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von
III. Eeihe: Glumiflorae Agardh.
Blüthen zwittrig oder nicht selten getrennt geschlechtlich, ohne oder mit stark reducirter Blüthenhülle,Hochblättern begleitet und umhüllt. Fruchtknoten immer einfächrig mit einer einzigen Samenanlage.
3. Familie: Gramineae B. Juss.
Die Blüthen sind gewöhnlich zwittrig, selten getrennt geschlechtlich. Sie sind stets in Sonderblüthen-ständchen mit disticher, abwechselnd zweizeiliger Anreihung zusammengestellt, die Ährchen [spiculae)genannt werden, und befinden sich in der Achsel von papierartigen Deckblättern, Spelzen {glumae)genannt. Allermeist sind die zwei unteren Spelzen steril und heissen Hüllspelzen, selten sind derenmehr vorhanden [Phalaris und einige andere Gattungen), sie fehlen ganz oder sind auf kleine Zähnchenreducirt (Coleanthus, Nardus); die Ährchen sind entweder mehrblüthig oder enthalten nur eine Blüthe; imersteren Falle sind oft mehrere oder einzelne obere Blüthen verkümmert. In den meisten Fällen gehtder Blüthe ein Vorblatt voraus (Vorspelze, palea oder palea superior). Sie ist fast immer zweizähnigund zweinervig, eine Gestalt, die durch die Berührung mit der Mutteraxe (Spindelchen oder rachilla)hervorgebracht wird. Die Blüthe wird aus gewöhnlich 3 Staubgefässen und dem Stempel gebildet.Auf der Vorderseite, also auf die Deckspelze zu gewendet, liegen zwei winzig kleine, fleischige Schup-pen (Schwellkörper oder lodiculae), denen die Aufgabe zufällt, bei der Vollblüthe die Deckspelze nachaussen zu drücken; sie sind in sehr seltenen Fällen an der Vorderseite der Blüthe verbunden. Zuihnen tritt bisweilen ein drittes Schüppchen, welches an der Kückseite der Blüthe steht. Wir haltendiese Organe für den Best der Blüthenhülle, andere Autoren sehen in dem verbundenen Vorderpaarund dem rückwärts gelegenen Schüppchen ein Paar Hochblätter. Die Zahl der Staubgefässe schwanktzwischen 1 und sehr vielen (1 findet sich bei Nardus, 2 besitzen Anthoxanthum und die Gipfelblüthe vonHierochloe, 6 sind bei Oryza und vielen Bambuseae, viele bei Pariana vorhanden); in der Regel sind siefrei, einbrüderig verbunden finden sie sich bei Streptochaeta und Oxytenanthera; die Fäden sind lang unddünn, die Beutel dithecisch in der Mitte schwebend, seltener am Grunde befestigt, die Pollenkörner sindkugelförmig und glatt. Der Fruchtknoten ist einfächrig und umschliesst eine aufrechte, anatrope, amGrunde oder an der Seite befestigte Samenanlage. Sind die Blüthen getrennten Geschlechtes, so sind siees durch Fehlschlag, indem sowohl männliche wie weibliche Blüthen Anlagen des zweiten Geschlechtesbesitzen. In der Regel sind 2 Griffel vorhanden, selten tritt ein dritter hinzu; bisweilen sind sie amGrunde verbunden; die zahllosen Narbenstrahlen sind einfach oder verzweigt. Die Frucht ist gewöhnlicheine Schliessfrucht [caryopsis), in der der Same mit der Fruchthaut fest verwächst; seltener ist sie nuss-artig [Bambusd] oder stellt eine grosse Beere dar (Melocanna). Der Same umschliesst ein reiches stärke-mehihaltiges Nährgewebe, dem der kleine Keimling seitlich am Grunde anliegt. — Einjährige oder aus-dauernde Stauden von niedrigem oder höherem Wüchse, bisweilen durch Höhe und Festigkeit der knotiggegliederten, meist hohlen Stengel (Halme) baumartig; in der Regel nur am Grunde verzweigt, häufig mitkriechender oder verkürzter Grundaxe, selten kletternd. Blätter zweizeilig angereiht mit offenen Scheidenund am Ende der letzteren mit einem Blatthäutchen versehen; Spreite meist sitzend, in der Regel linealisch,dann nur streifennervig, wenn breiter, von einem transversalen Venennetz gestützt. Der Blüthenstand istrispig oder zusammengesetzt ährenförmig, bisweilen ist die Rispe walzig rund und ährenförmig zusammen-gezogen {PMeum, Alopecurus etc.); die Ährchen entbehren der Deckblätter, das Spindelchen ist bisweilenüber die letzte Blüthe als steriler Fortsatz vorgezogen.
Fast 350 Gattungen mit über 3500 Arten über die ganze Erde verbreitet, einige vollständig kosmo-politisch, manche seit uralten Zeiten cultivirt und der Heimath nach nicht mehr sicher zu bestimmen.
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