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4 (1902) Die Monocotyledoneen, Gymnospermen und Kryptogamen
Entstehung
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sie theilen sich und erzeugen dann sogar besondere, ihrer verwandtschaftlichen Gruppe entsprechende Fort-pflanzungskörper.

3. Die Flechtensporen verhalten sich, wie wir weiter unten sehen werden, genau wie Pilzsporen;in dem vorliegenden Falle, bei der Cetraria Islandica, entsprechend den von uns bei dem Mutterkornzu schildernden Schlauch- oder Ascosporen. Wird eine Spore in die für ihre Keimung geeigneten Nährbödengebracht, so entwickelt sie einen Keimschlauch oder ein kurzes Mycel, ja sie kann bei besondersgünstigen Bedingungen auch einen Thallus erzeugen; gehen aber sonst bald schliesslich zu Grunde. Ganzanders, wenn man der Spore die für die Flechte besonderen Algenkolonien bietet; dann wachsen dieHyphen in die Kolonien hinein, umwuchern die Zellen und es entsteht ein neuer Flechtenkörper.

Die Gonidien des isländischen Mooses verhalten sich genau wie die Zellen der Algenfamilien derProtococcaceae; sie sind einzellig und mit einem fast hohlkugelförmigen Chromatophor (Chlorophyllkörper)versehen, der einen Kern (Pyrenoid) einschliesst. Die Zellen sind ganz ähnlich denen der freilebendenAlge CMorococcum humicola. Im Flechtenkörper vermehren sich die Gonidien nur dadurch, dass sich eineWand bildet, worauf sie in zwei wieder kugelförmige Gonidien zerfällt. In der Gonidienschicht liegen siebald einzeln, bald in Gruppen zusammen.

Fortpflanzungskörper werden von dem isländischen Moos an zwei Stellen erzeugt. Einmal findensich am Ende der verbreiterten Lagerlappen die Apothecien. Sie sind flache, annähernd kreisförmigeoder subelliptische Schüsseln von 1 cm Durchmesser, bald auch grösser, bald auch kleiner, mit wenigaufgebogenen, schwach gekerbten, später fast ganzen Rändern. Sie sind kastanienbraun und tragen senk-recht gestellte Hyphen. Die Mehrzahl der letzteren ist fadenförmig, mit einander verklebt und gleich-förmigen protoplasmatischen Inhalts (Paraphysen); in geringer Zahl stehen zwischen ihnen keulenförmige,kürzere Schläuche, welche 68 Sporen umschliessen. Diese selbst sind ellipsoidisch, hyalin und ein-zellig.

An der Spitze der Fransen des Lagers sitzen die Spermogonien in der Ein- oder Mehrzahl; dieFransen sind dementsprecheod an der Spitze bald einfach, bald tragen sie mehrere kurze Zweige. DasSpermogonium stellt einen endständigen, etwa kugelförmigen Hohlraum dar, in den hinein äusserst zarteHyphen wachsen, welche den Raum ausfüllen und an der Spitze sehr kleine, stäbchenförmige, conidienartigeKörper abschnüren, welche Spermatien heissen. Die letzteren können auskeimen und ein neues Flechten-myeel bilden.

Das isländische Moos ist in der gemässigten und kalten Zone der beiden nördlichen Hemisphärenweit verbreitet; es geht von Spitzbergen und der Melville-Insel bis zum nördlichen Ural, Kamtschatka,dem Altai, Mittelrussland, Albanien, Italien, Spanien und in Amerika über Grönland, Labrador bis Nord-Carolina und Virginien; dann tritt es wieder auf den Falklands-Inseln auf. In den kälteren Gegendenbewohnt es die Ebenen, in den gemässigten die Gebirge und steigt in den Pyrenäen und der Schweiz bis3000 m und darüber auf.

Die Flechte findet als isländisches Moos, Liehen islandicus, medicinische Verwendung.

Erklärung der Abbildungen.

Fig. A. Ein Stück des Lagers mit Apothecien, einer Pflanzevom Eiesengebirge entnommen, natürliche Grösse.

Fig. B. Die spermogonientragenden Fransen des Lagers,100 mal vergrössert.

Fig. C. Ein Spermogonium, 540 mal vergrössert: b. die Franse,

c. das Spermogonium, d. die Spermatien.Fig. D. Dasselbe im Längsschnitt.Fig. E. Ein Lagerstück in Längsschnitt, stark vergrössert.

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