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1 (1900)
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Ferrum.

sollten, so dass dieser nicht mehr zersetzend auf das Hämatogen der Nahrungsmittel wirkenkönne. Das war jene Zeit, in welcher Eisensalze in den bekannten grossen Gaben wie beiden BLAüD'sehen Pillen verwendet wurden, während welcher auch die Oxydulsalze bevor-zugt wurden. Später wurde die Annahme gemacht, dass die Oxydulverbindungen, be-vor sie zur Resorption gelangen, im Magen bez. Darm erst zu Oxydverbindungen oxydirtwerden müssen. Da dies mit einem Verlust an Sauerstoff an irgend einer Stelle verknüpftsein muss, so bevorzugt man nunmehr die Eisenoxydsalze. Und da die unorganischenEisenoxydsalze mit den im Magen und Darm vorhandenen Eiweissstoffen unlösliche Ver-bindungen eingehen, so benutzte man eine gewisse Zeit und bis auf den heutigen Tagsolche Eisenpräparate (z. B. Forrum citricum), welche mit Eiweiss unlösliche Verbindungennicht eingehen.

Während der letzten 15 Jahre ist man zu der Anschauung gekommen, dass dieEisenverbindungen, bevor sie zur Resorption gelangen können, in Eisenalbuminatverbin-dungen umgewandelt worden sein müssen. Um dem Organismus diese Arbeit abzunehmen,hat man Albuminate, Peptonate und ähnliche Verbindungen des Eisens therapeutisch an-gewendet. Und neuerdings ist man, von der Erwägung ausgehend, dass der Blutfarbstoffdas am günstigsten resorbirbare Eisenpräparat sein müsse, zur Bevorzugung der Blut-eisenpräparate gelangt.

Metallisches Eisen (als Ferrum pulveratum oder Ferrum reductum) gilt zur Zeit als einewenig empfehlenswerthe Form, erstlich deswegen, weil das bei seiner Auflösung entstehendeWasserstoffgas Blähungen verursacht, ferner aber auch deswegen, weil zunächst Ferrosalzegebildet werden, welche Sauerstoff absorbiren und dadurch angeblich den Magen belästigen.Die nämliche unerwünschte Wirkung kommt natürlich den Eisenoxydulsalzen an sich zu.

Sauer reagirende gelöste Eisenverbindungen in die Mundhöhle eingeführt, wirkenauflösend auf die Zahnsubstanz und gehen mit Bostandtheilen des Speichels unlöslicheVerbindungen ein, welche sich in schwärzlicher Substanz auf den Zähnen ablagern. Nichtsauer reagirende Eisenlösungen bewirken diesen Uebelstand bei normal alkalisch reagiren-dem Speichel nicht.

Anwendung. Die Anwendung des Eisens ist in allen den Fällen angezeigt, inwelchen der Eisengehalt des Blutes (die rothen Blutkörperchen) gemindert ist. Dahergelten Eisenpräparate als Heilmittel bei Bleichsucht, nach Säfte- und Blutverlust, anä-mischen Zuständen, Veitstanz, Körperschwäche, Gliederzittern, Migräne, Facialschmerz,Krämpfen, Hysterie, Schleimflüssen jeder Art, übermässigen Schweissen, ferner bei allenKrankheiten, zu deren Heilung eine kräftige Blutbereitung gefordert ist, wie bei Krebs,allen kachektischen Zuständen, Skropheln, Rhachitis etc. Kontraindicirt ist der Eisen-gebrauch (ausgenommen in sehr geringen Gaben) bei allgemeiner Vollblütigkeit, entzünd-lichen, fieberhaften und gastrischen Leiden.

Kitte mit Eisenfeile und Eisenpulver. Rostkitt, Eisenkitt (für eiserneRöhren, Gerätschaften) ist 1) ein Gemisch aus 100 Th. feinen Eisenfeilspänen und 12 Th.Salmiak oder 2) aus 60 Th. Eisenpulver, 2 Th. Salmiak, 1 Th. Schwefelblumen undder nöthigen Menge Wasser oder 3) aus Eisenpulver mit Essig angerührt oder4) aus 200 Th. Eisenfeile, 150 Th. Eisenpulver, 4 Th. Salmiak, 1 Th. Gips, S Th. Schwefel-blumen und 2 Th. Kalkcement. Diese Mischung wird mit Essig zum Brei angerührt undsofort verbraucht oder 5) zum Einkitten eiserner Theile in Eisen: 30 Th. frisch ge-brannter Gips, 10 Th. Eisenfeile und 1 Th. Graphit werden gemischt und zum Gebrauchmit Essig zum Breie angerührt. Er ist sofort anzuwenden. 6) Kitt für luftdichteOfenthüren aus 5 Th. feiner Eisenfeile, 1 weissem Bolus mit Essig angerührt, oder aus120 Th. Eisenfeile, 2 Th. Salmiak, 8 Th. Feldspathpulver (oder Kalkcement), 1 Th. Schwefel-blumen mit Wasser angerührt.

Beck's Stahlhärte-Substanz. Besteht aus einer Salbe und einem Salzgemisch.A) Die Salbe: Colophonii 50,0, Terebinthinae 40,0, Olei Lini 10,0. B) Das Salzgemisch:Ammonii chlorati 65,0, Kalii sulfurici 6,6, Kalii nitrici 13,0, Natrii nitrici 4,0, Asae foe-tidae 11,0 (B. Fischer).

Lictak's Schweiss- und Löthpulver für Eisen und Stahl. 100 Th. Eisenfeile,50 Th. Borax, 5 Th. Kopaivabalsam und 7,5 Th. Salmiak werden gemischt, geglüht undin ein feines Pulver verwandelt. Zur Anwendung werden die Schweissflächen mit demPulver bestreut, rothglühend gemacht und in gewöhnlicher Weise die Schweissung aus-geführt.

Yerquecksilberung des Eisens. Das mit stark verdünnter Salzsäure gereinigte,in eine mit Salzsäure versetzte, stark verdünnte Ouprisulfatlösung auf eine Minute ein-getauchte, dann abgeriebene und abgewaschene Eisen wird alsbald in eine mit etwas Salz-säure versetzte Sublimatlösung eingetaucht (Reiksch).