Butyrum.
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6) Fremde Fette. Vorprüfungen.
1) Schmelzprobe. Beim Erwärmen im Wasserbade schmilzt Butter zu einemrasch klar werdenden Fette, während Margarine längere Zeit ein trübes Aussehen behält.Die Probe beruht darauf, dass das Butterfett ursprünglich als Emulsion in der Milch ent-halten war, und dass diese Emulsion absichtlich zerstört worden ist, während der Mar-garine Milch oder Bahm zugeführt worden ist, in der Absicht, eine Emulsion zu bilden.Nut als Vorprobe zu benutzen.
2) Refraktometrisch. Man bestimmt die Refraktion im ABrvä'schen Butter-Refraktometer. Butterfett hat bei 25° C. eine Refraktion von höchstens 52,5. Der Apparatkostet etwa 150 M. und gestattet lediglich die pure Unterscheidung von Butter und Mar-garine. In zweifelhaften Fällen lässt er häufig im Stiche. — Jedem Apparate ist einegenaue Gebrauchsanweisung beigegeben, ausserdem findet sich eine eingehende Beschreibungdes Apparates und seiner Anwendung in den Ausführungsbestimmungen des neuen Mar-garine-Gesetzes.
Exakte Methoden. 1) Nach Hehner - Angell. Man bringt durch Differenz-Wägung 3—4 g klar filtrirtes Butterfett in eine kugelige Porcellanschale, fügt 50 ccmAlkohol sowie 2 g Aetzkali hinzu und verseift das Fett durch Erwärmen auf dem Wasser-bade unter Umrühren. Dann lässt man den Alkohol vorsichtig aber vollständig abdunstenund übergiesst die zurückbleibende Seife mit 150 ccm heissem destillirten Wasser, inwelchem sie sich klar auflösen muss. Zu der klaren Lösung giebt man verdünnteSchwefelsäure im Ueberschuss und erhitzt so lange, bis sich die Fettsäuren als ölige Schichtklar (!) abgesetzt haben und die wässerige Flüssigkeit nicht mehr milchig erscheint. Manfiltrirt nun die Flüssigkeit durch ein vorher in einem Wägegläschen getrocknetes undgewogenes Filter von dichtem Papier, welches vorher mit heissem Wasser genässt undangefüllt worden ist, mit der Vorsicht, dass während der ganzen Dauer der Filtration dieFettsäuren niemals ganz nach dem Grunde des Filters gelangen, sondern dass sieh aufdiesem zu jeder Zeit genügend wässerige Flüssigkeit befindet, um ein Durchlaufen derFettsäuren zu verhindern. Man spritzt nun alle Fettsäurereste aus der Schale auf dasFilter und wäscht die gesammten Fettsäuren mit siedendem Wasser (ca. l'/ 2 Liter) solange aus, bis das Filtrat gegen empfindliches Lackmuspapier nicht mehr sauer reagirt.Man bringt hierauf die Fettsäuren auf dem FilteT zum Erstarren, indem man den ganzenTrichter in eiskaltes Wasser eintaucht, bringt Filter + Fettsäuren in das Wägeglas undtrocknet im WasserbadtrockenschTanke bis zu konstantein Gewicht. (ETste Wägung nach3 Stunden, dann in einstündigen Pausen.)
2) Die REicHERT-MEissL'sche (WoLLtnr'sche) Zahl in der Modifikation von Leffmann-Beam. 5 g (genau gewogen!) reines filtrirtes Butterfett werden in einem 300 ecm fassendenErlenmeyer- Kolben genau abgewogen, hierzu 20 ccm Glycerin-Natron 1 ) gegeben; derKolben wird mittels einer mit Kautschukschlauchstücken überzogenen Tiegelzange erfasstund über freier Flamme unteT beständigem Umschwenken erhitzt. Hierdurch, wie auchim Nothfalle durch zeitweiliges Entfernen von der Flamme, wird die stark schäumendeMasse leicht am Uebersteigen gehindert. Nach 3—4 Minuten ist die Reaktion beendet,das Wasser verdampft, die Flüssigkeit hört anf zu kochen und ist fast plötzlich voll-ständig klar. Alsdann fügt man, zu Anfang tropfenweise, da sonst leicht Ueberschäumeneintritt, 135 ccm destillirt.es , ausgekochtes Wasser zu und nach eingetretener Auflösungvon etwa erstarrter Seife 2 Stückchen Bimsstein und 5 ccm Schwefelsäurelösung. 2 ) Mandestillirt alsdann mit vorgelegtem LiEBio'schen Kühler 110 ccm ab. Das Destillat wirdgemischt und filtrirt. Von dem Filtrate titrirt man .100 com mit '/io Normallauge und
>) Zur Herstellung des Glycerin-Natrons löst man 100 g Natronhydrat in 100 ccmdestillirtem Wasser. Von dieser Lösung worden 20 ccm mit 180 ccm reinem konc. Glyceringemischt.
») Von der Schwefelsäurelösung enthalten 100 ccm = 20 ccm konc. Schwefelsäure
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