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1 (1900)
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Acidum benzoicum.

Darstellung. Toluol C 6 H 5 . CH 3 wird durch Chloriren zunächst in BenzotrichloridC 6 H 6 CC1 3 verwandelt und dieses durch Erhitzen mit Wasser auf 150° in Benzoesäure über-geführt : °C 6 H 5 C Cls + 2 H 2 0 = 3 H Cl -f C 6 H 5 C0 2 H.

Eigenschaften. Farblose, glänzende Nadeln oder Blätter, in reinem Zustande ge-ruchlos. Schmelzp. 120121°, Siedep. 249250°. Sublimirt schon bei 150°. Mit Wasser-dämpfen flüchtig. Die Dämpfe der Benzoesäure reizen die Schleimhäute heftig. Löslichin 15 Th. siedendem oder 380 Tb., kaltem Wasser, ferner in 2 Tb.. Alkohol oder 3 Th.Aether. Leicht löslich in Chloroform, Schwefelkohlenstoff, fetten und ätherischen Oelen.

Dieses Präparat kann als reine Benzoesäure angesehen werden. Es ist in der Regelnur durch Spuren von Benzaldehyd und durch kleine Mengen gechlorter Benzoesäuren ver-unreinigt. Die TJ-St. und Brit. lassen es als officinelles Präparat zu, ausserdem wird es inausgedehntem Umfange in der organischen Technik, z. B. zur Herstellung von Anilinblau,verwendet.

II. Ham-BßnZOesäure. Acidum benzoicum ex urina. Der Harn der Pflanzen-fresser enthält Hippursäure (Benzoyl-Glycocoll) CH 2 NH(C 6 H 6 C0)C0 2 H, welche durch Ein-wirkung von Säuren oder Basen in Glycocoll und Benzoesäure gespalten wird.

Man lässt Harn von Pferden oder Rindern durch mehrtägiges Stehen in Grubenfaulen (Bildung von NH 3 !), klärt ihn dann in Bottichen mit Kalkmilch, dampft die klareFlüssigkeit auf ein kleines Volumen ein und scheidet die Benzoesäure durch Ansäuern derfiltrirt en Flüssigkeit mit Salzsäure ab.

CH 2 .NH(C 6 H 5 CO)C0 2 H + H 2 0 = CH 2 (NH 2 )C0 2 H-f C 6 H 6 C0 2 H.

Die so hergestellte Benzoesäure enthält stets geringe Mengen von Mineralstoffen(Asche), meist Kalksalze, und besitzt in der Regel schwach urinösem Geruch. Sie wirdkaum noch angewendet. Sie ist in keiner Pharmakopoe mehr officinell.

III. Benzoesäure aus Harz, a) Auf nassem Wege. Acide benzoique parvoie humide (Gall.). Man mischt 1000 g gepulvertes (zimmtsäurefreies) Benzoeharz mit300 g Aetzkalk, die vorher durch Besprengen mit Wasser in staubiges Calciumhydrat ver-wandelt sind, vertheilt das Gemisch in 6 Liter Wasser, digerirt zunächst einige Zeit undkocht alsdann unter Umrühren und Ersatz des verdampften Wassers eine Stunde. DieFlüssigkeit wird kolirt, der Rückstand noch 12 Mal mit je 4 Liter Wasser ausgekocht.

Die vereinigten, Calciumbenzoat enthaltenden Flüssigkeiten werden filtrirt, auf etwa3 Liter eingedampft und mit reiner Salzsäure bis zur stark sauren Reaktion versetzt. Nachdem Erkalten sammelt man die Krystalle und krystallisirt sie unter Zusatz von etwasThierkohle aus 20 Th. siedendem Wasser um.

Man kann auf diese Weise die gesammte Benzoesäure aus dem Harz gewinnen, aberdiese ist nahezu frei von riechenden Stoffen, dafür aber enthält sie in der Regel noch etwasMineralstoffe (Kalksalze).

b) Durch Sublimation. Acidum benzoicum (Austr., Brit., Germ., Helv., U-St).Acide benzoique par Sublimation (Gall.). Benzoic acide. Flores Benzoes. Fleursde Benjoin.

Zur Darstellung eignen sich nur zimmtsäurefreie Benzoesorten (Palembang'-Benzoe,nicht aber die zimmtsäurehaltige Penang-Benzoe).

Ehe man zur Sublimation schreitet, muss man sich also vergewissern, dass das zuverarbeitende Benzoeharz auch wirklich zimmtsäurefrei ist. Zu diesem Zwecke digerirtman 5 g eines guten Durchschnittsmusters des gepulverten Benzoeharzes mit einerheissen Lösung von 1,3 g kryst. Natriumkarbonat in 15 g Wasser eine Stunde lang, filtrirtnach dem Erkalten und fällt aus dem Filtrat die Benzoesäure durch Zusatz von verdünnterSchwefelsäure. Die ausgewaschenen Krystalle werden alsdann in einem Probirrohre mitkonc. Kaliumpermanganatlösung übergössen und das lose verschlossene Rohr in einerwärmtes Wasserbad eingesetzt. Es darf der Geruch nach Bittermandelöl nicht auftreten.

Das Harz wird gepulvert und zwar entweder unvermischt oder wie Gall. vor-

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