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1 (1900)
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406
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Arsenum.

bis zum Erkalten 2 3 Stunden Schwefelwasserstoffgas ein und setzt das Gefäss, wohlver-stopft, 24 Stunden an einem warmen Orte zur Seite. Während dieser Zeit setzt sich beiLeichenuntersuchungen unter allen Umständen ein bräunlicher Niederschlag ab, dem manes meist nicht ohne weiteres ansehen kann, ob er arsenhaltig ist oder nicht. Man filtrirtden Niederschlag ab und wäscht ihn mit schwofelwasserstoffhaltigem "Wasser aus (leitetauch in das Filtrat nochmals Schwefelwasserstoff ein, um sicher zu sein, dass auch allesArsen ausgefällt wird), bis er frei von Chlor ist. Man bringt nun den Niederschlagsammt Filter in eine kleine (79 cm Durchmesser) Porcellanschale und trocknet ihn zu-nächst im "Wasserbade aus. Dann fügt man tropfenweise rauchende chlorfreie Salpeter-säure hinzu, bis alles befeuchtet ist, dampft im Wasserbade zur Trockne, und wiederholtdieses Befeuchten und Abdampfen nochmals. Den Rückstand feuchtet man unter Bearbeitenmit einem Glasstabe mit zuvor erwärmter Schwefelsäure gleichmässig an und erhitzt zu-nächst 28 Stunden im Wasserbade, zuletzt bei etwa 170180° C. im Luftbade, bis dieverkohlte Masse eine bröckelige Beschaffenheit annimmt und eine kleine (dem Ganzenspäter wieder zuzufügende) Probe, mit Wasser vermischt, nach dem Absetzen eine farbloseoder fast farblose Flüssigkeit liefert. Stellt der Rückstand nach dem Erhitzen auf 170 bis180° C. noch eine braunölige Flüssigkeit dar, so rührt man einige Stückchen reines Filtrir-papier darunter und setzt das Erhitzen fort, bis der gewünschte Zustand erreicht ist.Ist dieses der Fall, so erwärmt man den Rückstand mit einer Mischung von 1 Th. Salz-säure und 8 Th. Wasser im. W T asserbade, filtrirt und wäscht mit heissem, etwas Salzsäureenthaltendem Wasser aus.

A. Als Schwefelarsen. Das Filtrat 1 ) wird auf 80° 0. erwärmt und hierauf 2 bis3 Stunden bis zum Erkalten mit arsenfreiem Schwefelwasserstoff gesättigt. Man erwärmtnochmals, behandelt wiederum mit Schwefelwasserstoff und lässt im verschlossenen Gefässe24 Stunden lang an einem warmen Orte stehen. Man filtrirt hierauf durch ein gewöhn-liches Filter und wäscht mit Schwefelwasserstoffwasser aus. Den auf dem Filter befind-lichen gelben Niederschlag löst man in Ammoniumkarbonatlösung und wäscht das Filtermit Ammoniumkarbonat enthaltendem Wasser aus. Das Filtrat wird mit Salzsäure starkangesäuert, dann erwärmt man es auf 6070° 0. und leitet noch etwa 1520 Minutenarsenfreien Schwefelwasserstoff ein, filtrirt durch ein gewogenes Filter, wäscht mitSchwefelwasserstoffwasser aus und trocknet bei 100° C. [Fkesenius.] Das gewogeneAs 2 S 3 x 0,80488 ist = Arsenigsäureanhydrid As 2 0 3 .

Die vorstehend mitgetheilte Methode bietet den "Vortheil, dass man eine charak-teristische Arsenverbindung (das gelbe Arsentrisulfid) zur Wägung bringt, und dass diesesnach dem Trocknen in schön gelbem Zustande erhalten wird, selbst wenn nur kleineMengen aus grossen Mengen Organtheilen zu isoliren sind.

B. Als Magnesiumpyro arseniat. Man übergiesst das gefällte und noch feuchteArsensulfid mit arsenfreier Salzsäure, erwärmt auf dem Wasserbade und setzt unter Um-schwenken Kaliumchlorat körnchenweise solange hinzu, bis das Arsensulfid gelöst ist. Manverdünnt alsdann mit etwas Wasser, erwärmt bis zur Verjagung des Chlors, filtrirt undlässt erkalten, dann macht man mit Ammoniak ammoniakalisch, fällt unter Umrühren miteinem Ueberschuss Magnesiamixtur, setzt noch 1 I S vom Gesammtvolumen der Flüssigkeitan lOproc. Ammoniak hinzu und lässt 612 Stunden stehen. Dann filtrirt man denNiederschlag ab, wäscht ihn bis zur Chlorfreiheit mit 2,5proc. Ammoniak aus und trocknet.Schliesslich trennt man den Niederschlag möglichst vom Filter, befeuchtet dieses mit Am-moniumnitratlösung, trocknet und verbrennt das Filter in einem gewogenen RosE'schenTiegel. Hierauf bringt man den Niederschlag in den Tiegel und führt ihn durch Glühenim Sauerstoffstrome in Magnesiumpyroarseniat As 2 0 7 Mg 5 über. Das gewogene Magnesium-pyroarseniat x 0.6387 ist = Arsenigsäureanhydrid As. 2 Ö 3 .

Die Herstellung derGiftlösung" kann auch nach anderen Verfahren aus-geführt werden. Ist z. B. die Menge der vorhandenen organischen Substanz nicht zu gross,so kann man die zerkleinerten Massen mit arsenfreier Salzsäure zu einem dünnen Brei an-rühren und unter Zusatz von 510 g arsenfreiem Ferrochlorid der Destillation unterwerfen.Diese Destillation erfolgt zweckmässig aus einer tubulirten Retorte, deren Hals schrägnach oben gerichtet und unter einem stumpfen Winkel mit einem LiEBi&'schen Kühlerverbunden ist. Man destillirt etwa Vs ab und erhält, wenn die vorhandene Arsenmengenicht zu gross ist, meist das gesammte Arsen in das Destillat. Sind die Arsenmengen sehrgross, so wird der Rückstand mit einer neuen Menge Salzsäure übergössen und nach Zu-f'ügung von 35 g Ferrochlorid nochmals der Destillation unterworfen. Arsenige Säure,Arsensäure und deren Salze lassen sich so quantitativ als Arsentrichlorid in das Destillatüberführen, während die gleiche Ueberführung der Sulfide des Arsens nicht möglich ist.

*) Das Filtrat würde übrigens alle in Betracht kommenden Metalle ausser Blei,Baryum und Strontium enthalten.