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Decoeta. Delphinium.
Decocta.
Man versteht hierunter für die Zwecke der Beceptur hergestellte Abkochungen.Das dabei eingehaltene Verfahren besteht im allgemeinen darin, dass man die zerkleinerteSubstanz mit kaltem Wasser übergiesst, alsdann die Mischung erhitzt und etwa 15—30 Mi-nuten im Kochen erhält, worauf man noch heiss kolirt. Die Vorschriften der Arznei-bücher weichen indessen in den Einzelheiten von einander ab.
Austr. Ist die Menge des Arzneistoffes nicht angegeben, so bereitet man aus 1 Th.Arzneistoff = 10 Th. Kolatur. Diese Regel gilt nicht für stärker wirkende, namentlichnarkotische Arzneistoffe (überhaupt bei solchen, für welche Austr. Höchstgaben vor-geschrieben hat), ferner für schleimige Substanzen; bei diesen ist die zu verwendende Mengedem Apotheker überlassen. — Der auszuziehende Arzneistoff ist mit einer genügendenMenge kalten Wassers zu übergiessen und unter bisweiligem Umrühren '/, Stunde lang zukochen oder den Dämpfen des siedenden Wasserbades auszusetzen. — Die Flüssigkeit istnoch heiss abzuseihen, abzupressen und wenn nöthig zu filtriren. — Stoffe dichtererStruktur sind in der Eegel eine Stunde lang zu kochen.
Germ. Ist die Menge des Arzneistoffes nicht vorgeschrieben, so bereitet man aus1 Th. Arznoistoff = 10 Th. Kolatur. Ausgenommen hiervon sind Arzneistoffe, für welcheGerm, höchste Gaben festgesetzt hat. Bei schleimigen Substanzen ist das Verhültniss desArzneistoffes zur Kolatur dem Apotheker überlassen. — Abkochungen sind in der Weisezu bereiten, dass man die Substanz mit der erforderlichen Bienge kalten Wassers über-giesst und die Mischung J / 2 Stunde den Dämpfen des siedenden Wasserbades unter bis-weiligem Umrühren aussetzt. Die Flüssigkeit wird noch warm abgepresst. DecoctumAlthaeae und Decoctum Seminum Lini werden durch '/ 2 stündliche Maceration mit kaltemWasser ohne Umrühren bereitet.
Helv. Abkochungen sind entweder durch '/jStündige Digestion im Dampfbadooder durch Kochen über freiem Feuer zu bereiten, wobei mindestens das ^fache derKolatur an Wasser zu verwenden ist. Das Koliren muss heiss geschehen. Ist die Biengedes zu verwendenden Arzneistoffes nicht vorgeschrieben, so wird l /io> bei schleimigen Sub-stanzen nur V20 der verlangten Kolatur genommen. Nicht zulässig ist dies für Substanzenaus der Reihe der Separanda und Venena; bei diesen hat der Arzt die Bienge desArzneistoffes vorzuschreiben. — Die Verwendung sogenannter „Decocta sicca" ist zurBereitung von Abkochungen nicht gestattet.
U-St. Wenn etwas anderes nicht vorgeschrieben ist, bereitet man aus 50 g derArzneisubstauz = 1000 cem Kolatur. Man übergiesst in einem Kessel die 50 g Substanzmit 1000 com kaltem Wasser, bedeckt mit einem Deckel und erhält 15 Biiuuten im Siedon.Nach dem Abkühlen auf etwa 40° C. wird ausgepresst und der Eückstand mit Wassernachgewaschen, bis die Kolatur = 1000 cem beträgt. — Bei stark wirkenden Substanzenist die Menge des zu verwendenden Arzneistoffes vom Arzte vorzuschreiben.
Brit. und Gall. geben allgemeine Anweisungen zur Bereitung von Dekokten nicht.
Wenn im Vorstehenden auch angegeben ist, dass die Dekokte im allgemeinen heisszu koliren sind, so ist das doch cum grano salis zu verstehen. Condmango-Dekokte z. B.sind erst nach völligem Erkalten durchzuseihen, vergl. S. 941.
Delphinium.
Gattung der Kanuncnlaceae — Helleboreae.
I. f Delphinium Staphisagria L. Stephanskrant, Läusekraut. Heimischim Mittelmeergebiet. Verwerthung finden die Samen: Seinen Staphisagriae (Ergänzb.),Semen Staphidis agriae, Semen Pcdieularis. — Läuse- oder Stephanskörner, Liiuse-pfeffer, Ratten pfeffer. — Semence de Staphisaigre (Gall.). — Stavesacre.
Beschreibung. Die Samen sind bis 7 mm lang, halb so dick, unregelmässig kantig,matt, netzrunzelig, braun bis schwärzlich. Im Querschnitt das dickfieischige Endospermund der kleine Embryo. Die Samenschale hat eine aus grossen, verdickten, porösen Zellenbestehende Epidermis, woran sich die zusammengefallene Nährschicht schliesst. Im Endo-sperm grosse Aleuronkörner. Geschmack stark bitter und brennend.
Bentandtheile. 17—18 Proc. Fett im Endosperm und Embryo, ferner durch-schnittlich 1 Proc. Alkaloide, die ihren Sitz in den peripheren Theilen des Endasperms