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Borax.
Borax.
Borax (Brit. Germ. Helv.). Natrium boracicum (Austr.). Borate de soude (Gall.).Sodii Boras (TJ-St.). Natrium biboracicum seu biboricum seu boricum. Natrium-subborat. Natriumbiborat. Pyroborsaures Natrium. Tetraborsaures Natrium.Bauracon. B 4 0 7 Na. 2 + 10H 2 O. Mol. Gew. = 382.
Handelssorten. Man unterscheidet im Handel 1) den prismatischen Borax,welcher als raffinirter Borax in den Preislisten aufgeführt wird und der officinelle Borax ist.Enthält 47 Proc. Kry Stallwasser. 2) Den oktaedrischen Borax mit 30,8 Proe. Krystall-wasser, welcher nur in der Technik Verwendung findet.
I. Borax, gewöhnlicher. Borax der Offlcmen. Prismatischer Borax.
Eigenschaften. Der raffinirte (officinelle oder prismatische) Borax bildet grossekrystallinische Salzstücke oder ziemlich grosse Prismen oder schiefe rhombische Säulen,farblos, durchscheinend, glänzend, ziemlich hart, auf dem Bruche flachmuschelig und glänzend.Spec. Gew. 1,7. Löslich in 17 Th. kaltem oder 0,5 Th. siedendem Wasser, auch in 4 bis5 Th. Glycerin, nicht löslich in Weingeist. Der Geschmack ist mild süsslich, kühlend,später laugenhaft. Die wässerige Lösung reagirt alkalisch und bräunt Curcumapapier.An trockener Luft verwittert er; erhitzt schmilzt er zunächst in seinem Krystallwasser,dann bläht er sich zu einer weissen, schwammigen Masse (Borax calcinatus seu ustus)auf, die schliesslich in einen farblosen Fluss übergeht und nach dem Erkalten ein farb-loses Glas darstellt (Boraxglas). Der geschmolzene Borax löst Metalloxyde unter Bildungvon Doppelsalzen auf und schützt wie ein Firniss die Metalle vor Oxydation. Man benutztihn daher in der Analyse zur Herstellung der „Boraxperlen", ferner zum Löthen derMetalle. Borax hat die Eigenschaft, Schleime, z. B. diejenigen des arabischen Gummi unddes Salep zu verdicken und starr zu machen. Zusatz von Zucker hebt diese Eigenschaftauf. Er macht ferner Harze und harzartige Stoffe (z. B. Schellack) in Wasser löslich,verseift Fette, löst Eiweissstoffe, Harnsäure, Salicylsäure etc.). Lösungen des Borax inGlycerin zeigen gegen gewisse Indikatoren saure Reaktion (s. unten). Lösungen von Boraxmit Salicylsäure oder Natriumsalicylat schmecken bitter.
100 Th. Wasser lösen von dem krystallisirten Borax B 4 0 7 Na 2 -|-10H 2 O nachPoggiale:
bei 0° 10° 20° 30° 40° 50° 60° 70° 80° 90° 100° C.
2,83 4,65 7,88 11,9 17,9 27,41 40,43 57,85 76,19 119,7 201,4
Er färbt die nicht leuchtende Flamme gelb, nach dem Befeuchten mit Schwefelsäuregrün. Uebergiesst man 0,5 g Borax mit 2—3 com verdünnter Schwefelsäure, 10—20 ccmWeingeist und entzündet die Mischung, so zeigt die Weingeistflamme grüne Bänder. —Die wässerige Lösung reagirt alkalisch. Bringt man die mit Salzsäure angesäuerte Lösungauf Curcumapapier, so färben sich die angefeuchteten Stellen, besonders beim Trocknen,rothbraun. Werden diese Stellen alsdann mit Ammoniakflüssigkeit betupft, so nehmensie blauschwarze Färbung an.
Prüfling. 1) Die wässerige Lösung (1 = 50) werde weder durch Schwefelwasser-stoffwasser (Metalle, z. B. Cu, Pb, Zn), noch durch Ammoniumoxalat (Calcium) verändert.2) Beim Uebersättigen mit Salpetersäure brause sie nicht auf (Natriumkarbonat); diesesalpetersaure Lösung werde weder durch Baryumnitrat (Schwefelsäure), noch durch Silber-nitrat (Chlor) mehr als opalisirend getrübt. 3) 50 ccm der 2 proc. Lösung werden, nachdem Ansäuern mit Salzsäure, durch Kaliumferrocyanidlösung nicht sofort gebläut (Spurenvon Eisen sind zuzulassen).
Bestimmung der Borsäure. Man bereite eine Lösung von 5,0 g Borax inWasser und fülle diese zu 250 ccm auf. — 50 ccm dieser Lösung versetze man mit 3 bis4 Tropfen Dimethylamidoazobenzollösung und titrire mit ^-Normal-Salzsäure bis zur ebeneintretenden nelkenrothen Färbung. 1 ccm der ^-Normal-Salzsäure zeigt 0,0955 g BoraxB 4 O,Na 2 -fl0H 2 O oder 0,062 g Borsäure B0 3 H 3 an. — Zur Kontrole fügt man zu derobigen, mit Salzsäure auf Nelkenroth titrirten Lösung einige Tropfen Phenolphthalein-