Druckschrift 
1 (1920)
Entstehung
Seite
513
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Butyrum.

513

das Butterfett, und die Ktigelchen vereinigen sich zu grösseren Massen. Ans praktischenGründen unterwirft man dem Butterungsprocess nicht die Milch seihst, sondern den ausdieser gewonnenen Rahm im süssen oder gesäuerten Zustande und bezeichnet dement-sprechend das Endprodukt als Süssrahm-Butter oder Sauerrahm-Butter. Durch den Butte-rungsprocess erhält man also die vom Butterfett der Hauptsache nach befreite Milch (Butter-milch) einerseits und die Butter andererseits.

Die abgeschiedeneButter" besteht der Hauptsache nach aus Butterfett, enthält aberim Zustande emulsionsähnlicher Vertheilung noch beträchtliche Mengen von Buttermilcheingeschlossen. Zum Zwecke besserer Haltbarkeit wird die Butter, um sie von diesen Bei-mengungen in einem gewissen Grade zu befreien, mehrmals mit reinem Wasser aus-gewaschen, schliesslich von der Hauptmenge des ihr hierbei einverleibten Wassers durchKneten und Schlagen befreit. Eine völlige Entfernung der Buttermilch und des Wasserswird nicht beabsichtigt, weil hierunter der Wohlgeschmack der Butter leiden würde.Die so hergestellte Butter kommt alsdann im ungesalzenen oder gesalzenen Zustande inden Verkehr.

Pharmaceutische Verwendung finden, allerdings nur sehr selten, sowohl die wasser-haltige Butter als auch das wasserfreie Butterfett; ausserdem wird das Butterfett auchnoch zur Herstellung einiger pharmaceutischer Präparate, z. B. des Butteräthers (s. S. 176)und der Butterseife gebraucht.

I. Butyrum insulsum. Ungesalzene Butter. Hierunter ist die nicht gesalzene,möglichst gut ausgewaschene, wasserhaltige Butter zu verstehen. Wird sie verlangt,so versuche man, sich dieselbe aus der nächstgelegenen Molkerei zu verschaffen. Man ver-lange ausdrücklichSüssrahmbutter". Bei häufigerem Bedarf wird es sich empfehlen, einekleine Butterungsmaschine anzuschaffen, wie solche jetzt in sehr guter Ausstattung billigzu haben sind, und aus einem QuantumSüssrahm" die erforderliche Menge Butter durchButtern von dem Küchenpersonal herstellen zu lassen. Die erbutterte Butter ist solangemit Wasser zu waschen, bis dieses nicht mehr molkig abläuft und dann durch Schlagenund Kneten von dem überschüssigen Wasser nach Möglichkeit zu befreien. Man nehme,um 10 Theile Butter zu gewinnen, mindestens 150 Th. Süssrahm in Arbeit.

Diese wasserhaltige Butter findet gelegentlich zur Herstellung von Kühlsalben,Augensalben etc. Verwendung. Man versuche unter keinen Umständen sie dadurch zu er-setzen, dass man gesalzene Butter auswäscht, denn es ist schwer, der Butter alles Koch-salz durch Waschen mit Sicherheit zu entziehen. Weit eher wäre ein Ersatz durch ge-schmolzenes Butterfett, Adeps Butyri, zu rechtfertigen.

II. AdepS Butyri. Butterfett (Ergänzb.). Frische Butter wird in einem hohenGefässe, z. B. einer Infundirbüchse ans Porcellan, im Dampfbade geschmolzen und solangeerwärmt, bis sich das Fett als völlig klare, obere Schicht abgeschieden hat. Alsdannwird diese noch warme Fettschicht abgegossen und in trockene, kleine, völlig anzufüllendeGlasflaschen filtrirt. Hierzu ist zu bemerken, dass man mit der Filtration nicht eher be-ginnen soll, bis nicht eine deutliche Scheidung des geschmolzenen Butterfettes von denMolken stattgefunden hat. Die Filtration geht rasch von statten, wenn man das Filtervorher gut austrocknet. Das Filtriren hat an einem warmen Orte, bei grösseren Mengenmittels eines Warmwasser- oder Dampftrichters zu erfolgen.

Ein gelblichweisses bis weisses, körniges Fett von eigenartigem, nicht ranzigem Ge-rüche und Geschmacke. Es schmelze bei 3037°C. zu einer klaren, nietir oder wenigergelben Flüssigkeit. Werden 10 g Butterfett in 10 cem Chloroform gelöst, 10 cem Wein-geist und 1 Tropfen Puenolphthalei'nlösung hinzugefügt, so muss die Lösung nach Zusatzvon 0,3 cem Normal-Kalilauge nnd nach kräftigem Schütteln roth gefärbt erscheinen, waseinem zulässigen Maximalgehalt von 3 BüRSTYn'schen Säuregraden entspricht.

Ersatz für wasserfreies Butterfett. Als solches gelten folgende Mischungen:1) Olei Cacao 4 Th., Olei Amygdalarum 6 Th. 2) Olei Oacao 2 Th., Adipis 8 Th.

Ungiientum ad conibustiones Stahl. STAiiL'sche Brandsalbe. Ist eine Mischungvon 1 Th. golbem Wachs und 2 Th. wasserfreiem Butterfett.

Handb. d. pharm. Praxis I. 33