Atropinum.
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Atropinum.
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Die freie Atropinbase.Darstellung.
In verschiedenen Theilen von Atropa Belladonnae L., Datum Stramonium L.,Syoscyamus niger L., Seopolia japonica und Duboisia myoporoides R. Br. finden sicheine Anzahl mydriatischer, bez. narkotischer Alkaloide. Bei der Verarbeitung der genanntenPflanzen erhielt man früher namentlich Atropin und Hyoscyamin. Es darf heute alsziemlich sieher angenommen werden, dass die genannten Pflanzen ursprünglich hauptsäch-lich Hyoscyamin führen, und dass dieses erst im Verlaufe der Verarbeitung mehr oderweniger in Atropin übergeht. Fabrikmässig wird das Atropin aus der Belladonna-Wurzelzu 0,8—0,4 Proc. gewonnen. Die Samen von Atropa Belladonna ergeben bis zu 0,33 Proc,die Blätter bis zu 0,2 Proc, die Samen des Stechapfels liefern bis zu 0,26 Proc. Atropinbez. Hyoscyamin.
(Ergänzt).). Atropin. Atropine ((Ml.). Atropina (Brit. U-St.).C l; H 23 N0 3 . Mol. Gew. =289. (Identisch mit Daturiu).
1000 Th. gepulverte Wurzel werden mit Weingeist befeuchtet undun Perkolator mit Weingeist perkolirt, bis das Perkolat 6000 Th. beträgt. Demselben setztman 50 Th. gelöschten Kalk hinzu, macerirt unter Umschütteln 24 Stunden, nimmt diealkalisehe Reaktion der Flüssigkeit mit verdünnter Schwefelsäure weg, filtrirt und ver-dunstet bis auf 150 Th. Auf der sirupdicken Flüssigkeit schwimmt das fette Oel derWurzel in Gestalt eines krystalliuischen Ueberzugos. Man vordünnt den Sirup mit 200 Th.»asser. filtrirt ihn durch ein vorher genässtes Filter und wäscht so lange nach, bis dasFiltrat ungefähr 380—400 Th. beträgt. Das Filtrat schüttelt man mit 50 Th. Chloroform(worin sich das schwefelsaure Atropin nicht löst). Das Chloroform scheidet man ab, setztder Flüssigkeit wiederum 75 Th. Chloroform, dann soviel Aetzkalilauge hinzu, bis starkalkalisehe Reaktion auftritt, und schüttelt wiederholt tüchtig um. Man lässt nun das mitAtropin beladene Chloroform absetzen. Die Chloroformschicht wird einmal mit Wassergewaschen, dann destillirt man das Chloroform aus dem Wasserbade ab. Das zurück-bleibende Atropin wird schliesslich in wasserfreiem Weingeist gelöst, mit Thierkohle ge-schüttelt und der Krystallisation überlassen. Ausbeute beträgt etwa 0,3 Proc. der getrock-neten Wurzel. (Pkoctee.)
Das so erhaltene Atropin sucht man in Krystalle zu verwandeln. Dies gelingt sehrschwer, so lange dem Atropin Wasser anhaftet. Es ist daher wesentlich, das trockeneAtropin in der 7—Stachen Menge heissen, möglichst wasserfreien Alkohols zu lösenund diese Lösung in flachen Gefässen an einem kaum lauwarmen Orte unter Abschlussvon Feuchtigkeit langsam abdunsten zu lassen. Unter diesen Umständen lässt sich dasAtropin in glänzende, gut ausgebildete, nadeiförmige Krystalle verwandeln. Aus dem sog.Wasserfreien Weingeist des Handels krystallisirt es nicht; der eingetrocknete Rückstandbildet dann, zerrieben, ein krystallinisches, meist scheinbar amorphes Pulver.
Enthält das Atropin Hyoscyamin, so kann dieses durch folgendes Verfahren inAtropin übergeführt werden: Man löst 10 Th. des Alkaloidgemiscb.es in 100Th. Weingeist,higt 1 Th. Natronlauge hinzu, mischt und lässt bei gewöhnlicher Temperatur stehen. Nachetwa 2 Stunden ist das Hyoscyamin in Atropin übergegangen, was sich daran erkennenlässt, dass die alkoholische Lösung optisch inaktiv geworden ist. Man verjagt alsdannden Alkohol durch Abdampfen bei niedriger Temperatur und wäscht das hinterbleibendeAtropin mit möglichst wenig Wasser aus.
Eigenschaften. Das reine Atropin krystallisirt in schweren, spiessigen Nadelnvom Schmelzpunkt 115,5° C. Es ist geruchlos, von widerlich bitterem, scharfem, anhal-tendem Geschmack. Es ist löslich in 300 Th. kaltem, 60 Th. heissem Wasser, sehr leichtlöslich in Weingeist, Chloroform, Toluol, Amylalkohol, weniger leicht löslich in Aether,kaum löslich in Petroläther. Wenn man es über 140° C. erhitzt, so verflüchtigt es sichunter Aufblähen und Ausstossen eigenthümlich riechender weisser Dämpfe. Bei vorsich-tigem Erhitzen lässt es sich sublimiren, beim Kochen seiner wässerigen Lösung verflüchtigtsich ein geringer Theil mit den Wasserdämpfen. Die wässerige sowohl wie die alkoho-lische Lösung des Atropins reagiren alkaliseh. Es ist optisch inaktiv. Das Atropin!St eine einsäurige Base, seine Salze krystallisiren schwierig und sind meistens in Wasserund Alkohol leicht löslich.
Atropinsalzlösungeu werden durch Gerbsäure, Kaliumquecksilberjodid. Mer-euriehlorid weiss, durch Platinchlorid gelblich weiss, durch Phosphormolybdän-