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1 (1900)
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Asellus.

ranzig. Zur Sättigung der freien Fettsäuren sollen für 1 g Leberthran nicht menr als3 Milligramme Kalihydrat erforderlich sein. 1) Löst man 1 Tropfen Leberthran in20 Tropfen Schwefelkohlenstoff oder Chloroform und fügt 1 Tropfen konc. Schwefelsäurehinzu, so färbt sich die Mischung zunächst violett, dann purpurfarbig, braunroth, dunkel-braun (Reaktion des Lipochroms und Cholesterins). Tritt diese Reaktion nicht ein, so liegtüberhaupt kein Leberthran vor. 2) Man stellt etwa 15 ccm Leberthran in einem Probir-rohr in klein geschlagenes Eis: Es dürfen sich nur wenig oder gar keine festen Fette ab-scheiden. Gute norwegische Medicinal-Thrane scheiden unter diesen Umständen wenig odergar keine festen Fette ab, Labrador-Thran, neufundländischer Thran und die unten zu be-sprechenden fremden Thranartcn scheiden erheblich mehr feste Fette ab. 3) 5 g Thranwerden mit alkoholischer Natronlauge (nicht Kalilauge!) verseift; man trocknet die Seifemit kalkfreiem Sande völlig ein und extrahirt den Rückstand mit Chloroform. Nach Ab -destilliren des letzteren hinterbleibt etwa gegenwärtiges Paraffin, welches durch Be-stimmung der Verseifungszahl (s. Olea) näher zu kennzeichnen ist. Auf nicht trocknendefremde Oele (z. B. Rüböl, Specköl, Baumwollsamenöl, Olivenöl, Sesamöl etc.) würde durchdie Elaidinprobe zu prüfen sein: Man bringt in ein Probirglas je 5 com Leberthranund reine Salpetersäure (25 Proc.) sowie einige Kupferschnitzel, schüttelt gut durcheinanderund lässt stehen. Anch nach 610 Stunden dürfen sich keine festen Abscheidungen zeigen.4) Unterscheidung von fremden Thranen nach Kbemel. Pharm. Centr.-Halle 1884,337. Bringt man 1015 Tropfen Leberthran auf eine Porcellanschale und setzt 35Tropfen rauchender Salpetersäure (1,50 spee. Gew.) hinzu, so tritt bei echtem Dorsch-leberthran an der Berührungsstelle eine rothe Färbung auf, die beim Umrühren mittelsGlasstabes durch die ganze Masse in Feurigroth übergeht, um schliesslich in kurzer Zeit reincitronengelb zu werden. Bei Sejfischthran wird die Einlanfsstelle blau, beim Um-rühren der Mischung braun und erst nach 23 Stunden gelb; ähnlich verhält sich japa-nischer Thran. Robbenthran wird durch die Säure anfangs in seiner Farbe nichtbeeinflusst und erst nach längerer Zeit braun.

Aufbewahrung. Leberthran gehört zu den trocknenden Oelen. Er nimmt ausder Luft Sauerstoff auf und wird ranzig. Man bewahre ihn daher in nicht zu grossen,aber möglichst gefüllten Flaschen an einem kühlen Orte, vor Licht geschützt auf. Beziehtman ihn in Originalfässern, so lässt man diese an einem kühlen Ort 34 Wochen ablagernund zieht dann den Thran in die Standgefässe ab, welche völlig gefüllt und mit neuenKorkstopfen geschlossen werden. Man fülle niemals frischen Thran zu alten Resten. DieReinigung der Thranstandgefässe erfolgt am leichtesten mit konc. Schwefelsäure. Etwanothwendige Filtration des Thrancs beschleunige man nach Möglichkeit.

Anwendung. Die Ansicht, dass der Heilwerth des Lcberthrans auf seinem Ge-halte an Jod beruht, ist zur Zeit aufgegeben worden. Vielmehr dürfte derselbe daraufzurückzuführen sein, dass der Leberthran ein Fett ist, welches gut resorbirt und selbst vonKindern und schwächlichen Personen gut vertragen wird, ohne Durchfälle oder sonstigeStörungen zu verursachen. Die leichte Resorbirbarkeit des Leberthranes dürfte in letzterInstanz nicht auf dessen Säuregehalt zurückzuführen, sondern eine speeifische Eigenschaftdes Thranes selbst sein. Man giebt ihn bei den verschiedensten Krankheiten als ein dieErnährung des Körpers unterstützendes, daher den Kräftezustand hebendes Mittel, in derRegel morgens und abends in Mengen von 1 Theelöffel bis 2 Esslöffel. Die braunenSorten werden in den Gewerben zur Herstellung von Schmierseife, zum Einfetten desLeders (Stiefelschmiere) und in der Sämisch-Gerberei verwendet.

Sey-Thran. Seyfischthran. Oleum Jecoris Merlangi. Huile de foie deMerlan. Coal-fish oil. Das aus den Lebern des Soy-Fisches, Gadus carbonarius L{Merlangus carbonarius Ouv.) gewonnene flüssige Fett. Der blanke Sey-Thran ist hellerals der blanke Dorsch-Thran. Spec. Gew. = 0,927. Bei 0° wird der Thran steifund körnig

Hailiseh-Thran. Oleum Squali. Huile de Selaehe (ou de lloquin) Sharkoil. Wird aus den Lebern verschiedener Haie dargestellt. Hellgelbes, klares, eigenartigaber nicht widerlich riechendes, dagegen stark kratzendos Ool. Löslich in 10 Th. Alkohol,bleibt bei6° C. noch klar. Spec. Gew. sehr niedrig: 0,8700,875 bei 15° C.