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1 (1920)
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Butyrum.

Phenolphthalein. Die verbrauchten Cubikcentimeter-Lange nraltiplicirt man mit 1,1.Die so erhaltene Zahl ist die REicHERT-MEissL'scke Zahl (oder WoLLNY'sche Zahl).

Beurtheilung. Der Gehalt an Kochsalz bezw. an Wasser wird meist nach ört-lichen Verordnungen beurtheilt. Wo diese fehlen, kann man in maximo 3 Proc. Kochsalzund 15 Proc. Wasser zulassen und in minimo einen Fettgehalt von 80 Proc. verlangen.

Ob Butter verdorben ist, lässt sich am besten durch die Kostprobe (Anfstreichenauf Brod oder Semmel!) beurtheilen. Die Bestimmung des Säuregrades erfolgt in derRegel nur zur wissenschaftlichen Begründung des durch die Kostprobe gewonnenen Ur-theils. Die meisten Chemiker nehmen als zulässige Maximalzahl 8 Säuregrade an.

Fremde Fette (Margarine, s. auch diese) weist man am sichersten durch Bestimmungder REicHEBT-MEissL'schen (WoLLNY'schen) Zahl nach. Für reines Butterfett ist 24,0 alsniedrigste REiOHERT-MEissL'sche (WoLLNY'sche) Zahl anzunehmen. Es hat sich aber heraus-gestellt, dass gewisse Fütterungsarten (Reis, Palmkerne) die WoLLNY'sche Zahl herab-drücken. Ergeben sich nach der Bestimmung der Reichert -MEissL'schen Zahl Zweifel

über die Unverfälschtheit derButter, so kann man nochdie Bestimmung der Hehner-ANGELL'schen Zahl heran-ziehen. Diese wird für reinesButterfett in maximo als 90,0angenommen. Doch kommenauch hier geringe Ueber-schreitungen vor.

In zweifelhaften Fäl-len giebt allein unanfecht-bare Auskunft die Selbsther-stellung von Butter aus derin Frage kommenden Milch,bezw. Buttern unter amt-licher Aufsicht und ver-gleichende Untersuchung desso erhaltenen Butterfettes.

Färbung der Buttermit unschädlichen Farbstof-fen gilt zur Zeit als ein erlaubtes Verschönerungsmittel.

I. 5. k. Nachweis von Sesamöl (aus der Bekanntmachung des Reichskanzlersvom 1. April 1898):*)

a) Wenn keine Farbstoffe vorhanden sind, die sich mit Salzsäure roth färben, so werdenS ccm geschmolzenes Bullerfett mit o,l ccm einer alkoholischen Furfurol-Lösung (i Raumtheil farb-loses Furfurol in IOO Raumtheilen absoluten Alkohols gelost) und mit IO ccm Salzsäure vom spec.Gew. 1,19 mindestens '/ 2 Minute lang kräftig geschüttelt. Wenn die am Boden sich abscheidendeSalzsäure eine nicht alsbald verschwindende deutliche Rothfärbung zeigt, so ist die Gegenwart vonSesamöl nachgewiesen.

ß) Wenn Farbstoffe zugegen sind, die durch Salzsäure roth gefärbt werden, so schüttelt manIO ccm geschmolzenes Butterfett in einem kleinen cylindrischen Scheidelrichter mit 10 ccm Salzsäurevom spec. Gew. 1,135 etwa 1 j i Minute lang. Die unten sich ansammelnde rothgefärbte Salzsäure-Schicht lässt man abfiiessen, fügt zu dem in dem Scheidetrichter enthaltenen geschmolzenen Fette noch-mals IO ccm Salzsäure vom spec. Gew. 1,125 und schüttelt wiederum 1 j s Minute lang. Ist die sichabscheidende Salzsäure noch roth gefärbt, so lässt man sie abfiiessen und wiederholt die Behandlungdes geschmolzenen Felles mit Salzsäure vom spec. Gewichte 1,125, bis letztere nicht mehr roth gefärbtwird. Matt lässt alsdann die Salzsäure abfiiessen und prüft 5 ccm des so behandelten geschmolzenenButterfettes nach dem unter a beschriebenen Verfahren auf Sesamöl. Zu diesen Versuchen verwendeman keine höhere Temperatur, als zur Erhaltung des Fettes im geschmolzenen Zustande erforderlich ist.

Fig. 124. Destillationsapparat zur Bestimmung der flüchtigen Fett-säuren nach Keicheet-Meissi..

') Die cursiv gesetzten Stollen sind der Bekanntmachung des Reichskanzlers wört-lich entnommen.