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Cuprum sulfuricum.
grossen Mengen in den Hüttenwerken dargestellt und als „Kupfervitriol" in den Handelgebracht. Es ist häufig ziemlich rein, bisweilen aber auch durch Ferrosulfat, Magnesium-sulfat, Aluminiumsulfat und andere Salze stark verunreinigt.
In seinen Eigenschaften gleicht der rohe Kupfervitriol völlig dem reinen Kupfer-sulfat, nur stellt er sehr viel grössere Krystalle dar.
Prüfung. Die wässerige Lösung gebe mit überschüssiger Ammoniakflüssigkeiteine tiefblaue, klare oder fast klare Flüssigkeit. Reines Kupfersulfat würde eine klareFlüssigkeit geben. Eine Trübung könnte herrühren von Eisen, Thonerde, vielleicht auchMagnesia. Es sind daher geringe Mengen dieser Verunreinigungen zulässig. Da die Be-obachtung einer Trübung in der tiefblauen Flüssigkeit schwierig ist, so nltrire man dieLösung durch ein angenässtes Filter ab und sehe sich einen hinterbleibenden, in der Regelaus Eisenoxyd bestehenden Rückstand näher an.
Eine maassanalytische Bestimmung des Kupfergehaltes lässt sich sehrleicht in der Weise ausführen, dass man 0,2—0,3 g Kupfervitriol in 20 com Wasser auf-löst, 1—2 g Jodkalium hinzufügt und nun das ausgeschiedene Jod mit Vio Natriumthio-sulfat misst. Da die Reaktion nach der Gleichung
CuS0 4 -f2KJ = HjSO^ + CuJ-f-J
Cuprojodid
verläuft, so entspricht 1 ccm 1 j 10 Natriunithiosulfatlösung = 0,0249 g Kupfersulfat (CuS0 4-f-5H a O).
Die Vitriole des Handels, welche als Salzburger Vitriol, Ädmonter Vitriol,Baireuther Vitriol, Adlervitriol, Doppelvitriol etc. unterschieden werden, sind niereiner Kupfervitriol, sondern aus Ferrosulfat und Cuprisulfat bestehende Vitriole. HellerCypcrvitriol besteht aus Kupfersulfat und Zinksulfat.
Anwemlung. Die löslichen Kupfersalze fällen in nicht zu starker VerdünnungEiweiss und Schleim. Daher wirken lösliche Kupfersalze in Substanz oder koncentrirterLösung auf Schleimhäuten und Wunden ätzend, iu verdünnter Lösung adstringirend.Ausserdem wirken sie antiseptisch. Innerlich genommen wirken sie brechenerregendund nervenumstimmend. In starken Gaben wirken sie giftig und selbst tödtlich. Gegen-mittel sind Eiweiss, Eisenpulver, Schwefeleisen, Blutlaugensalz. Man giebr das Knpfer-sulfat zu 0,004—0,025 g bei passiven Blutungen, Epilepsie, Veitstanz und anderen Nerven-leiden, als Brechmittel zu 0,05—0,1—0,2 g 4—5 mal innerhalb einer Stunde. Höchst-gaben: pro dosi 0,05 g, pro die 0,5 g (Helv.) als Emeticum 1,0 g (Genn. Helv.)0,4 g (Austr).
Aeusserlich dient das Kupfersulfat in verdünnten Lösungen als adstringirendesMittel bei mannigfachen Entzündungen der Schleimhäute, in Substanz als Aetzmittel,namentlich in der Form der Kupferstifte. In der Analyse wird Kupfersulfat zur Bestim-mung des Eiweisses (nach Ritthausen) und zur Bestimmung des Zuckers (nach Fehlino)benutz!. •
Ul. f Cuprum SUlfiiriCUm ammoniatum (Ergänzb.). Ammonium cuprico-sul-furiciim. Kupfenimmoniiimsiilfut. Sulfate de cuivre ammoniacal (Gall.). Ammo-niakalisches Kupfersulfat. Schwefelsaures Kupferoxyd-Ammoniak.
Hereltung. 50 Th. Kupfersulf'atkrystalle werden unter Umschütteln in150 Th. Aetzammon gelöst, wenn nöthig durch ein Bäuschchen Glaswolle ßltrirt undmit 300 Th. Weingeist gemischt. Den Niederschlag sammelt man in einem Filter undtrocknet ihn ohne Anwendung von Wärme durch Wälzen auf Fliesspapier. Ausbeute fast84 Theile.
Man erhält es so als krystallinisches Pulver. Will man ausgebildete Krystalle er-zielen (wie Gali. vorschreibt), so schichtet man in hohen Cylindern auf die ammoniakali-sche Kupferlösung vorsichtig ein gleiches Volumen Alkohol von 90 Proc. und lässt dieMischung, ohne sie zu bewegen, stehen. Nach 1 — 2—3 Tagen haben sich prachtvolleKrystalle abgeschieden.