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4 (1902) Die Monocotyledoneen, Gymnospermen und Kryptogamen
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Classe: Basidiomycetes.

Mycel vielzellig. Geschlechtliche Fortpflanzung ist bisher sehr selten nachgewiesen. Die Sporenentstehen meist in einer besonderen Schicht (Hymenium) und werden am Ende von Stielen (Sterigmata)abgeschnürt, welche sich in gewöhnlich fest bestimmter Zahl aus regelmässig geformten Zellen (Basidien)erheben.

Familie: Polyporaceae.

Die Fruchtkörper sind fleischig, lederartig oder holzig. Das Hymenium ist gewöhnlich über eng röhren-förmige Hohlräume ausgebreitet, die auch faltig oder grubig sein können.

Polyporus fomentarius Fries.

Tafel 160.

Hut sitzend, gewölbt, im Umfang halbkreisförmig, nach dem Eande hin sich verdünnend, gezont,russgrau, später weisslich, Hymenium von dem im Innern schwammig weichen Pilzkörper leicht zu trennen,hell bräunlichgrau, später rostbraun.

Polyporus fomentarius Fries, Syst. I. 374, Epicris. 465; Guimp. und Schlechtendal, Pfl. der Pharmac.III. 64. t. 254; Berg u. Schmidt, Darstell, u. Beschreib, t. XXXII", Hennings in Engl. Natürl. Pflzf. I(1). 161.

Boletus fomentarius Linn. Spec. pl. ed. I. 1176; Sowerby, Fung. t. 153; Svensk bot. III. t. 167;Plench, Icon. t. 751.

Agaricus fomentarius Lam. Encycl. I. 50.

Feuer-, Zunder- oder Zündschwamm; französisch: Amadou; englisch: Spunk or German tinder.

Die Infection des vom Feuerschwamm befallenen Baumes durch die Sporen findet stets durcheine der von den Zufällen in der Natur oder durch den Willen des Menschen hervorgerufenen Wundstellen:statt. Das Mycelium verbreitet sich zwischen Binde und Holz und erzeugt schliesslich von der Mittedes Stammes nach oben fortschreitend die Hymenialkörper, welche wieder die Sporen hervorbringen..Ein solcher wird der Hut genannt. Er dauert mehrere Jahre aus, sitzt mit einer sehr breiten Flächedem Stamme an (ist also nicht gestielt) und kann in seiner Form passend mit dem etwas von oben nachunten zusammengedrückten Huf eines Pferdes verglichen werden. An der Anheftungsstelle ist er bis 50 cmhoch, an demselben Orte bis 30 cm breit und im Radius bis 25 cm tief. Die Peripherie ist häufig halb-kreisförmig, bisweilen aber auch halbelliptisch. Auf der Rückenfläche trägt er wellige, ungleich dicke,parallele Zonen von zuerst russ- oder bräunlichgrauer, später perlgrauer oder weisser Farbe. Auf derBauchseite ist er flach oder schwach vertieft; hier ist er zuerst bräunlichgrau, später rostbraun. DieHymenialschicht ist von dem Hutkörper scharf geschieden, d. h. sie lässt sich glatt von ihnen trennen.

Die Masse des Hutkörpers wird aussen von einer sich gut abhebenden, etwa 3 mm dicken, zähenund festen, dunkelrothbraunen, aussen endlich weissen »Rinde« gedeckt. Unter ihr liegt eine etwasumfangreichere, weichere rostbraune Schicht, auf welche eine dicke, atlasglänzende, zartflockige undsammetweiche, hellzimmtfarbene Schicht folgt, welche parallel zur Hymenialschicht gezont und allein zupharmazeutischen Zwecken verwendbar ist. Sie geht allmählich in die unterste dunklere, dichtere, grob-flockige Basalschicht des Hutkörpers über. Alle diese Schichten bestehen aus durcheinander gefilzten

Berg n. Schmidt, Officinelle Gewächse. IV.

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