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4 (1902) Die Monocotyledoneen, Gymnospermen und Kryptogamen
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VI. Ordnung; Liliiflorae Agardh.

Blüthen quirlig, meist dreigliedrig, gewöhnlich zwittrig mit Perigon oder in Kelch und Krone ge-schiedener Hülle. Staubgefässe vollzählig oder theilweise in Staminodien umgebildet. Samenanlagen meistanatrop. Samen mit knorpeligem oder fleischigem Nährgewebe.

6. Familie: Iridaceae Lindl.

Die Blüthen sind zwittrig und aktinomorph. Der unterständige Fruchtknoten ist dreifächrig undumschliesst in der Eegel zahlreiche anatrope Samenanlagen, welche binnenwinkelständig angeheftet sind,selten ist er einfächrig mit 3 wandständigen Samenleisten; bisweilen werden die Samenanlagen auf 21in jedem Fache reducirt. Das Perigon besteht aus 2 Kreisen, jeder aus 3 Blättern zusammengesetzt; siesind entweder frei oder mehr oder weniger am Grunde röhrenförmig verbunden; alle sind entweder gleichoder die inneren sind von den äusseren verschieden. Staubgefässe sind 3 vorhanden, welche den Gliederndes äusseren Kreises gegenüberstehen; ihnen sind sie häufig mehr oder weniger angewachsen; die Beutelsind oblong oder linealisch oder eiförmig; sie springen in 2 nach aussen oder nach den Seiten gewendetenLängsspalten auf. Der fadenförmige Griffel läuft in 3 oft verbreiterte, ganzrandige oder ausgerandeteÄste aus. Die kugelförmige, umgekehrt eiförmige, selten linealische, oft dreikantige oder dreilappigeKapsel springt fachspaltig mit 3 Klappen auf. Samen finden sich meist viele in jedem Fache, zweireihigübereinandergestellt, selten sind weniger bis einzelne; sie sind entweder kugelförmig oder zusammen-gedrückt scheibenförmig oder gekantet; die Testa ist häutig oder schwammig. Der kleine Keimling liegtin einem hornigen Nährgewebe. Ausdauernde Stauden mit kriechender oder knollenförmiger, vonhäutigen Scheiden umhüllter Grundaxe. Blätter häufig am Grunde der Axe gedrängt, linealisch oderschwertförmig mit einer zusammengedrückten Scheide, dann ist die Blattstellung zweizeilig; am Stengeloft nur wenige oder ausser den Begleitblättern der Blüthen keine. Blüthen einzeln endständig oder zutraubigen oder rispigen Inflorescenzen verbunden. Deckblätter oft scheidenartig; Vorblätter zweinervig,bisweilen zweispaltig.

58 Gattungen mit über 800 Arten hauptsächlich am Kap, im tropischen Afrika, in den Mittelmeer-ländern, Amerika und Australien verbreitet.

CROCUS Linn.

Perigon trichterförmig mit langer dünner, oben erweiterter Röhre; alle Zipfel gleich, abstehend.Staubgefässe am Schlünde des Perigons angeheftet, kürzer als dieses; Fäden kurz, Beutel aufrecht, line-alisch. Fruchtknoten dreifächrig, mit sehr vielen zweireihig angehefteten Samenanlagen; Griffel faden-förmig, verlängert mit 3 nach oben hin verbreiterten, gezähnten, gelappten oder vieltheiligen Ästen. Kapselhäutig, ellipsoidisch, fachtheilig dreiklappig. Samen fast kugelförmig mit ziemlich fleischiger Testa undfleischigem oder mehr hornartigem Nährgewebe. Stauden mit knollenförmiger, von den abgetrocknetenBlattscheiden faserig oder netzartig umhüllter Grundaxe. Laubblätter nur an dieser befestigt, spiraligangereiht; Begleitblätter der Blüthen häutig und scheidig. Blüthen einzeln oder mehrere an einer Pflanze.Die Gattung gedeiht mit über 60 Arten von Mitteleuropa bis nach dem Mittelmeergebiet und Westasien.