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Unter dem Mikroskop erweist sich sein Bau von deutlicher Fadenstructur, die namentlich an derVegetationsspitze sehr klar durch die fächerförmig ausstrahlenden Fäden hervortritt. Von einem mittlerenStrange dünner, längslaufender, hier und da gegabelter Markfäden zweigen sich nach auswärts wiederholtgegabelte Rindenfäden ab, die eine besonders nach aussen dichte Rinde bilden. Die Zellen des Markesund der Innenrinde sind reichlich getüpfelt. Jene eigenthümliche, aufquellende Veränderung der Zellhaut,welche Kollode genannt wird, ist stark entwickelt.
Der Fortpflanzungskörper giebt es zweierlei: die ungeschlechtlich entstehenden Tetrasporen unddie geschlechtlich entwickelten Cystocarpien. Jene entstehen in der Innenrinde des Thallus, bisweilender Mitte sehr genähert, sind paarweise getheilt und bilden unregelmässige Gruppen (Sori).
Die Antheridien, welche die nicht selbständig beweglichen, kugelförmigen Spermatozoiden bilden,liegen an der Lageroberfläche, bilden kleine, krugförmige, nach aussen geöffnete Kapseln und treten zumehr oder weniger ausgedehnten Krusten zusammen. Die ersten Anlagen zur Ausbildung der Carpo-sporen, die Carpogonäste, entstehen in grösserer Zahl an dem fertilen Lagerabschnitt. Sie bestehen ausdrei Zellen, die hakenförmig geordnet, einer vierten, der viel grösseren Tragzelle, die hier als Auxiliarzellefungirt, aufsitzen. Diese vier Zellen heissen das Procarp. Die kleinste und innerste jener Zellen, dasCarpogon, bildet einen fadenförmigen, über die Lageroberfläche heraustretenden bisweilen im Lagerspiralig gewundenen Fortsatz, die Trichogyne. An sie legt sich ein Spermatozoid aussen, meist etwasunterhalb der Spitze an, die Trennungswände verschwinden: es findet eine Copulation statt. Die befruchteteCarpogonzelle gliedert durch einen Membranpfropf die Trichogyne ab, welche verschwindet; sie erzeugtnun aber nicht unmittelbar Sporen, sondern copuliert durch einen sehr kurzen Fortsatz (den Ooblastem-fortsatz) mit der Auxiliarzelle.
Die Wirkung dieser erneuten Verbindung, die aber keine Kernverschmelzung d. h. Befruchtung bedingt,ist, dass die letztere in das Gewebe des Lagers hinein ein Büschel von gegliederten Fäden sendet, welchesder Gonimoblast genannt wird. Die Zweigenden des «ausstrahlenden Gonimoblasten gehen zur Sporen-bildung über, indem sich die Endzellen und die oberen Gliedzellen zu Sporen entwickeln. Dieser Frucht-kern wird von der verdickten Aussenrinde umhüllt, in der sich später ein oder mehrere Poren ausbilden;eine deutliche Faserhülle fehlt dem Fruchtkern. In jenem werden die Sporen meist simultan erzeugt; siekeimen häufig bereits in den Cistocarpien; sonst werden sie ausgestossen und treiben als nicht selbständigbewegliche Körper im Wasser umher.
Diese Alge gedeiht im atlantischen Ocean von Norwegen bis Spanien, in besonders grosser Mengean der Küste von Irland; dann tritt sie wieder an der atlantischen Küste von Nord-Amerika auf.
Gigartina mamillosa J. Agardh.
Tafel 162. Fig. II.
Diese Alge, welche mit jener als Carrageen gesammelt wird, unterscheidet sich äusserlich durch dasmehr oder minder reichlich seitlich verzweigte Laub, dessen Lappen gewöhnlich in einer Ebene liegen.Seitlich oder aus der Fläche sprossen die einfachen, eiförmigen oder ellipsoidischen Fruchtzweigehenhervor. Die Entwicklung der Cystocarpien verläuft ganz ähnlich wie diejenige von Ohondrus crispus;nur bildet sich um den Fruchtkern eine Faserhülle aus. Jene sind halbkugelig, sind in der Vielzahlan den Fruchtzweigen zusammengeordnet und springen gleichfalls mit Poren auf.
Ist im atlantischen und stillen Ocean verbreitet.
Das isländische Moos oder Carrageen, welches in den Apotheken geführt wird, darf wesentlich nurOhondrus crispus und Gigartina mamillosa enthalten.