Aurum.
sulfat, Cuprochlorid, Antimontricblorid, arsenige Säure, schweflige Säure, phosphorigeSäure u. s. w. Endlich führen auch viele organische Verbindungen, z. B. Chloralhydrat,Ameisensäure, Oxalsäure, Formaldehyd, Hydroxylamin, Phenylhydrazin u. s. w. die gleicheBeduktion herbei.
Alle Goldverbindungen geben beim Erhitzen auf Kohle vor dem Löthrohr gelbe,glänzende, dehnbare Metallkörner, beim Schmelzen mit Soda oder Borax: gelbe, glänzende,dehnbare Metallflitter.
Bestimmung. Diese erfolgt stets in der Form des metallischen Goldes. Manlallt dasselbe aus der stark salzsauren (weder freies Chlor noch Salpetersäure enthaltenden)Lösung mittels Perrochlorid oder Ferrosulfat, wäscht es mit Salzsäure, später mit Wassera us, trocknet und glüht im Porzellantiegel. Das Filter wird verascht. Aus der nicht zusauren Lösung kann die gleiche Reduktion durch Oxalsäure in der Siedehitze erfolgen.
Scheidung des Goldes aus Bruchgold etc. Für pharmaceutische Präparate istdas Gold der Dukaten, welches mit durchschnittlich 1 Proc. Silber legirt ist, hinreichendrein. Das Silber wird bei ihrer Auflösung in Königswasser als Ohlorsilber abgeschieden.Air Verwerthung von Bruchgold, das eine Legirung des Goldes mit verschiedenenMengen Silber und anderen Metallen ist, scheidet man Gold auf folgende Weise rein ab:-Nachdem das Gold, wenn nöthig, äusserlich mit Sodalösung gereinigt ist, übergiesst manes in einem Kolben mit der 4fachen Gewichtsmenge Königswasser und löst unter Digestionauf. Die Lösung wird bis zur Siriipkonsistenz abgedampft, der Bückstand in der 30fachenMenge destillirtem Wasser gelöst, filtrirt (um gegenwärtiges Silberchlorid abzusondern)und nun mit etwas Natriumsulfatlösung versetzt. Ist (von Löthungsstellen herrührend)Blei gegenwärtig, so wird dieses als Bleisulfat gefällt und durch Filtration beseitigt. DieKlare Goldlösung wird nun mit einer filtrirten Lösung aus 8 Th. reinem kryst. Ferrosulfatin 40—50 Th. Wasser und 1 Th. reiner Chlorwasserstoffsäure gemischt. Das Gold fälltallmählich als Metall in Gestalt eines braunen Pulvers nieder. Man kann auch aus der^oldlösung die Metalle mittelst Zinkmetalls ausfällen, den Niederschlag mit Salzsäure undyasser auswaschen, hierauf mit 25proc. Salpetersäure die fremden Metalle oxydiren, be-ziehentlich auflösen, das Ungelöste mit Wasser abwaschen und endlich mit Salzsäure dige-nren. Reines Gold bleibt zurück.
Goldlegirungen. Reines Gold ist ausserordentlich weich, daher der Abnutzungziemlich stark unterworfen. Es eignet sich deshalb für Münzen, Gebrauchsgegenstände u."gl. im reinen Zustande nicht. Durch Legirung mit anderen Metallen kann man ihm,ohne Beeinträchtigung der meisten anderen Eigenschaften, Härte und Widerstandsfähigkeitverleihen. Zur Herstellung von Münzen und Schmuckgegenständen legirt man es ent-weder mit Kupfer (rothe Karatirung) oder mit Silber (weisse Karatirung); die Legirungnut Silber und Kupfer heisst gemischte Karatirung.
Feingehalt. Unter dem Feingehalt einer Goldlegirung versteht man deren Gehaltan reinem Golde. Früher bezeichnete man denselben in der Weise, dass man angab,wie viel Karate Gold in einer feinen Mark (=24 Karat) enthalten sind. 14karatiges Goldenthält somit in 24 Th. = 14 Th. Gold und 10 Th. andere Metalle, d. h. es enthält58,33 Proc. reines Gold. Gegenwärtig wird der Feingehalt einer Goldlegirung in Tausend-steln angegeben, d. h. man giebt an, wie viel Milligramm reines Gold in 1 g der Legirungenthalten sind. 14karätiges Gold wird also jetzt als Gold mit einem Feingehalte von0,583 bezeichnet.
Nach dem deutschon Reichsgesetz vom 16. Juli 1884 dürfen Uhrgehäuse undGeräthe aus Gold nicht geringeren Feingehalt als 0,585 = 14 Karat (Fehlergrenze<iooo) haben. Schmucksachen dürfen mit jedem Feingehalt (Fehlergrenze 10 /iqoo) hergestelltWerden, doch muss der Feingehalt auf jedem einzelnen Stücke mittelst eines Stempelsangegeben sein. Das auf Geräthen anzubringende Stempelzeichen für Gold besteht ineiner Reichskrone, welche von einem Kreise (*) — die Sonne darstellend — umgeben ist.
Münzgold. Die deutschen Reichs-Goldmünzen sind hergestellt aus einer Legirung,welche aus 90 Proc. Gold und 10 Proc. Kupfer besteht.
Goldlotke. 1) Hartloth für 0,750-Gold besteht aus 9 Gold, 2 Silber, 1 Kupfer.
■*) Weichloth für 0,750-Gold = 12 Gold, 7 Silber, 3 Kupfer. 3) Loth für 0,666-Gold,
= 24 Gold, 10 Silber, 8 Kupfer. 4) Loth für 0,583-Gold = 3 Gold, 2 Silber, 1 Kupfer.
Goldähnlicke Legirung für Schmucksachen, Gebrauchsgegenstände (Bleifederhalter etc.)
= 2,5 Gold, 7,5 Aluminium, 90,0 Kupfer.
Goldschwamm für Zahnplomben. Werden 100 g einer lOproc. Goldchlorid-lösung mit Kaliumbikarbonat genau neutralisirt, alsdann mit einer gesättigten Lösung vonM g Kaliumbikarbonat versetzt, hierauf mit 20,8 g gepulverter Oxalsäure vermischt unddie Mischung 2 Minuten lang gekocht, so scheidet sich das Gold als schwammartige Masseau s, welche nach dem Auswaschen und sehr gelindem Glühen zu Plombirungen ver-wendet wird.
Goldamalgain, Telschow's besteht aus 4,18 Gold, 55,0 Silber und 40 Zinn; wirdmit etwa dem gleichen Gewichte Quecksilber zum Amalgam zusammengeschmolzen.Handb. d. pharm. Praxis. I. 28