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1 (1900)
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Atropinum valerianicum.

Atropinum valerianicum.

~i"\- Atropinum valerianicum (Ergänz!).). Valerianate d'Atropine (GalL). Vale-rianate of Atropine. Atropinvalerianat. Baldriansaures Atropin. C^HjjNOg.C B H 10 0 2 -f H 2 0. Mol. Gew. = 409.

Darstellung. Das Atropinvalerianat wird nur dann in Krystallen erhalten, wennman zur Darstellung möglichst wasserfreie Materialien anwendet. Man geht daher imvorliegenden Falle von der wasserfreien Valeriansäure C 5 H 10 0 2 aus, welche man bei derRektifikation als letztes Drittel des Destillates (Siedep. 175° C.) erhält (s. S. 145).

10,0 g wasserfreier Valeriansäure (s. oben) und 28,0 g reines Atropin werden ineinem porcellanenen Mörser zusammengerieben, dann in circa 20ccm absolutem Weingeistgelöst. Die Lösung wird in ein Glasgefäss mit geraden Wänden, z. B. ein Becherglas ein-getragen, welches 150 cem absoluten Aether enthält, kräftig umgerührt, anfangs einenTag mittlerer Temperatur, dann zwei Tage der Kälte (5 bis -] 5° C.) ausgesetzt, hieraufdie Krystalle in einem Trichter über einem lockeren Bäuschchen Glaswolle gesammelt undmit etwas jenes absoluten Aethers abgewaschen. Man breitet den- krystallinischen Breiauf einer Porcellamfläche aus und lässt den Aether bei möglichst niederer Temperatur aneinen völlig trocknen Orte freiwillig abdunsten.

Hatte man nicht genügend wasserfreie Materialien verwendet, so erhält man keineKrystalle, sondern eine sirupdicke Flüssigkeit.

Eigenschaften. Das Atropinvalerianat bildet hygroskopische, farblose oder nacheiniger Zeit der Aufbewahrung weisse, lockere, rhombische Krystalle oder krystallinischeKrusten, welche schwach nach Valeriansäure riechen, in einer Wärme von 20° C. erweichen,bei 42° C. schmelzen, dann in den krystallinischen Zustand nicht wieder zurückkehren undin der Wärme des siedenden Wassers ihre Valeriansäure verlieren. In Wasser und Wein-geist ist das Valerianat in jedem Verhältniss löslich, damit eine neutrale oder schwachalkalische Lösung gebend; in Aether, welcher Weingeist- und wasserfrei, ist es nur inSpuren löslich. Das Präparat enthält ruud 70 Proc. Atropin.

Aufbewahrung. Unter den direkten Giften, sehr vorsichtig, in der Ab-theilungAlkaloidia".

Anwendung. Dieses Salz ist besonders für den innerlichen Gebrauch bestimmtund als Antispasmodicum, Antineuralgicum und als Antiepilepticum gerühmt, indessen alsziemlich überflüssig angesehen. Höchste Gaben: pro dosi 0,001 g und pro die 0,003 g.

){ Atropinum jodienm. Atropinjodat. Jodsaures Atropin C 17 H 0 oN0 3 . J0 3 H.Mol. Gew. = 465. Enthält 62,1 Proc. Atropin.

Man neutralisirt 10 g Atropin in alkoholischer Lösung mit 6,1 g Jodsäure unddampft bis zum Krystallisationspunkt ein. Farblose Krystallnadeln, in Wasser und in Al-hohol löslich. Die wässerige Lösung soll sich lange keimfrei halten. Daher die 0,5 bis1,5 procentige Lösung in der Augenpraxis. Sehr vorsichtig aufzubewahren.

ff Atropinum boricum. Atropinborat. Ist keine einheitliche Verbindung. 1 Th.Atropin wird in Alkohol gelöst und mit einer Lösung von 2 Th. Borsäure in Alkohol ver-mischt, dann zur Trockne verdampft. Der Rückstand ist zu pulvern und gut zu mischen.Weisses Pulver, in Wasser löslich. Enthält 83,3 Proc. Atropin. In Augen wässern ange-wendet. Sehr vorsichtig aufzubewahren.

tt Atropinum stearinicum. Atropinstearinat. C 17 H 23 N0 3 . C 1S H 36 0 2 . Mol.Gew. = 573.

Zur Darstellung schwemmt man 5,68 g Stearinsäure (gepulverte) in 50 cem destil-lirtem Wasser auf, giebt 20 cem Kormal-Natronlauge hinzu und erwärmt bis zur Auflösung-liierauf setzt man eine Lösung von 6,76 g Atropinsulfat in 100 cem Wasser hinzu. Derentstehende Niederschlag wird ausgewaschen, getrocknet und aus Alkohol umkystallisirt.

Feine, weisse, glänzende, fettig anzufühlende Nadeln, schon bei gewöhnlicher Tem-peratur 1 : 100 in fetten Oelen löslich. Schmelzp. gegen 120° C. Der Atropingehaltist = 50,4 Proc.

tt Atropinum salicylicum. Atropinsalieylat. Salicylsaures Atropin.C 17 H 23 N0 3 : C,H 6 0 3 . Mol. Gew. = 427. Enthält 67,7 Proc. Atropin.

Zur Darstellung werden 2,9 g Atropin unter Erwärmen in 10 cem Weingeistgelöst und mit 1,38 g Salicylsäure neutralisirt. Man dampft die filtrirte Lösung zunächstim V\ asserbade ein und bringt sie zum Schluss im Wasserbad-Trockenschranke zur Trockne.