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1 (1900)
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Ferrum.

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Die Bestimmung- hat demnach zur Voraussetzung, dass das Eisen in Form einesEisenoxydsalzes zugegen ist. Abwesend sein müssen Substanzen, welche ihrerseits Jodaus Kalium odid in Freiheit zu setzen vermögen, z. B. freies Chlor, Salpetersäure, Jodsäure.Dagegen verläuft die Reaktion am günstigsten bei Anwesenheit einer massigen Mengefreier Salzsäure. Liegt daher schon ein Oxydsalz als solches zur Bestimmung vor, so kannman dasselbe ohne weiteres oder, wie bei dem salpetersaurem Salze, nach dem wiederholtenEindampfen mit Salzsäure zur Bestimmung verwenden. Ist das zu bestimmende Salz aberein Oxydulsalz, so muss es zunächst in das Oxydsalz übergeführt werden. Dies geschiehtin einfachster Weise dadurch, dass man die betreffende Lösung bei Anwesenheit einergenügenden Menge von freier Schwefelsäure mit Kaliumpermanganatlösung bis zur ebenbleibenden Böthung versetzt. Einen Ueberschuss von Kaliumpermanganat kann man durchZufügung einer geringen Menge Weingeist (12 Tropfen) beseitigen.

Die Ausführung dieser Bestimmung erfolgt in der Weise, dass man die betreffendeLösung in ein hinreichend geräumiges Gefäss mit Glasstopfen bringt, falls sie noch nichtgenügend salzsauer sein sollte, etwas Salzsäure, sowie einen Ueberschuss von reinemjodsäurefreien (!) Kaliumjodid dazu giebt. Das Glas wird sofort verschlossen, der In-halt gemischt und nun 1 Stunde sich selbst überlassen. Nach dieser Zeit lässt man zuder durch freies Jod braun gefärbten Flüssigkeit, soviel 1 / ]0 -Natriumthiosulfatlösung zu-laufen, dass die Flüssigkeit gerade noch gelb gefärbt ist. Dann fügt man etwas Stärke-lösung zu und titrirt mit der Natriumthiosulfatlösung auf farblos. Aus der Formel

FeCl 3 + KT = FeCl a -f KCl + Jergiebt sich, dass 127 Tb. Jod = 56 Th. metallisches Eisen anzeigen.

Physiologisches. Das Eisen ist in allen drei Naturreichen verbreitet. Im Mineral-reiche ist es fast in allen Mineralien und in vielen (Eisenerzen) als wesentlicher oder be-gleitender Bestandtheil vorhanden. Es ist in allen natürlichen Wässern enthalten, fernerein niemals fehlender Bestandtheil der Ackerkrume. Aus dein Erdboden bez. dem Wasser"Wird das Eisen von den Pflanzen aufgenommen. Eisen ist ein organogener Bestandtheilder Pflanzen. Es ist ein wesentlicher Bestandtheil des Chlorophylls, an welches bekannt-lieh der Assimilationsvorgang der Pflanzen gebunden ist. Mit der vegetabilischen Nahrungund dem Wasser gelangt das Eisen in den thierischen Organismus. In diesem hat es un-zweifelhaft eine ebenfalls sehr wichtige Funktion. Eisen ist in allen Organen und Sekretendes Thierorganismus enthalten, z. B. in Milch, Eiern, Haaren, Federn, Galle, Gallensteinen,Hörn, Muskelfleisch, Knorpel, Knochen, Nerven, vor allem aber im Blute.

Im Blute bildet das Eisen, in der Form des Hämoglobins fast ausschliesslich denInhalt der farbigen Blutkörperchen, deren Menge zu derjenigen des Eisens in einem kon-stanten Verhältnisse steht. Die Eisenmenge im Blute eines 70 kg schweren Mannes sehätztGoeup-Besanez auf 3,077 g.

Der Bestand des Organismus ist an das Vorhandensein einer gewissen Menge vonEisen geknüpft. Die im Verlaufe des Stoffwechselvorganges täglich ausgeschiedenen, wennauch kleinen Mengen von Eisen müssen dem Organismus wieder ersetzt werden. Diesgeschieht auf dem Wege der Nahrungsaufnahme. Nach Botjssingault genügen täglich0,0590,061 g Eisen, um den Bedarf des menschlichen Körpers an Eisen zu decken, unddiese Menge wird dem Organismus unter normalen Bedingungen mit der Nahrung zugeführt.

Bei gewissen krankhaften Zuständen des Körpers genügt das mit der Nahrung ein-geführte Eisen nicht, um den Eisenbedarf zu decken; in solchen Fällen wird das Eisen alsMedikament eingeführt.

Principiell ist zu beachten, dass nur ein verschwindend geringer Procentsatz desin der Form von Arzneien eingeführten Eisens zur Resorption gelangt, der Rest wird, undzwar hauptsächlich durch die Faeces als Schwefeleisen, in Spuren auch durch den Urin,wieder ausgeschieden. Abgesehen von der örtlichen Wirkung, welche gewissen Eisen-präparatoneigen ist und die meist in einer Aetzung oder doch Reizung besteht, ist dieentfernte Wirkung des (resorbirton) Eisens eine tonisirende, d. h. es bessert sich dieZusammensetzung des Blutes, damit zugleich die Ernährung der einzelnen Organe, wodurchHebung des Allgemeinbefindens eintritt.

Ueber die Art, in welcher die Aufnahme der in den Magen eingeführten Eisen-verbinduntren durch den Organismus erfolgt, ist man sich noch keineswegs im Klaren.Früher, als man meist unorganische Eisenpräparate verordnete, stellte man sich vor, dassnicht bloss kleine Mengen Eisen resorbirt würden, sondern dass die physiologische Aufgabeder gereichten Eisenpräparate auch darin bestehe, dass sie den bei krankhaften Zuständenim Darme in überreichen Mengen vorhandenen Schwofelwasserstoff zu Schwefeleisen binden

Ilandb. d. pharm. Praxis. I. 69