.

AbelmOSChUS mOSChatllS Med. (syn. Hibiscus Abelmoschus L.). Malvaceae-Hibisceae. Heimisch in Ostindien, jetzt in allen Tropengegenden kultivirt.

Verwendung finden die Samen:

Seinen Abelmoschi. Semen Alceae Aegyptiacae. Grana mosckata. Semen Abu-tilontis Aricennae. Semen Althaeae aegyptiacae. Semen Ketmiae americanae. SemenHoscki arabici. Abelmoschuskörner. Bisamkörner. Bisampappelsamen. Dessmer-körner. Moschuskörner. Grains d'Ambrette.. Die Samen sind nierenförmig, 4 mmlang, 3 mm breit, grünbraun, mit hellen Längsstreifen und riechen stark nach Moschus.Besonders geschätzt sind westindische Samen (Martinique); ostindische, die seit 20 Jahrenvorkommen, sind oft stark verunreinigt. Sie verdanken den Geruch einem ätherischenOel, von dem sie 0,10,25% enthalten, das in der Parfümerie, zur Herstellung vonLikören etc. verwendet wird.

Ein aus Amerika in den Handel gebrachtes Ambresetteseed-Oel roch wenig nachMoschus und bestand im wesentlichen aus Copaivabalsam-Oel. Den Samen substituirt manzuweilen die geruchlosen Samen von Abutilon indicnm (L.) G. Don.

Abrus.

f Abrus precatorius L. Papilionaceae-Vicieae. Ursprünglich wohl in Ostindienheimisch, jetzt überall in den Tropen.

Verwendung finden die Samen:

Semen Abri. Semen Jequirity. Giftbohnen. Paternostererbsen. Süssstrauch-samen. Grains ou pois d'Ame'rique. Bed bean. Love pea. Scarlet seed. Preyerbean. Sie sind etwa erbsengross, etwas länglich, hartschalig, scharlachroth mit grossemschwarzen Fleck um den Nabel. Sie gelten allgemein als giftig, sollen aber in Aegyptengegessen werden; in Ostindien benutzt man sie als Aphrodisiacum.

Neuerdings (seit 1882) haben sie Aufmerksamkeit erregt als Heilmittel bei gewissenAugenkrankheiten. Man hat gefunden, dass ein aus dem zerkleinerten Samen kalt be-reiteter Auszug, in die Augen gestrichen, eine hochgradige, eiterige Entzündung hervor-ruft, nach deren Ablauf manche Leiden, wie granulöse und diphtheritische Bindehaut-entzündungen, gebessert erscheinen sollen. Indessen werden die v günstigen Erfolge beiTrachom nnd inveterirtem Pannus neuerdings geleugnet. Man schrieb die Wirkung ur-sprünglich einem in dem Auszug sich findenden Bacillus zu, weiss aber jetzt, dass sie demstark giftigen Abrin (Jequiritin) zukommt. Das Abrin soll aus zwei Eiweissstoffen, einemGlobulin (Paraglobulin) und einem der Albuminose verwandten bestehen. In Amerika▼erwendet man diese Samen auch gegen Lupus und andere Hautkrankheiten.

Wurzel, Stengel und Blätter der Pflanze schmecken süss in Folge des Gehaltes anQl 7cyrrhizin, von welchem die Blätter 9-10°/ o enthalten sollen.

Handb. d, pharm. Praxis. I 1