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VI. Ordnung; Liliiflorae Agardh.
Blüthen quirlig, meist dreigliedrig, gewöhnlich zwittrig mit Perigon oder in Kelch und Krone ge-schiedener Hülle. Staubgefässe vollzählig oder theilweise in Staminodien umgebildet. Samenanlagen meistanatrop. Samen mit knorpeligem oder fleischigem Nährgewebe.
6. Familie: Iridaceae Lindl.
Die Blüthen sind zwittrig und aktinomorph. Der unterständige Fruchtknoten ist dreifächrig undumschliesst in der Eegel zahlreiche anatrope Samenanlagen, welche binnenwinkelständig angeheftet sind,selten ist er einfächrig mit 3 wandständigen Samenleisten; bisweilen werden die Samenanlagen auf 2—1in jedem Fache reducirt. Das Perigon besteht aus 2 Kreisen, jeder aus 3 Blättern zusammengesetzt; siesind entweder frei oder mehr oder weniger am Grunde röhrenförmig verbunden; alle sind entweder gleichoder die inneren sind von den äusseren verschieden. Staubgefässe sind 3 vorhanden, welche den Gliederndes äusseren Kreises gegenüberstehen; ihnen sind sie häufig mehr oder weniger angewachsen; die Beutelsind oblong oder linealisch oder eiförmig; sie springen in 2 nach aussen oder nach den Seiten gewendetenLängsspalten auf. Der fadenförmige Griffel läuft in 3 oft verbreiterte, ganzrandige oder ausgerandeteÄste aus. Die kugelförmige, umgekehrt eiförmige, selten linealische, oft dreikantige oder dreilappigeKapsel springt fachspaltig mit 3 Klappen auf. Samen finden sich meist viele in jedem Fache, zweireihigübereinandergestellt, selten sind weniger bis einzelne; sie sind entweder kugelförmig oder zusammen-gedrückt scheibenförmig oder gekantet; die Testa ist häutig oder schwammig. Der kleine Keimling liegtin einem hornigen Nährgewebe. — Ausdauernde Stauden mit kriechender oder knollenförmiger, vonhäutigen Scheiden umhüllter Grundaxe. Blätter häufig am Grunde der Axe gedrängt, linealisch oderschwertförmig mit einer zusammengedrückten Scheide, dann ist die Blattstellung zweizeilig; am Stengeloft nur wenige oder ausser den Begleitblättern der Blüthen keine. Blüthen einzeln endständig oder zutraubigen oder rispigen Inflorescenzen verbunden. Deckblätter oft scheidenartig; Vorblätter zweinervig,bisweilen zweispaltig.
58 Gattungen mit über 800 Arten hauptsächlich am Kap, im tropischen Afrika, in den Mittelmeer-ländern, Amerika und Australien verbreitet.
CROCUS Linn.
Perigon trichterförmig mit langer dünner, oben erweiterter Röhre; alle Zipfel gleich, abstehend.Staubgefässe am Schlünde des Perigons angeheftet, kürzer als dieses; Fäden kurz, Beutel aufrecht, line-alisch. Fruchtknoten dreifächrig, mit sehr vielen zweireihig angehefteten Samenanlagen; Griffel faden-förmig, verlängert mit 3 nach oben hin verbreiterten, gezähnten, gelappten oder vieltheiligen Ästen. Kapselhäutig, ellipsoidisch, fachtheilig dreiklappig. Samen fast kugelförmig mit ziemlich fleischiger Testa undfleischigem oder mehr hornartigem Nährgewebe. — Stauden mit knollenförmiger, von den abgetrocknetenBlattscheiden faserig oder netzartig umhüllter Grundaxe. Laubblätter nur an dieser befestigt, spiraligangereiht; Begleitblätter der Blüthen häutig und scheidig. Blüthen einzeln oder mehrere an einer Pflanze.Die Gattung gedeiht mit über 60 Arten von Mitteleuropa bis nach dem Mittelmeergebiet und Westasien.