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1 (1900)
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1005
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Curare. 1005

Curare.

ff Curare (Ergänzt).). Curara. Urari. Yenenum Americanum. Curare.Pfeilgift. Ticnnas-Gift. Curare. Ourari. Wourali. Woorara (Gall.).

Curare ist ein seit dem Ende des 16. Jahrhunderts in Europa bekanntes Pfeilgiftder Indianer im nördlichen und östlichen Theile Südamerikas. Von den zahlreichen, theil-weise unbekannten oder wenig- bekannten Bestandteilen, die auch lokal verschieden sind,sind die wichtigsten eine Anzahl Strychnos-Arten, und zwar verwendet man StryChnOS

Castelnaea Weddel am oberen Amazonas, Strychnos Crevauxii G. Planchon in

Cayenne, StrychnOS toxifera Benth. zwischen Orinoko und Essequibo bis zum Rionegro und StrychnOS Gllbleri G. Planchon neben dem soeben genannten in Britisch-Guyana. Das Curare kommt in Bambusröhren, Calebassen und Töpfen in den Handel-und wie wir aus den Arbeiten Böhms wissen, sind diese Sorten auch nach den Bestand-theilen verschieden:

1) Curare in Bauibusröhren, Tubocurare. Es wird angeblich am Amazonas ge-macht und gelangt über Para in den Handel (daher Paracurare). Es enthält an Alka-loiden: Curin C 18 H 1S) N0 3 , glänzende vierseitige Prismen, Schmelzpunkt 161° C, mit Vana-dinschwefelsäure wird es schwarz, dann am Bande dunkelblau, endlich hellzwiebelroth,Metaphosphorsäure giebt eine starke weisse Fällung. Tubocurarin C 19 H 21 N0 4 , hellröth-lich-gelb, amorph, mit Vanadinschwefelsäure wird es schwarz, nach einigen Minuten zwiebel-roth, giebt mit Metaphosphorsäure einen gelblich-weissen Niederschlag. Im Curare enthalteneKrystalle sind Quercit. Curin bewirkt bei Warmblütern Abnahme des Blutdruckesund führt zur Herzlähmung', Tubocurarin ist ein Gift der Nervenendigungen und bewirktallgemeine Gefässlähmung.

2) Caleuassencurare. Der wichtigste seiner Bestandtheile ist Strychnos toxi-fera Benth. Es enthält an Alkaloiden Curarin C 1; ,H 26 N 2 0; mit Vanadinschwefelsäurewird es dunkelveilchenblau, beim Unterschichten der verdünnten, wässerigen Lösung desChlorids mit koncentrirter Schwefelsäure entsteht an der Berührungsfläche eine purpur-violette Färbung, Salpetersäure färbt vorübergehend blutroth, Metaphosphorsäure erzeugterst nach längerer Zeit einen schwachen, flockigen Niederschlag. Ferner enthält es einendem Curin ähnlichen Bestandtheil. Das Curarin wirkt lähmend.

3) Topfcurare. Als wichtigster seiner Bestandtheile ist Strychnos CastelnaeaWeddel anzunehmen. Es enthält an Alkaloiden: Protoeurin C 20 H 23 NO 3 , dasselbe giebtmit Metaphosphorsäure eine sehr voluminöse, weisse Fällung, Protocuridin C, 9 B 21 N0 3 , kry-stallisirt in Form farbloser, prismatischer Krystalle, Schmelzpunkt 274276° C, giebt mitMetaphosphorsäure eine starke, weisse Fällung, Protocurarin C 19 H 25 N0. 2 , mit kone.Schwefelsäure und Kaliumbichromat wird es violett, mit Vanadinschwefelsäure rothviolett,mit Salpetersäure kirschroth, Metaphosphorsäure bewirkt eine voluminöse gelbe Fällung.Protoeurin wirkt deutlich, aber schwach lähmend, Protocuridin ist ungiftig, Proto-curarin wirkt wie Curarin, aber heftiger.

Die Curare sind mehr oder weniger braune, harte (in den Gefässen zuweilennoch weiche) Extrakte, die sich in Wasser und Alkohol unvollständig lösen und in derwässerigen Lösung mit Alkaloidreagenticn deutliche Fällungen erzeugen.

Aufbewahrung. Sehr vorsichtig und in dicht verschlossenen Gläsern. Trockenaufbewahrt hält sich Curare unverändert; dagegen sind wässerige Lösungen nicht haltbar.

Wirkung und Amuendung. Curare wirkt nur, wenn es direkt in das Blutgelangt, also subkutan, dagegen nicht vom Magen aus, was darin seinen Grund hat, dasses langsam resorbirt und sehr schnell wieder ausgeschieden wird. Die Wirkung ist einelähmende, aber wie aus dem Vorstehenden hervorgeht, eine bei den einzelnen Sorten quali-tativ und quantitativ verschiedene. Der Tod tritt ein durch Erstickung. Als Gegengiftwird Coffein empfohlen.