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Ferrum.
Wasserstoffgases bis auf einen unbedeutenden und leichten, kohligen Rückstand löslich ist.Von Wasser wird es wegen anhaftender Luftbläschen mir unvollständig benetzt. BeimGlühen an der Luft verglimmt es zu rothem Eisenoxyd, welchem sich mit Essigsäurefremde Metalle entziehen lassen.
Das Eisenpulver besteht nicht aus chemisch reinem Eisen, es enthält grössere oderkleinere Mengen Kohlenstoff (Graphit), Schwefel, Arsen, Phosphor, Silicium, Sand, oft auchMangan, Kupfer, Blei. Verfälschungen sind Graphit, Sand, Hammerschlag.
Das aus rohem Gusseisen hergestellte Eisenpulver hat eine schwarzgraue Farbe undist mit Kohle, Schwefel, Arsen, Phosphor, Silicium und Mangan reichlich verunreinigt.Die Pharmakopoen fordern ein von Zink, Kupfer und Blei völlig reines Eisenpulver.Schwefel und Arsen dürfen darin nur in sehr geringen Spuren enthalten sein. Demnachdarf das aus rohem Gusseisen hergestellte Eisenpulver nicht in den Gehrauch gezogenwerden, und ist ein dunkel- oder schwarzgraues Eisenpulver zurückzuweisen.
Prüfung. Diese richtet sich gegen einen Gehalt von Schwefel, Arsen, sowiefremden Metallen und auf die Bestimmung des Eisengehaltes. 1) Wird 1 g Eisenpulvermit 20 ccm verdünnter Schwefelsäure (Helv.) oder mit einer Mischung aus 15 ccm Wasserund 10 ccm Salzsäure von 1,123 sp. G. (Germ.) Übergossen, so soll das entweichende Gaseinen mit Bleiacetat getränkten Papierstreifen innerhalb 5 Sekunden nicht mehr als bräun-lich färben. Da jedes technische Eisen unter diesen Bedingungen Schwefelwasserstoff-entwicklung giebt, so wird es sich nur darum handeln, ein nicht zu stark schwefelhaltigesEisenpulver auszuwählen. Man wird also dem Eisenpulver den Vorzug zu geben haben,welches unter sonst gleichen Bedingungen eine nur leichte Bräunung des Bleipapiersverursacht. 2) Wird ein Theil der sub 1 erhaltenen salzsauren oder schwefelsauren Lösungmit Schwefelwasserstoffwasser überschichtet, so darf sich an der Berührungsstelle einedunkle Zone (Blei, Kupfer) nicht zeigen. 3) Ein anderer Theil der sub 1 erhaltenen salz-sauren oder schwefelsauren Lösung wird mit starker Salpetersäure vollständig oxydirtund diese Lösung in zwei Hälften getheilt. a) Wird die eine Hälfte mit Natronlaugeübersättigt, so darf das Filtrat durch Schwefelwasserstoffwasser nicht weiss getrübt werden(Zink), b) Wird die andere Hälfte mit Ammoniakflüssigkeit übersättigt, so darf dasFiltrat nicht bläulich gefärbt erscheinen (Kupfer). 4) Ein Gemisch aus 0,2 g gepulvertemEisen und 0,2 g Kaliumehlorat werde in einem geräumigen Probirrohre mit 2 ccm Salz-säure Übergossen, und die Mischung, nachdem die Einwirkung beendet ist, bis zur Ent-fernung des freien Chlors erwärmt. Wird alsdann 1 ccm des Filtrats mit 3 ccm Zinn-chlorürlösung versetzt, so darf innerhalb einer Stunde eine braune Färbung nicht eintreten.Diese Prüfung würde durch das Auftreten einer braunen Färbung oder eines braunenNiederschlages die Anwesenheit grösserer Mengen von Arsen, als zuzulassen sind, anzeigen.Kleine Mengen von Arsen sind nahezu in jedem Eisenpulver enthalten. Ihr Nachweisgeschieht am schärfsten durch den MAKsn'schen Apparat. 5) Bestimmung des Eisen-gehaltes. Germ, und Helv. schreiben für das Eisenpulver einen Gehalt von 98 Proc.metallischem Eisen vor.
Germ, lässt die Bestimmung auf jodometrischem Wege ausführen. 1 g gepulvertesEisen werde in etwa 50 ccm verdünnter Schwefelsäure gelöst, und diese Lösung auf100 ccm verdünnt. 10 ccm der verdünnten Lösung werden mit Kaliumpermanganat(5 = 1000) bis zur schwachen bleibenden Röthung versetzt; nach eingetretener Entfärbung,welche nöthigenfalls durch einige Tropfen Weingeist veranlasst werden kann, werde 1 gKaliumjodid zugegeben und die Mischung eine Stunde lang bei gewöhnlicher Wärme imgeschlossenen Gefässe stehen gelassen; es müssen alsdann zur Bindung des ausgeschiedenenJods mindestens 17,5 ccm der Zehntel-Normal-Natriumthiosulfatlösung verbraucht werden.
Helv. 0,1 g Eisenpulver, bei Luftabschluss in 15 ccm verdünnter Schwefelsäuregelöst, soll so viel Kaliumpermanganatlösung bis zum Eintreten einer röthliclien Färbungerfordern, als zur Oxydation von 1,75 ccm Normal-Oxalsäure erforderlich ist.
Ueber die Einzelheiten beider Bestimmungen s. S. 1088.
III. Ferrum reduetum (Austr. Germ. Helv.). Fer reduit par l'hydrogene (Gall.).Ferrum redactum (Brit). Ferrum reduetum (U-St). Ferrum Hydrogenio reduetum.Keducirtes Eisen. Reduced irou. (Fer de (Juevenne.)