Druckschrift 
1 (1900)
Entstehung
Seite
400
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

400

Arsenum.

spec. Gew. 3,46, oder ein gelbes, mehr oder weniger mattes Pulver, -welches, wie schonbemerkt, oft mehrere Procente Arsenigsäureanhydrid enthält. Diese Sorte darf nur zu tech-nischen Zwecken verwendet werden.

Aufbewahrung. Sehr vorsichtig, in der Reihe der Arsenikalien.

Anwendung. Das reine Schwefelarsen gilt bei innerlicher Darreichung als un-giftig, indessen dürfte diese Angabe einer näheren Prüfung wohl kaum Stand halten, dawohl zu erwarten ist, dass es im alkalischen Darmsaft nicht ganz unlöslich sein wird.Innerlich wird es kaum angewendet, abgesehen davon, dass Arsenikesser es regelmässigzu sich nehmen, die aber alsdann natürlich die Handelssorten wählen. Aeusserlich dientes als Aetzmittel bei Krebs, bei sehr unreinen Schankergeschwüren, bei purulenter Kon-junktivitis, endlich als Depilatorium bei Hautkrankheiten.

Rhusma Turcaruni. Man mischt 1 Th. Auripigment mit 5 Th. gepulvertem Aetz-kalk und bewahrt die Mischung in einem gut zu verschliessenden Gefässe auf. Zum Ge-brauche rührt man 3 Th. dieses Pulvers mit 2 Th. heissem Wasser an. Ob die Mischungbrauchbar ist, wird wie folgt geprüft: Man bestreicht damit eine Federfahne; nach einerhalben Stunde muss sich der Federbart leicht ablösen lassen. Cosmetisches Enthaarungsmittel!

Orientalisches Extract von W. Kkatjss in Köln, Enthaarungsmittel. 27 Proc.Aetzkalk, 13 Proc. Schwefelarsen, 60 Proc. Weizenstärke. 30 g = 1,50 Mk. [Unters. AmtBreslau.]

Depilatorium Dki.ckoix.Ep. Calcariae ustae 30,0Gummi arabici 60,0Auripigmenti 4,0.

Depilatorium Plenck.Pasta epilatoria Plenck.Ep. Auripigmenti 5,0

Calcariae ustae 50,0Amyli Tritici 30,0.Die Mischung wird mit Wasser zu einem Breiangerührt und dieser auf die zu enthaarendenStellen messerrückendick aufgetragen, Sobalddie Schicht zu trocknen beginnt, wird sie miteinem glatten Holzspachtel entfernt.

Liquor Lanfranc.

Mixture catheretique (Gall.).

Collyre de Laxfbanc.Ep. 1. Aloös 5,0

2. Myrrhae 5,0

3. Aeruginis 10,0

4. Auripigmenti 15,0

5. Aquae Eosae 380,0

6. Tini albi 1000,0.

Man reibt 11 im Mörser fein, reibt sie mit 6 an,fügt 5 hinzu und bewahrt in verschlossenerFlasche auf. Vor dem Gebrauch umzuschüttein !Zum Bestreichen des inneren Augenlides beiOphthalmia purulenta, auch zum Verbinden vonSchankern und syphilitischen Geschwüren.

ff Arsenium Slllfuratum rubrum. Arsenicum rubrum. Realgar. Sulfurerouge d'arseuic. Red orpiment. As. 2 S 2 . Mol. Gew. = 214. Sand arach Arsen -Rubin.

Kommt natürlich vor und wird künstlich dargestellt durch Zusammenschmelzen von 15 Th.metallischen Arsen mit 6,5 Th. Schwefel oder durch Sublimation eines Gemisches von 2 Th.ÄTsenigsäureanhydrid mit 1 Th. Schwefel, in den Hütten durch Sublimation von Arsenkiesmit Schwefelkies.

Das natürliche rothe Schwefelarsen stellt rubinrothe monokline Prismen vom spec.Gew. 3,54 dar, das künstlich erzeugte dunkelrothe, an den Kanten durchscheinendeglasige Massen. In Wasser unlöslich, löslieh in Kaliumsulfid, Natriumsulfld und Amnio-niumsulfid. An der Luft erhitzt, verbrennt es zu Schwefeldioxyd und Arsenigsäureanhydrid.Wird therapeutisch nicht, wohl aber in der Technik verwendet, z. B. als Malerfarbe, inder Färberei zur Reduktion des Indigo, zu Weissfeuer, ferner in der Weissgerberei (sog.Salbe" der Gerber) zum Enthaaren der Felle.

Ep.

Weissfeuer.

Khusma der Gerber.

Kalii nitrici

50,0

Rp. Realgar l

Sulfuris depurati

15,0

Calcariae ustae 8.

Bealgar

4,0

Mit Wasser zu einem Brei zu löschen.

(vel Auripigmenti

4,3).

einem Holzfass angerührt.

Analytisches. Die Schwefelverbindungen des Arsens werden durch nascirendenWasserstoff aus saurer Quelle (Zink -j- Säure) nicht in Arsenwasserstoff übergeführt.Dagegen gelingt diese TJeberführnng durch Wasserstoff aus alkalischer Quelle. Man kannalso Arsensulfide in Arsenwasserstoff überführen, wenn man sie in Natron- oder Kalilaugeauflöst und Zink oder Aluminium auf diese Lösung einwirken lässt. Bei Anwendung vonZink ist die Wasserstoffentwickelung eine sehr spärliche. Will man den Arsengehalt derArsensulfide im gewöhnlichen MAKSn'schen Apparate nachweisen, so muss man die Sulfidezuvor oxydiren. S. S. 406.