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Gallae.
Tinten-Extrakte. Man versteht hierunter pulverförmige, wasserlösliche Mischungen,welche mit heissem Wasser übergössen sofort die fertige Tinte geben. Gallustinten-Extraktnach Dietekich. 50,0 oxydirtes Tannin'), 40,0 entwässertes Ferrisulfat, 3,0 Phenolblau 3 P,20,0 Zucker, 1,0 Salicylsäure; auf 1 1 kochendes Regenwasser.
Tinten-Bäder. 3 — lOproc. Tanninlösungen werden mit 2— 5proc. Ferrosulfat-lösungen getrennt verabfolgt und zum Gebrauch gemischt. Nach Leo Leistikow be-währen sich Umschläge mit dieser Mischung besonders bei Hautentzündungen und Pruri-tus, indem sie das schmerzhafte Jucken stillen und das Eintrocknen der Bläschen be-schleunigen.
Ausser den beschriebenen Gallen sind eine ganze Reihe anderer von erheblichertechnischer Bedeutung. Wir führen die wichtigsten auf.
a. Eichengallen.
1) Morea- oder Krongallen von Quercus Cerris L. Klein, kreiseiförmig, um denoberen Theil mit einem Kranz stumpfer Spitzchen. Kommen unter den officinellen zu-weilen vor. (Bis 30 Proc. Gerbsäure.)
2) Oesterreichische, böhmische, deutsche Gallen erzeugt durch Cynips KollarlHart, auf verschiedenen Eichen. Auch als persische Gallen vorgekommen. Von Grösseder aleppischen G., braun, meist ohne Höcker, schwammig. Kommen zuweilen unter denofficinellen vor. (Bis 30 Proc. Gerbsäure.)
3) Istrische Gallen, häufig ein Gemenge, in dem kleine aleppische, kleine unga-rische G. (von Cynips lignicola Hart, auf Quercus pedunculata Ehrh. und sessili-llora Sm.) und Kollarigallen vorkommen. (Bis 30 Proc. Gerbsäure.) Unter diesemNamen sind auch aleppische und Smyrnaer G. vorgekommen.
4) Knoppern, erzeugt durch Cynips calicis Burgsdorff auf Quercus peduncu-lata Ehrh., vielleicht auch sessiliflora Sm. und pubescens Willd., bilden unregel-mässig geflügelte Auswüchse am Erucbtbecher. In Osteuropa und Südosteuropa. (Bis33 Proc. Gerbsäure.)
In Amerika verwendet man noch folgende Arten:
5) Erbsengrosse Gallen auf den Blättern von Quercus alba Ij., erzeugt durchAcraspis erinacei Malch. (Bis 18 Proc. Gerbsäure.)
6) Auf den Blättern von Quercus palustris Du Boi (?) erzeugt, durch Holiaspisglobulus. (Bis 9,5 Proc. Gerbsäure.)
7) Wachsartig glänzende runde Gallen auf den Zweigen von Quercus alba L. er-zeugt durch Arten von Cecidomyia und Diplosis.
b. Sumachgallon.
8) Chinesische Gallen, erzeugt durch Schlechtendalia chinensis Jacob Bell aufBlättern und Zweigen von Rhu» seminlata Murray var. Osbeckii, unregelmässig ver-zweigte oder ausgezackte, hohle, blasenförmige
/~\ §'Häk Körper, kurzbehaart, von graubrauner Farbe, ent-
halten bis 77 Proc. Gerbsäure (Fig. 257).
9) Pflaumen- oder birnenförmige Gallenaus China, den vorigen sehr ähnlich, aber unver-zweigt. Sollen noch reicher an Gerbsäure sein.
10) Japanische Gallen, von derselben Ab-stammung wie 8, aber kleiner, reicher verzweigtund heller gefärbt. (Bis 60 Proc. Gerbsäure.)
11) In Amerika verwendet man auf Rhusglabra L. vorkommende Gallen, die 8 ähnlichsind. (Bis 61,70 Proc. Gerbsäure.)
e. Pistaciengallen.
12) Durch Arten der Gattung Pemphigusauf verschiedenen Pistacia- Arten in Europa,Asien und Afrika erzeugt. Davon gelangen zu-weilen die Bokhara - Gallen mit 32 Proc. Gerb-säure und die Carobe di Giudea mit 60 Proc.
Fig. 257. Chinesische Gallen, l aufgebrochen. Gerbsäure in den Handel.
') 100 Tannin in 150 Wasser gelöst erhitzt man in einem Kolben mit 30 gepulver-ten Kaliumbisulfat und 10 roher Salzsäure (Spec. Gew. 1,16) im Wasserbade 10 Stundenbei 80—90° C. und dampft dann in einer Porcellanschale zur Trockne ein. Ausbeute 130.oxydirtes Tannin".