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1 (1900)
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Curcuma.

Man hat es empfohlen bei Tetanus, Hydrophobie, als Gegengift bei Strychnin-vergiftungen, bei Epilepsie etc., doch ist die Verwendung eine geringe geblieben, da dieWirkung bei der verschiedenen Beschaffenheit eine zu unsichere ist. Der Arzt hat daherbei der Dosirung sehr grosso Vorsicht anzuwenden. Zu subkutanen Injektionen ver-wendet man eine 1 proc. wässerige Lösung ev. unter Zusatz von etwas Glyceriu. DieLösungen sind zu filtriren. Die innere Darreichung ist zwecklos, doch normirt Ergänzb.die höchste Einzelgabe auf 0,02 g, die grösste Tagesgabe auf 0,06. Man benutzt dasCurare in den physiologischen Laboratorien, umThiere für Vivisektionen gefühllos zu macheu.

-j-f Curarin. Curarinum. Die früher unter diesem Namen hergestellten Stoffe warenunrein, Gemenge und von sehr wechselnder Beschaffenheit, je nach der Methode der Dar-stellung und der Curaresorte von der man ausgegangen war. Ein .gegenwärtig vonE. Merck: in den Handel gebrachtes Curarin, frei von Curin, nach Böhm, soll die mitder oben angegebenen nicht übereinstimmende Zusammensetzung C 18 H 35 N (?) haben. Esbildet ein zerfliesslieb.es, braunes, in Wasser und Alkohol lösliches Pulver. Dosit, für dieInjektion 0,0010,005.

Curcuma.

Gattung der Zingiberaceae Hedychieae.

I. CurClima longa L. Heimisch in Südasien, aber im wilden Zustande nicht be-kannt, kultivirt in Indien, China, im Archipel, Afrika und Westindien.

Verwendung findet das Rhizom: Rhizoma Curcuinae (Ergänzb.). Radix Cur-cumae. Kurkuma. Gelber Ingber. Gelb- oder Gilbwurzel. Gelbsuchtwurzel.Gurkemey. Turmerikwurzel. Curcuma long et roud (Gall.). Souchet des Indes.Turmeric.

Beschreibung. Die Pflanze hatein rundlich-birnenförmiges Rhizom mitkurzen, ringsumlaufenden, manschetten-förmigen Niederblättern, aus derenAchseln sich schief nach abwärts gerich-tete Rhizomzweige entwickeln, die eben-falls Niederblätter tragen, aus derenAchsel sich wieder Zweige entwickelnkönnen. Diese aus dem Rhizom ent-stehenden Zweige entwickeln sich zu-weilen weiter, indem an der Spitze einesZweiges eine Knospe zur Entwicklunggelangt. Gewöhnlich geschieht aber dieWeiterentwicklung der Pflanzen durchein ebenfalls knolliges Rhizom, das mitdem ersten zunächst durch einen kurzenAst vereinigt bleibt. Vom Rhizom undseinen Aesten entspringen Wurzeln, die,zuweilen anschwellend, zu Reservestoffbehältern werden können.

Man unterscheidet im Handel zwei Formen der Droge: 1) Curcuma louga, vonden Rhizomzweigen gebildet, etwa fingerlang, 812 mm dick, runzelig, undeutlich ge-ringelt, einfach oder mit kurzen Aesten, oder mit den Narben, wo diese abgebrochen sind.Die gegenwärtig am meisten vorkommende Sorte (Fig. 234 C. IX 2) Curcuma rotunda (frühervon einer anderen Pflanze abgeleitet), die Rhizome, die noch nicht geblüht haben; sie sindei- oder birnenförmig, bis 40 mm lang, bis 30 mm dick, ebenfalls quergeringelt, mit Narbenund Resten der Wurzeln (Fig. 234 Cr.). Oft, um das Trocknen zu erleichtern, zer-

Fig. 234.Langes und rundos Cui'cumarhizom.