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Vorrede.
Der Herausgabe der ersten Auflage des Handbuches der pharma-ceutisehen Praxis durch Hageb lag die Erwägung zu Grunde, dass dasMaterial, welches dem Apotheker bei Ausübung seines Berufes täglich durchdie Hände geht, nur zum kleineren Theile in den jeweilig geltendenPharmakopoen eine wissenschaftliche Durcharbeitung erfahren hat, dass viel-mehr der weitaus grössere Theil des Gesammtmateriales von den Pharma-kopoen nicht berücksichtigt ist und der ganzen Sachlage nach auch nichtberücksichtigt werden kann. — Eine Zusammenfassung dieses vielgestaltigenStoffes in seinen mannigfaltigen Beziehungen zu Wissenschaft und Praxis,in seinen Beziehungen zur Arzneibereitung sowie zum gewerblichen undpraktischen Leben, das war das Ziel, welches Hageb bei der Abfassungseines Handbuches s. Zt. vorgeschwebt hatte. — Und dass er diesesZiel erreicht hat, davon legt die ausserordentliche Verbreitung diesesWerkes beredtes Zeugniss ab. In vielen Tausend Exemplaren ist es seitseinem ersten Erscheinen von dem Büchermarkte aufgenommen und überden ganzen Erdball verbreitet worden. Aber auch dieses Werk entgingnicht dem Schicksale aller Bücher: es begann, obgleich es auch heutenoch stark begehrt ist, allmählich zu veralten, ein Vorgang, den auch dieim Jahre 1882 erfolgte Herausgabe eines Ergänzungsbandes auf die Dauernicht aufzuhalten vermochte.
Der Erkenntniss dieser Thatsache hat auch Hageb in dem letztenJahrzehnt seines Lebens sich nicht verschlossen, vielmehr wiederholt ernst-liche Anstalten zur Verjüngung dieses seines Lieblingswerkes getroffen. —Indessen stellten sich diesem Unternehmen zunächst ernstliche Schwierig-keiten entgegen. Die ursprüngliche Idee Hageb's, einen weiteren Er-gänzungsband herauszugeben, musste bald als unausführbar fallen gelassenwerden, da es nicht möglich erschien, die zeitlich mehrere Jahrzehnte aus-einander liegenden Bände durch einen neuen Ergänzungsband zu einemharmonischen Ganzen zu verbinden. So blieb denn eine völlig neue Be-arbeitung als einzig mögliches Auskunftsmittel. — Aber auch an diesesweitausschauende Unternehmen ging Hageb zu Anfang der 90 er Jahre nachlangen Erwägungen mit frohem Arbeitsmuthe heran; allerdings um allmäh-lich zu der Ueberzeugung zu kommen, dass seine Kraft allein zu einerraschen Ecendigung dieses Werkes wohl nicht ausreichen würde.
Auf Wunsch der Firma Julius Springer trat Hageb daher gelegent-lich der Arbeiten zur Herausgabe des Kommentars für das deutsche Arznei-