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1 (1900)
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Atropinum.

säure gelb gefällt. Jodjodkaliumlösung giebt je nach der Koncenuacion einen gelb-lieben oder röthlich-braunen Niederschlag, welcher nach einiger Zeit krystallinisch erstarrt.Unter dem Mikroskope erblickt man dann bei 80- bis lOOfacher Vergrösserung' rothbrauneprismatische Nadeln, hie und da gelblich braune Blättchen. Pikrinsäurelösimg erzeugtin nicht zu verdünnten Lösungen eine milchige Trübung, welche krystallinisch wird.Die Krystalle erscheinen unter dem Mikroskop als sehr dünne glänzende Blättchen vonwechselnder Grösse.

Charakteristisch für das Atropin ist sein salzsaures GolddoppelsalzC 17 H 23 N0 3 . HCl. AuCLj. Dasselbe entsteht durch Fällung einer salzsauren Atropinlösungmit Goldehlorid als öliger Niederschlag, welcher nach einiger Zeit krystallisirt. Es ist glanz-los und hat einen Schmelzpunkt von 135 bis 137° C. Es schmilzt jedoch in siedendem Wasser.Atropin wird nur aus (reinen) koneentrirten Salzlösungen durch Aetzalkali unddie Alkali-Karbonate weiss gefällt, durch einen Ueberschuss des Fällungsmittels aber wiedergelöst. Aetzammou fällt die koncentrirte Lösung nur unvollkommen, Ammonkarbonat undAlkalibikarbonat fällen sie nicht. Atropin löst sich in koncentrirter Schwefelsäure langsamund ohne Färbung auf, und diese Lösung wird auf Zusatz einiger Tropfen Salpetersäurenicht verändert. 0,05 bis 0,06 g Atropin mit 3 bis 4 cem einer 12- bis 15proc. Aetzkali-lauge geschüttelt, bilden eine weiss trübe Flüssigkeit, in welcher bei sanfter Erwärmung-die Atropinpartikel zu klaren ölähnlicken, ausgeprägt sphärischen Tropfen schmelzen, sichals solche an der Oberfläche der Flüssigkeit sammeln, beim Erkalten aber, ohne die Forinzu ändern, weiss und durchsichtig werden und zu Boden sinken. Endlich giebt eine ver-dünnte Atropinlösung- mit Kaliumdichromatlösung innerhalb der ersten 5 Minuten keineFällung oder Trübung.

Atropin liefert beim Behandeln mit Salpetersäure Apoatropin C 17 H. n N0 2 .

Leim Erhitzen mit Barytwasser oder koncentrirter Salzsäure zerfällt es zunächst in

Tropin und Tropasäure C 0 H ]() O 3 . Letztere geht durch Wasserabspaltung in Atropa-

säure und Isatropasäure C 9 H s 0 2 über. Beim Stehenlassen von Atropin mit rauchender

Salzsäure in der Kälte oder beim Erwärmen mit Barytwasser auf 58° C. bilden sich Tropin

,-,jt ____ ,,tt __prr prr qtj und Tropasäure und nur sehr wenig- Atropasäure.

Seiner chemischen Zusammensetzung nach istdas Atropin alsTropasäure Tropinäther"aufzufassen. Seine Konstitution ist gegenwärtig sogut wie aufgeklärt, und zwar erscheint das Atropinauch hiernach als ein naher Verwandter des Cocains.RealMonen. 1) Beim Erwärmen einer Lösung- von 0,01 g Atropin in 2,0 g konc.Schwefelsäure entwickelt sich ein intensiver Geruch nach Orangen- oder Schleedornblüthen(Prunus spinosa). Dieser Geruch tritt besonders hervor, wenn man, sobald die Lösunganfängt braun zu werden und Dämpfe entwickelt, vorsichtig die gleiche Menge Wasserhinzufügt (Guliblmo).

2) Wenn man zu der heissen Mischung (aus Atropin, Schwefelsäure und Wassersub 1) ein Körnchen einer oxydirenden Substanz, wie Kaliumpermanganat, Kaliunidichromatoder Ammoniummolybdänat hinzufügt, so entwickelt sich ein Geruch, welcher mehr anBittermandelöl als an den der Spiraea Ulmaria erinnert (Pfeiffer und Herbst).

3) Tropft man in einer Schale Kaliumchromatlösung- auf Aropin, so bilden sich beimBewegen der Schale blaugrüne Streifen. Auf Zusatz von mehr Kaliumchromatlösung ent-steht eine hellgrüne Flüssigkeit (D. Vitali).

4) Wenn man Atropin oder ein Atropinsalz mit etwas rauchender Salpetersäuretibergiesst, dann auf dem Dampfbade eintrocknet und nach dem Erkalten einen Tropfenwasserfreier weingeistiger Aetzkalilauge hinzufliessen lässt, so erfolgt violette Färbung,welche bald in Roth übergeht (D. Vitali).

Mit dieser Reaktion will Vitali noch 0,000001 g Atropinsulfat nachweisen können.Es ist hierbei zu bemerken, dass Strycbnin und Veratrin (Beckmann, Archiv, d. Pharm.1885, 482) unter gleichen Verbältnissen ebenfalls eine schön rothe Farbe geben.

N(CH 3 ) CHO-COCH

I i I

}H. 2 ------ CH ------CH, C 6 H,

Atropinforniel nach Willstädter.