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1 (1900)
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Arsenum.

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Um bei Anwesenheit geringer Arsen-mengen mit Sicherheit Arsenspiegel zu erhalten,niuss man 1) für eine hinreichend starke abernicht allzu lebhafte Wasserstoffentwickelungsorgen. 2) Das Gasgemisch muss, bevor es? -um Glühen erhitzt wird, völlig getrocknetwerden. 3) Die zu prüfende Lösung mussfrei sein von Chlor, Chlorsäure, Salpetersaure,Huecksilberverbindungen und anderen oxy-direnden Agentien. 4) Durch die Bildung vonArsenflecken lassen sich nur verhältnissmassiggrosse, durch die Bildung von Arsenspiegelnaber noch sehr kleine Mengen Arsen (z. B.ho Vbo m S) sicher nachweisen.

Dnterscheidung der Arsenfleckenund -Spiegel von Antimonflecken und

"Spiegeln. Der Nachweis des Arsens mit Fig. 118.

Hilfe des Verfahrens von Mabsh wird da-durch komplicirt, dass auch Antimonverbindungen, wenn sie dem gleichen Verfahrenunterworfen werden, ähnliche Flecken und Spiegel geben: indessen ist es glücklicherweiseMöglich, beide von einander zu unterscheiden.

Antimon.

1) Die Flecken sind matt (sammetartigi,von schwarzer Farbe. An dem der Erhit-zungsstelle zugewendeten Rande der Spiegellassen sich Kügelchen wahrnehmen.

2) Die Flecken und Spiegel werden durcheine Lösung von unterchlorigsauremNatrium')nicht verändert.

3) Die Spiegel lassen sich bei weitemschwieriger verflüchtigen.

Arsen.

1) Die Flecken sind dunkelbraun, metall-glänzend, ja spiegelnd; beim Erhitzen ver-breiten sie Knoblauchgeruch (letzteresäusserstwichtig!).

2) Die Flecken und Spiegel werden durchei ne Lösung von unterchlorigsaurem Na-trium 1 ) alsbald gelöst.

3) Werden die Spiegel im Wasserstoff-s ti'ome erhitzt, so lässt sich das Arsen leichtv °n einer Stelle zur anderen treiben.

4) Im Sauerstoff- oder Luftstrome er-hitzt, verbrennen sie zu Arsenigsäure -An-hydrid, welches sich an den kälteren Theilendes Rohres in Krystallen (Oktaeder s. S. 387)absetzt, bez. als deutlich sichtbarer weisser,speeifisch schwerer Rauch entweicht.

5) Leitet man über die Spiegel unterschwachem Erwärmen Schwefelwasscrstoff-S»s, so werden sie in gelbes ArsentrisulfidVe rwandelt, welches in Salzsäure unlöslich ist.

6) Löst man die Flecken oder Spiegel111 Salpetersäure, dampft die Lösung bis fastZ W' Trockne, bringt einen Tropfen Silber-nitratlösung hinzu und bläst behufs Neutra-lisation etwas Ammoniakdampf auf. so wirdein gelber oder röthlicher Niederschlag aus-geschieden.

Sind alle diese Reaktionen eingetreten, so kann kein Zweifel darüber existiren. dassdie vorliegenden Flecken oder Spiegel von Arsen herrühren. Man schreitet alsdann zurquantitativen Bestimmung des Arsens und zwar benutzt man hierzu die in unserem Bei-spiele noch vorhandenen 450 com Giftlösung. Ob man die gesammte Menge oder nur';' lr >en Theil davon in Arbeit nimmt, hängt davon ab, ob viel oder wenig Arsen vorhandenist, worüber man sich indessen aus dem raschen oder langsamen Auftreten der Spiegelbcz w. aus deren Stärke schon ein ungefähres Urtheil gebildet haben kann.

Bestimmung des Arsens. Wir erhitzen in unserem Beispiel den ganzen Restder vorhandenen Giftlösung (450 cem) auf dem Wasserbade bis auf etwa 80° C. und leitennunmehr bis zum Erkalten' (etwa 23 Stunden) einen Strom arsenfreien Schwefelwasser-stoffs durch die Lösung. Hierauf erhitzt man die Flüssigkeit nochmals, leitet wiederum

') Die Lösung des unterchlorigsauren Natriums darf weder freies Chlor noch freieunterchlorige Säure enthalten. Man stellt sie dar. indem man 1 Th. Chlorkalk mit 20 Th.kodalösung (1 : 10) anreibt und die Flüssigkeit filtrirt.

4) Der Spiegel wird zu nicht leicht flüch-tigem, amorphem Antimonoxyd oxydirt.

5) Die Spiegel werden beim Ueberleitenvon Schwefelwasserstoffgas unter schwachemErwärmen in rothes Antimontrisulfid ver-wandelt, welches beim stärkeren Erhitzenschwarz wird und in Salzsäure löslich ist.

6) Löst man die Flecken oder Spiegelin Salpetersäure, dampft bis fast zur Trockneein, fügt nach dem Erkalten Silbernitratzu und bläst Ammoniakdampf auf, so ent-steht in der Kälte keine Färbung, in derWärme ein schwarzer Fleck, von metallischemSilber herrührend.