Arsenum.
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lüg. 109.
Das in den Aisensulfiden enthaltene Arsen lässt sich auch leicht im einfachen (lliili-rohr durch Bildung eines Arsenspiegels nachweisen: Zu diesem Zwecke mischt man 1 Th.trockenes Arsensulfid, mit 1 Th. Kaliumcyanid und 3 Th. wasserfreiem Natriumkarbonat.Diese Mischung bringt man in den untersten, geschlossenen Theil eines schwer schmelz-baren Glasrohres von der Form, welche Fig. 109 wiedergiebt. Man wischt zunächst dennicht gefüllten Theil des Rohres sorgfäl-tig mit Piltrirpapier aus, erhitzt alsdanndas Gemisch vorsichtig nur soweit, dassjede Spur von Feuchtigkeit ausgetriebenwird und wischt nun das Rohr mit Piltrirpapier wieder trocken. Hierauf erhitzt man das Ge-misch bis zum Schmelzen und erhält es einige Zeit bei Rothgluth. Das vorhandene Schwefel-arsen wird nunmehr zu metallischem Arsen reduzirt, welches sich als glänzender Spiegel indem weiteren Theile des Glasrohres absetzt. Dieser Nachweis lässt sich noch empfindlicherwachen, wenn man den Reduktionsvorgang nach Fresenius und Babo in einem langsamenStrome von Kohlensäure vor sich gehen lässt.
VII. ff Acidum kakodylicum. Kakodylsäure. Dimethylarsensäure. As (CH 3 ) 2OoH. Mol. Gew. = 138.
Erhitzt man trockenes Kaliumacetat mit gleichen Theilen Arsenigsäureanhydrid, soerhält man ein in Wasser ziemlich unlösliches, bei 170° C. siedendes Oel von ausserordent-lich widerlichem Gerüche (CADET'sche Flüssigkeit), das wenig Kakodyl As 2 (CH 3 ) 4 und vielKakodyloxyd As 2 (CH 3 ) 4 0 enthält. Wird dieses Gemisch mit Quecksilberoxyd behandelt, sowerden beide Verbindungen zu Kakodylsäure As(CH 3 ) 2 0 2 H oxydirt.
Geruchlose, schiefrhombische Säulen, in Wasser sehr leicht löslich. Wird durchPhosphorige Säure zu Kakodyloxyd reducirt, welches durch den Geruch erkennbar ist. Ein-hasische Säure. Die Salze sind in Wasser löslich und meist amorph.
tt Natrium kakodylicum. Kakodylsaures Natrium As(CH 3 ) 2 0 2 Na= 160.Amorphes, weisses, in Wasser lösliches Pulver.
Die Kakodylsäure, welche rund 54 Proc. metallisches Arsen enthält, wurde in derletzten Zeit als Arsenpräparat bei hartnäckigen Hautkrankheiten empfohlen, ohne dass dieVersuche als abgeschlossen gelten können. Dass sie giftig ist, unterliegt keinem Zweifel,doch ist sie anscheinend weniger giftig als die arsenige Säure und die Arsensäure. Danlosgab die Säure und ihr Natriumsalz in Tagesgaben von 0,25 g innerlich und von 0,1 gsubkutan mit Erfolg bei Psoriasis.
Rp. Acidi kakodylici 2,5
Olei Menthae pip. gtt. 2
Sirapi Aurantii corticisSirupi Sacchari ää 20,0
Aquae destillatae 60,0
Täglich 4 Kaffeelöffel — 0,5 g der Kakodylsäure.Danlos gab bis zu 6 Kaffeelöffel. Eei Pso-riasis.
Ep. Katrii kakodylici 1,0Aquae destillatae 15,0.Breimal täglich 15—20 Tropfen.
Ep.
Natrii kakodylici 1,0Aquae destillatae 10,0.Zur subkutanen Injektion 1 j s — 1 j 1 Pravazspritze.
Toxikologischer Nachtveis, Bestimmung. Arsenik ist wegen seiner viel-fachen Anwendung in der Technik, wegen seiner relativen Geschmacklosigkeit, der leichtenAnwendbarkeit und der sicheren Wirkung auch heute noch dasjenige Gift, welches amhäufigsten zu Giftmorden angewendet wird. Ausserdem ist auf das Vorkommen von Arsenlu vielen Gebrauchsgegenständen etc. Rücksicht zu nehmen.
Man unterscheidet eine chronische und eine akute Arsenvergiftung. Die erstere,Welche durch länger andauernde Zuführung kleinster Arsenmengen zustande kommt, kannbier übergangen werden. Die akute Vergiftung wird durch Einführung toxischer Dosenveranlasst. Ihre Symptome sind folgende: Schmerzen im Verdauungskanal, Erbrechen,Durchfall blutiger oder reiswasserähnlicher Massen, cyanotische Verfärbung und Gedunsen-sein des Gesichtes, Kälte der Haut, Krämpfe in Händen und Waden, beschleunigter Puls,Athemnoth, Albuminurie, Hämaturie, auch Urinverhaltung. Der Tod erfolgt nach einigenStunden unter Konvulsionen, das Bewusstsein kann in den letzten Stadien aufgehoben,a ber auch erhalten sein. Das ganze Bild ähnelt demjenigen der Cholera nostras.
Welche Dosen von Arsenik und Arsenverbindungen für Menschen letal sind, istschwer zu sas^en. Es sind Fälle bekannt, in denen relativ kleine Mengen rasch zum Tode
zu sagen.
Handb. d. pharm. Praxis. 1.
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