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Fig. 235.Querschnitt durch das Curcumarhizom.
schnitten. Beide Sorten sind innen wachsglänzend, rothgelb, auf dem geglätteten Quer-schnitt punktirt, die Kinde vom Centralcylinder durch eine dunkle Linie getrennt.
Der Querschnitt lässt unter dem Mikroskop die Epidermis erkennen, die einzelligeHaare und Spaltöffnungen hat, innerhalb derselben einige Schichten Parenchym, derenWände verkorkt sind, und dann den Kork, 5—10 Zellreihen stark. Das dann folgendeParenchym enthält reichlich Stärkemehl, welches, da die Droge gebrüht wurde, ver-kleistert ist. Wo die Stärkekörnchen zu erkennen sind, sind sie 15—45 ,« gross, scheiben-förmig, im Umriss sackartig, rhombisch, mit dem Kern im verschmälerten Ende. Zahl-reiche Zellen der Parenchyms sind zu Sekretzellen umgewandelt, die Farbstoff und äthe-risches Oel enthalten, in der Droge aber häufig leer sind, da der Inhalt in das Parenchymausgetreten ist. Ausserdem im Parenchymhier und da kleine Krystalle von Calcium-oxalat. Die „Rinde" ist vom Gefässcylinderdurch die Endodermis getrennt, derenZellen tangential gestreckt und verkorktsind. Die Gefässbündel sind kollateralmit einigen Abweichungen.
Im Pulver fallen die durch Cur-curnin gelbgefärbten Ballen verkleisterterStärke aus dem Parenchym besonders auf.Geschmack feurig gewürzhaft, etwas bitter.
JBestandtheile. 1 / 3 — '/, Proc.Curcumin (vergl. unten), Fett, 5,0 bis5,5 Proc. ätherisches Oel, 7,9 Asche.
Das ätherische Oel (Oleum Cur-cumae) ist orangegelb, etwas fluorescirend,spec. Gew. 0,942. Löst sich in '/a—1 Vol. Alkohol (90 proc.) klar auf, weiterer Zusatzvon Alkohol trübt dieLösung. Es enthält einen AlkoholTurmerol C I0 H„ s O undPhellandren.
Anwendung. Früher als Magenmittel und bei Gelbsucht („similia similibus") an-gewendet, dient Kurkuma jetzt nur noch als Färbemittel, seltener als Gewürz. Man be-nutzt zum Gelbfärben weingeistiger Flüssigkeiten die Tinktur, für Oele und Salben dasweingeistige Extrakt. In Indien wird die Droge reichlich als Gewürz benutzt, sie ist einBestandtheil des zum Würzen des Reis benutzten Currypulvers.
Das Kurkumapulver des Handels ist mikroskopisch auf fremde Stärkemehle (S. 297)und durch die Aschebestimmung auf mineralische Verfälschungen zu untersuchen.
Aufbewahrung. Vor Licht und Ammoniakdämpfen geschützt. (Das Gleiche giltfür alle Kurkumapräparate.)
Das Kurkumapulver findet häufig Verwendung zum Verfälschen anderer gelberPulver, z. B. Crocus, Rhabarber. Die Auffindung dieser Verfälschung wird durch denNachweis des Curcumins sehr erleichtert.
Tinctura Curcuuiae. Kurkumatinktur. Turmeric Tincture. a. ZumFärben. 1 Th. grob gepulverte Kurkuma zieht man mit 5 Th. Weingeist (90 proc.)aus. b. Zur Bereitung von Kurkumapapier. U-St. Kurkuma (grob gepulvertund von dem feinen Staube durch Absieben befreit) wäscht man so lange mit kleinenMengen destillirten Wassers aus, als dieses noch gefärbt abläuft. Man trocknet den Rück-stand im Dunkeln aus, digerirt ihn dann mit seinem 6 fachen Gewicht Weingeist (91 proc.)und filtrirt.
Nach Dieterich wird diese Tinktur mit der zehnfachen Menge verdünnten Wein-geists (4 Alkohol, 5 Wasser) vermischt und giebt dann ein Reagenspapier von hoherEmpfindlichkeit.
Extractum Curcumae spirituosum. Mittelfein gepulverte Kurkuma erschöpft manim Perkolator mit Weingeist und verdunstet den Auszug zu einem dünnen Extrakt.