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1 (1920)
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Butyrum.

Darstellung. Man leitet in Acetaldehyd, oder besser in Paraldehyd, welche zu-nächst gut gekühlt werden, so lange trockenes Chlorgas in langsamem Strome ein, bisChlorwasserstoff nicht mehr entweicht. Alsdann setzt man das Einleiten des Chlors weiterfort, zuerst unter Weglassung der Kühlung, später unter Erwärmen, welches schliesslichauf 100° C. gesteigert wird. Das Reaktionsprodukt wird mit konc. Schwefelsäure ge-schüttelt und das sich abscheidende wasserfreie Trichlorbutylaldehyd abgehoben und frak-tionirt destillirt, wobei die bei 163165° C. siedenden Antheile gesammelt werden. 9 Th.der wasserfreien Verbindung bringt man mit 1 Th. Wasser zusammen. Wenn sich dasTrichlorbutylaldehydhydrat als Krystallmasse gebildet hat, krystallisirt man dieses aussiedendem Wasser um.

Eigenschaften. Dünne, weisse, seidenglänzende Blättchen von eigentümlichBÜsslieheni (fluchtartigem) Gerüche und brennendem, bitterlichem Geschmacke. Sie lösensich in etwa 30 Th. kaltem, leichter in siedendem Wasser, reichlich in Weingeist undAether, weniger leicht in Chloroform. Glycerin befördert die Auflöslichkeit in Wasser.Sie schmelzen bei 78° C. unter Zerfall in Wasser und Trichlorbutylaldehyd, welches letzteresich durch stechenden Geruch und reizende Einwirkung auf die Schleimhäute kennzeichnet.Wird das Butylchloralhydrat mit konc. Schwefelsäure erwärmt, so scheidet sich Trichlor-butylaldehyd als ölige Tröpfchen aus. Die wässerige Lösung des Butylchloralhydrataschwärzt ammoniakalische Silberlösung infolge Reduktion des Silbersalzes zu metallischemSilber.

Prüfung. 1) Die weingeistige Lösung 1 = 10 röthe blaues Lackmuspapier nichtund werde durch Silbernitrat nicht getrübt (Salzsäure, fremde Chlorverbindungen). 2) MitSchwefelsäure gelinde erwärmt bräune es sich nicht (fremde Chlorverbindungen). 3) Esschmelze bei 78° C. und verbrenne, ohne einen Rückstand zu hinterlassen.

Aufbewahrung. Vorsichtig, grössere Vorräthe auch vor Licht geschützt.

Anwendung. Butylchloralhydrat ist ein Anästheticum; als Hypnoticum wirkt esnicht so sicher wie Chloralhydrat. Es wirkt zuerst auf das Grosshirn, die Anästhesie be-ginnt am Kopfe. Die Respiration wird durch Einwirkung auf das Respirationscentrnmverlangsamt, darauf die Refiexerregbarkeit des Rückenmarks herabgesetzt. Der Tod trittnach grossen Gaben durch Respirationslähmung ein, das Herz wird nicht betroffen. Mangiebt es gegen Trigeminus-Neuralgieen und Schmerzen der Tabiker zu 0,20,5 g zwei-stündlich, als Hypnoticum 0,512,04,0 g in wässeriger Lösung mit Glycerin oderSirup. Höchstgaben: pro dosi 2,0 g, pro die 4,0 g (Ergänzb.). Die Ausscheidung er-folgt durch den Urin alsUrobutylchloralsäure"; bei Vergiftungen ist die künstlichsRespiration als Hauptmittel anzuwenden.

Ep. Butylchlorali hydrati

Acidi carbolfci ää 2,0.Einen mit der Mischung getränkten Wattepfropiuuin den hohlen Zahn zu drücken. Gegen denßchmerB cariöser Zähne.

Ep. Butylchlorali hydrati 5,0-10,0Glycerini 20,0

Aquae destillalae 130,0.

Bei Tic douloureux, innerhalb 15 Minuten l-Esslöffel.

Butyrum.

Butyrum. Butter. Beurre. Butter (engl.).

Allgemeines. Butter ist die durch mechanische Operationen (Schlagen, Schütteln,Schaukeln) aus der Kuhmilch abgeschiedene innige Mischung von Milchfett und anderenBestandtheilen der Milch, welche, nachdem sie deranerkannten molkereigerechten Behand-lung" unterworfen worden ist, theils gesalzen, theils ungesalzen in Verkehr kommt.

In der Milch ist das Butterfett in Form mikroskopisch kleiner Kügelchen suspendirt,welche sich für gewöhnlich wahrscheinlich deshalb zu grösseren Massen nicht vereinigen,weil sie sich im Zustande derUeberschmelzung" befinden. WM die Milch regelmässigwiederkehrenden Erschütterungen durch den sog. Butterungsprocess ausgesetzt, so erstarrt