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4 (1902) Die Monocotyledoneen, Gymnospermen und Kryptogamen
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Familie: Hypocreaceae.

Der die Schläuche enthaltende Fruchtkörper (Peridie) ist kugel- oder zwiebeiförmig, öffnet sich miteiner Mündung, ist weich und hell, niemals schwarz gefärbt.

Claviceps purpurea Tulasne.

Tafel 161.

Dauerzustand (Sclerotium) stumpf dreikantig bis fast cylindrisch, hornförmig gekrümmt, aussendunkelviolett, innen weisslich; aus ihm der Sporenkörper (Stroma): gestielte, kugelförmige, blassgelbliche,später fleischfarbige oder rothe Köpfchen; Sporen zu 8 fadenförmig.

Claviceps purpurea Tulasne in Ann. sc. nat. III. ser. XX. (1853). 1. t. 3; Berg u. Schmidt, Dar-stellung u. Beschreib, t. XXXI F; Lindau in Engl. Nat. Pflzfam. I (1). 370.

Seeale comutum Baidinger, Dissert. Jenae 1771; Guimpel u. Schlechtendal, Pfl. Pharmac. II. 22. t. 120.

Sclerotium, clavus P. DC. Fl. France VI. 115, Mem. mus. 1816. p. 416. t. 14. fig. 8.

Spermoedia clavus Fries, Syst. IL 268.

Clavus secalis Phoebus in Brandt, Phoeb. u. Ratzeburg, Giftgew. II. 97. t. 0. fig. 3 33.

Sphacelia segetum Leveille, Ann. soc. Linneenne V. 578; Nees, Düsseid. Abb. Suppl. I

Sphaeria entomorrhiza Schumacher, Enumer. II. 174.

Sphaeria purpurea Fries, Syst. IL 325.

Kentrosporium mitratum Wallroth, Beitr. Bot. I. (2). 163.

Mutterkorn; französisch: Ergot; englisch: Ergot or Blighted com.

Das Mutterkorn stellt einen etwa 2,5 cm langen, bisweilen aber längeren oder kürzeren Körper dar,welcher stumpfdreikantig oder fast cylindrisch, mehr oder minder, bisweilen hornförmig gekrümmt, aussendunkelpurpurroth-violett, innen heller gefärbt und von trockner, ziemlich harter Beschaffenheit ist. Es istan beiden Enden schwach verjüngt und trägt auf der Spitze ein trocknes, geschrumpftes, schwammiges,Mützchen, das bisweilen nur wenige mm lang ist, bisweilen aber fast die Hälfte des ganzen Gebildeseinnimmt. Das Hyphengeflecht (Plectenchym) ist ausserordentlich dicht, so dass es im Querschnittein wahres Paraplectenchym darstellt, auf dem Längsschnitt sind die gewundenen Lumina etwas länger.Die Hyphen sind mit fettem Oel dicht angefüllt, so dass das Gewebebild erst nach Entfernung desselbenmit Aether unter dem Mikroskope scharf hervortritt.

Das Mutterkorn stellt den Dauerzustand eines Pilzes dar, welcher sich leicht entwickelt, wenn esim Frühjahr auf feuchten Sand gelegt wird. Dann treten aus demselben kleine Köpfchen (Stromata)von 3 mm Durchmesser hervor, welche durch cylindrische, gerade, gekrümmte oder geschlängelte sterileStiele von 512 mm Länge getragen werden. Die Austrittssteile der Stiele aus dem Sclerotium istbehaart. Die Farbe der fein warzigen Köpfchen ist zuerst blassgelblich, später werden sie roth. DerLängsschnitt durch das Köpfchen zeigt eingesenkt zahllose zwiebel- oder flaschenförmige Hohl-räume (Perithecien), die sich durch eine feine Oeffnung in den Warzen der Oberfläche öffnen. Inihnen sitzen sehr zahlreiche dünnkeulenförmige, äusserst zarte Schläuche (Asci), von denen jeder8 fadenförmige, farblose, verhältnissmässig sehr lange und dünne ungegliederte Sporen enthält. DieSchläuche entlassen endlich die Sporen, welche durch den Porus der Perithecien den Weg ins Freie finden.Sie keimen aus, indem sich an einer oder an mehreren Stellen kleine Aussackungen bilden, aus denenKeimschläuche hervortreten; an den Ästen bilden sich bald Conidien.