Asellus.
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Dampfthran. Die Gewinnung dieser Sorten erfolgt direkt auf den Schiffen, welchefür diesen Zweck mit besonderen Einrichtungen ausgerüstet sind: Unmittelbar nach demFange der Fische werden die Lebern herausgenommen, von den Gallenblasen und etwaigenkranken Theilen gesondert, durch Waschen mit Wasser gereinigt, zerkleinert und nun inKesseln, welche durch Dampf geheizt sind (Brit. verlangt, dass die Erhitzung nicht übero2,2° C. hinausgeht) erhitzt. Der ausfliessende Thran wird abgeschöpft, durch Absetzengeklärt, alsdann durch Ausfrieren bei —5 bis —10° C. von festen Glyceriden befreit, filtrirtund sofort in Kanister verpackt.
Um einen besonders haltbaren Thran zu gewinnen, sehliesst Peter Moelleb neuer-dings die Einwirkung der Luft während der Gewinnung des Thrans aus, indem er dasAusschmelzen im luftverdünnten Räume oder bei Gegenwart eines indifferenten Gases'Kohlensäure) vor sich gehen lässt. Es soll unter diesen Umständen eine Oxydation deruTherapinsäure und Jecoleinsäure" zu Oxyfettsäuren vermieden werden.
Handelssorten. Im Handel unterscheidet man gegenwärtig die Hauptsorten:Naturellen Thran und Dampfthran. Jede dieser Sorten wird nun je nach ihrerFärbung noch besonders bezeichnet z. B. als „Dampfthran weiss, hellblond, gelb", ferner„Natureller Thran blond, gelb, hellbraun, braun". Ausserdem aber kommt in Betracht,wie der Geschmack einer Thransorte ist, und aus diesem Grunde sollte der Apotheker stetsnach Muster kaufen und die Muster sorgfältig auf den Geschmack prüfen. Als die aufdem europäischen Kontinent bevorzugte Sorte gilt der norwegische Leberthran, andereSorten, z. B. der Neufundländer oder Labrador-Leberthran haben nur unterge-ordnete Bedeutung, sie unterscheiden sich von dem norwegischen Thrane lediglich dadurch,dass sie schon bei -)-7 bis -j-5°C. feste Eette absetzen. BASCHiN'seher Leberthran, deJoNöH'scher Leberthran sind nichts anderes als normale, aber zu hohen Preisen verkaufteSorten Leberthran.
Eigenschaften. Ein hellgelbes, eigen timmlich, aber nicht widerlich riechendesund schmeckendes Oel. Das spec. Gew. schwankt von 0,920—0,930. Es geben an: Brit.0,920—0,930, Helv. 0,926-0,931, U-St. 0,920—0,925, doch sind diese Schwankungen leichtzu erklären. Die Verseifungszahl wird zu 170—195, die Jodzahl von 123—144angegeben. Fahrion giebt neuerdings die Jodzahl bis zu 166 an.
Leberthran gehört zu den trocknenden Oelen. Bei der Elaidinprobe giebt er keineAusscheidung von festem Ela'idin; die Elaidinprobe ist hier mit Kupfer und Salpetersäureauszuführen s. Olea. Er ist ferner ein ziemlich schwer verseif bares Fett. — Unmittelbarnach der Darstellung soll der Leberthran neutral sein, d. h. freie Fettsäuren nicht ent-halten. Die im Handel befindlichen Thrane enthalten aber durchweg grössere oder ge-ringere Mengen freier Fettsäuren und zwar um so mehr, je geringere Sorgfalt bei der Be-reitung aufgewendet wurde. Bei den medicinalen Sorten sind zur Sättigung der vor-handenen freien Fettsäuren, für 1 g Leberthran = 0,5—3,0 Milligramme KOH erforderlich,bei den naturellen Sorten steigt dieser Verbrauch bis auf 6,0—28,0 Milligramme uuddarüber.
Seiner chemischen Zusammensetzung nach enthält der Leberthran etwa 70 Proc.Oelsäure-Glycerid, 25 Proc. Palmitinsäure-Glycerid, kleine Mengen Stearinsäure-Glycerid,ausserdem Glyceride niederer Fettsäuren (Essigsäure, Buttersäure, Valeriansäure, Caprin-säure). Ausserdem Cholesterin, 0,002—0,003 Proc. Jod, ausserdem Chlor, Brom, Schwefel,Phosphor, Eisen in organischer Bindung, ferner Basen: Ammoniak, Trimethylamin, Butyl-i'nrin, Amylamin, Hexylamin und als charakteristische Basen: Asellin C 26 H 31 N 4 , Morrhuin' i-jH.^X. Ausserdem werden folgende charakteristische Säuren angeführt: AsellinsäuieC i;H lr ,0,, Jecorinsäure C 1S H 30 0 2 , Morrhuinsäure C e H 18 N0 3 , Therapinsäure C 17 H a6 0 2,: "d Jecoleinsäure C 19 H 3S 0 4 .
Endlich sind eigentümliche, mit kone. Schwefelsäure sich blau färbende Farb-stoffe — Lipochrome — zugegen, welche als besonders charakteristische Bestandtheiloangesehen werden können.
Prüfung. Guter Leberthran ist hellgelb, klar und blank und schmeckt zwaraschig, aber nicht widerlich und hintennach kratzend und ranzig, anderenfalls ist er ebenHandb. d. pharm. Praxis. I. 27