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1 (1920)
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Butyrum.

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I. 4. Nachweis von Konservirungsmitteln:

a) Borsäure. IO g Butter -werden mit alkoholischem Kali in einer Platinschale verseift, duSeifenlösung eingedampft und verascht. Die Asche wird mit Salzsäure übersättigt. In die salzsaureLösung taucht man einen Streifen gelbes Kurkumapapier und trocknet das Papier auf einem Uhr-glase bei ioo° C. Bei Gegenwart von Borsäure zeigt die eingetauchte Stelle des Kurkumapapiers einerotlie Färbung, die durch Auftragen eines Tropfens verdünnter Natriumkarbonatlösung in Blau übergeht.

b) Salicylsäure. Man mischt in einem Probirröhrchen 4 cem Alkohol von 20 Vol. Proc.

mit 2 __ j Tropfen einer verdünnten Eisenchloridlösung, fügt 2 cem Butterfeit hinzu und mischt die

Flüssigkeiten, indem man das mit dem Daumen verschlossene Probirröhrchen 40 50 mal umschüttelt,Bei Gegenwart von Salicylsäure färbt sich die untere Schicht violett.

c) Formaldehyd, 50 g Butter werden in einem Kölbchen von etwa 250 cem Inhalt mitSO cem Wasser versetzt und erwärmt. Nachdem die Butter geschmolzen ist, destiüirt man unter Ein-leiten von Wasserdampf 25 cem Flüssigkeit ab. 10 cem Destillat werden mit 2 Tropfen ammonio-kalischer Silierlösung versetzt; nach mehrstündigem Stehen im Dunklen entsteht bei Gegenwart vonFormaldehyd eine schwarze Trübung. (Die ammoniakalische Silberlösung erhält man durch Auflösenvon I g Silbernitrat in 30 cem Wasser, Versetzen der Losung mit verdünntem Ammoniak, bis deranfänglich entstehende Niederschlag sich wieder gelöst hat, und Auffüllen der Lösung mit Wasserauf 50 cem)

Fremdartige Zusätze. Kartoffelmehl, Kartoffelbrei, Getreidemehl, Mohrrübenbrei,welche bisweilen, aber nur selten, der Butter in betrügerischer Absicht zugesetzt werdenoder durch Zufall in diese gelangen, weist man nach, indem man ein Quantum Buttererst mit Alkohol, dann mit Aether auszieht und den hierbei ungelöst hinterbleibendenRückstand mit dem Mikroskop untersucht. Gips, Thon u. dergl. unorganische Zusätze,welche wohl kaum als übliche Verfälschungen gelten können, würden in der Asche auf-zusuchen und nachzuweisen sein.

I. 5. i. Nachweis fremder Farbstoffe. Die Gegenwart fremder Farbstoffe erkennt mandurch Schütteln des geschmolzenen Butterfettes mit absolutem Alkohol oder mit Petroleumäther vom spec.Gew. 0,63s. Nicht künstlich gefärbtes Butterfett ertheilt diesen Lösungsmitteln keine oder nur eineschwach gelbliche Färbung, während sie sich bei künstlich gefärbtem Butterfeit deutlich gelb färben.

Zum Nachweise gewisser Theerfarbstoffe werden 2 3 g Butter fett in 5 cem Aether gelöstund die Lösung in einem Probirröhrchen mit 5 cem konc. Salzsäure vom spec. Gew. 1,125 kräftiggeschüttelt. Bei Gegenwart gewisser Azofarbstoffe färbt sich die sich unten absetzende Salzsäureschichideutlich roth.

Schmelzbutter, Butterschmalz, Schmalz (letzleres eine specielle, süddeutscheBezeichnung). Hierunter versteht man das durch Ausschmelzen der Butter und Abgiessenvon den Molken gewonnene wasserfreie Butterfott, welches in Süddeutschland namentlichwährend des Winters zu Küchen- und Konditoreizwecken verwendet wird. Es ist bezüg-lich eines Gehaltes an fremden Fetten in gleicher Weise zu untersuchen und zu beurtheilenwie die Butter. Schmelzbutter lässt unter dem Mikroskop Krvstallnadeln erkennen.

Colostrum-Butter. In einigen Gegenden gilt die aus dem Colostrum [d. i. dieunmittelbar bis einige Tage nach dem Geburtsakt abgesonderte Milch], hergestellte Butterinnerlich wie äusserlich als besonders heilkräftig. Colostrum-Butter ist braungelb, starrerals gewöhnliche Butter, reich an Eiweissstoffen, von schleimigem Geschmack. Sie wirdleicht ranzig.

Sapo butyrinus. Sapo e Butyro. Butterseife. Zur Herstellung derselbenkann mit Vortheil ranzige, zu Speisezwecken nicht mehr verwerthbare Butter verwendetweiden. Man schmilzt ein beliebiges Quantum Butter, lässt das Butterfett in der Wärmesich klären, filtrirt oder kolirt es und verfährt wie folgt:

100 Th. geschmolzenes Butterfett werden in einer Porcellanschale mit 130 Th. Na-tronlauge (von 15 Proc. NaOH) im Wasserbade unter Umrühren so lange erhitzt, bis einklarer, gleichmässiger Seifenleim entstanden ist. Nachdem die Erhitzung im Wasserbaunoch 1 Stunde fortgesetzt worden ist, fügt man zu dem Seifenleim eine filtrirte (!) Lö-sung von 25 Th. Kochsalz und 2,5 Th. kryst. Soda in 100 Th. Wasser, rührt »/« Stunde um,lässt dann etwa 1 Stunde im Wasserhade ruhig absetzen und bringt hierauf die Schale indie Kälte. Nachdem die Seife völlig erstarrt ist, wird sie von der Unterlauge abgehoben,mit Wasser abgespült, in Stücke geschnitten und an einem warmen Orte, vor Staub ge-schützt, getrocknet. Ausbeute ca. 120 Th. Verwendung zur Herstellung von Opodeldok.