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1 (1900)
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Boldo.

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Man verwendet sie als Pulver zu 0,5—1,0 oder in Pillen, 3—4mal täglich. Im Dekokt5.0-10,0:150,0 dreimal täglich ein Esslöffel voll.

Verwechslung. Andere Arten, mit denen man sie verwechseln könnte, wie-rhyllodrornia germanica Westwood undEctobia lapponica Serv. sind nur halbs ° gross, die in Europa selten vorkommende amerikanische Periplaneta americanawrrd bis _ 32 mm lang.

Tinctura Blattae orientalis. Liquor antihydropicus. Blattatinktur. Scha-bentinktur. Schabenpulver 1 Th. wird mit Weingeist (90 proc.) 5 Th. ausgezogen.

Sclnvabenpulver. Da diese lichtscheuen Insekten sich mit Vorliebe in Küchen undWohnräumen in den Fugen der Herde und Oefen aufhalten, so sind zu ihrer "Vertilgunggiltige Mittel selbstverständlich ausgeschlossen. Ganz besonders sollte vor der Anwendung^ss gefährlichen Schweinfurter Grün (Kupferarseniat) gewarnt werden, wenn dasselbe zudiesem Zwecke in der Apotheke verlangt wird.

Man breitet Mischungen aus Borax und Weizenmehl, noch besser aus Borax undnsektenpulver, auf flachen Tellern aus und stellt diese auf; oder man formt daraus einen^■ ei g und streicht denselben in die Eugen der Oefen. Benzin und Schwefelkohlenstoff sindihrer Feuergefährlichkeit wegen nur mit grosser Vorsicht anzuwenden.

Boldo.

PeumUS BoldllS Molina (syn. Boldoa fragrans Jussieu), Familie der Moni-•»laceae, heimisch auf trockenen, sonnigen Hügeln in Chile, liefert die Boldoblätter,

°lia Boldo seil Boldu, Folia boldoa, Folia Ruiziae fragrantis, Feuilles de Boldo

(Gall.).

Heschreibung. Sie sind 4—8 cm lang, gestielt, eiförmig, ganzrandig, am Bande^gerollt, diek, steif, sehr zerbrechlich, unterseits mit deutlieh hervortretenden, oberseits*■ eingesunkenen Nerven, von zahlreichen Knötchen rauh, mit Büschelhaaren.

Die Epidermen beiderseits mit deutlicher Cuticula, unter der Epidermis der Ober-ste ein schleimführendes Hypoderm, darunter die Palissadenschicht, im Mesophyll grosseelzellen. Spaltöffnungen nur auf der Unterseite.

Geruch und Geschmack kampferartig aromatisch.

Hestancttheüe. 2 Proc. ätherisches Oel, vom spec. Gew. 0,914—0,945, dastischen 170 und 250° C. siedet, ein Alkaloid Boldin zu 0,1 Proc, ein Glykosid Boldo-ghicin C 30 H 32 O 8 zu 0,3 Proc, ferner Zucker, Citronensäure, Gerbstoff, Gummi und10 Proc Asche".

Anwendung. Die seit 30 Jahren nach Europa gelangenden Blätter werden gegeneberkrankheiten und Gallensteine, auch gegen Rheuma, Gonorrhoe und Dyspepsie empfohlen.

Man

giebt sie in weingeistigem Auszuge oder als Elixir in Gaben von 1—5 g. Das aus

die

ej a ätherischen Oele durch fraktionirte Destillation gewonnene Boldol wird zu 5 bisTropfen mehrmals täglich bei Tripper empfohlen und soll frei von störenden Neben-Wkungen sein. In ihrer Heimath sind sie ein Küchengewürz.

. Neben den Blättern verwendet man in Chile die gerbstoffreiche Rinde, die man fürwirksamer hält. Technisch dient sie zum Gerben und Färben. Das Holz giebt eine ge-ratzte Kohle.

■Aufbewahrung. In gut verschlossenen Gefässen vor Lieht geschützt.R u v Ti,lct,lr » Boldo. Teinture oh Alcoole de Boldo (Gall). Aus grob gepulverten°"ioblättern 1 Th. und Alkohol (80 proc.) 5 Th. durch 10 tägige Maceration zu bereiten.Viiium Boldo (Gall.), wie Vinum Colombo zu bereiten.

Oleum foliorum Boldo. Boldoblätteröl. Die trockenen Blätter des Boldo-

a urnes geben bei der Destillation circa 2 Proc. ätherisches Oel. Boldoblätteröl ist eine

r omatisohe, nach Cymol und sehwach nach Pfefferminze riechende Flüssigkeit. Spec. Gew.

>914—0,945. Das Oel siedet zwischen 170 und 250° C. und giebt mit Eisenchlorid eine

§ r "iie Färbung. Optisch ist es schwach linksdrehend. Von den Bestandteilen des Oels

noch keiner isolirt und untersucht worden.

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