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1 (1900)
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Erythrophloeum.

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Wasser aus, fällt die konc. Lösung mit Alkohol, löst den Niederschlag nochmals in Wasser,entfärbt mit Thierkokle und lässt krystallisiren.

Quadratische Prismen von süssem Geschmack, sehr leicht löslich in Wasser, weniglöslich in Alkohol, unlöslich in Aether. Sie schmelzen hei 126° C. und sieden unter theil-weiser Zersetzung bei etwa 830° C. Spec. Gew. = 1,451. Die Lösungen sind optischinaktiv. Mit Hefe nicht vergährbar. Wird therapeutisch nicht verwendet.

f Erythritlim tetranitricum. Erythrolnm tetranitricum. Nitro-Erythrit.Nitro-Erythromannit. Erythrolnitrat. C 4 H 6 (N0 8 ) 4 . Mol. Gew. = 302.

Zur Darstellung trägt man Erythrit in abgekühlte (!) ranchende Salpetersäureein. Nachdem Auflösung erfolgt ist, lässt man kurze Zeit stehen und setzt zur Lösungein gleiches Volumen konc. Schwefelsäure, wodurch die Verbindung ausgefällt wird. Mankrystallisirt sie aus siedendem Wasser oder ans Alkohol um. Aus Alkohol krystallisirenfarblose, grosse Krystallblätter, unlöslich in kaltem Wasser, löslich in siedendem Wasserund in Alkohol. Schmelzpunkt 61° C. Sie explodiren durch Druck und Schlag, daher Vor-sicht. Ihrer Konstitution nach ist die Verbindung ein Salpetersäureester des Erythrits,Erythroltetranitrat".

Man giebt das Präparat bei Angina pectoris, Asthma, Herzkrankheiten, chronischerNierenentzündung in alkoholischer Lösung (1 : CO) und zwar in Gaben von 0,030,06 g.Vorsichtig aufzubewahren.

Erythrophloeum.

Gattung der Caesalpiniaceae Dimorphandrae.

I. Erythrophloeum gilineense P. Don. Red-water-tree, Mancöne, Bou-vane des floupes. Heimisch in Sierra Leone. Verwendung findet die Rinde: CortexErythrophloei. Mancöne-, Tali-, Sassy-Rinde. Casca bark, Saxon bark,Boom bark.

Beschreibung. Etwa 1 cm dicke Stücke, aussen matt zimmtbraun, unregel-mässig längsrissig und quergerunzclt, innen schwärzlich. Auf dem Querschnitt erkenntman in der dunkelbraunen Grundmasse kleine, heller gefärbte Punkte, die gegen dieInnenrinde durch eine ebenfalls heller gefärbte Zone abgegrenzt werden. In der Innen-rinde die Punkte besonders zahlreich und gross. Die hellen Punkte werden gebildet vonGruppen stark verdickter poröser Steinzellen, ausser diesen in der Innenrinde vereinzelteFasern. In einzelneu Zellen grosse Oxalatkrystalle. Der Weichbast ist aus Parenchym undzusammengefallenen Siebröhren geschichtet. Die Markstrahlen 12 Zellreihen breit. ImParenchym Stärke und rothbrauner Inhalt, der mit koncentrirter Schwefelsäure schönloth wird.

Hestanütheile. Ein Alkaloid ErythTophloein C 20 H 2 ,N 3 0 2 (?), bildet einen dickenhellen Sirup, auch die Salze sollen nur in Sirupform erhalten werden. Schwefelsäure löstmit gelber Farbe, später wird die Lösung am Rande rosa und grün. Fköhde's Reagenslöst mit grüner Farbe, mit Schwefelsäure und Kaliumpermanganat wird es vorübergehendviolett. Leicht löslich in Alkohol und Essigäther, wenig in Aether und Chloroform. BeimKochen mit Säuren und Alkalien liefert es stickstofffreie Erythrophloelnsäure und Man-conin, einen dem Pyridin ähnlichen Körper.

Anwendung. In der Heimath der Pflanze dient die Rinde als Gifttrank beiGottesurtheilen, wahrscheinlich auch als Pfeilgift. Bei uns als lokales Anästheticum an-gewendet; nach anderer Ansicht soll die Wirkung eine lähmende sein. Das Alkaloid istein Herzgift, es zeigt Digitalinwirkung, sie erinnert aber auch an die des Pikrotoxins. Diegeringe Aufnahme, die das Alkaloid gefunden hat, ist mit darauf zu schieben, dasszweifellos verschiedene Rinden auf Erythrophloe'in verarbeitet werden. Ein später in denHandel gekommenes Erythrophloe'in. hydrochloric. ist ein hellgelbes, amorphes Salz,

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