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Cetraria Islandica Achar.
Tafel 159.
Lager dünn knorplig gabelspaltig, die Lappen rinnenartig vertieft, fein dornig gefranst, grünlichbraun,am Grunde und nicht selten am Eande blutroth; apothecientrageude Zweige oben verbreitert, sterile obenschmal; Apothecien auf der Oberseite flach schüsselförmig mit sehr schmalem Rande, kastanienbraun;Sporenschlauch schlank keulenförmig mit 8 (oder 6) sehr kleinen, ellipsoidischen, hyalinen Sporen, welcheeinen Oeltropfen enthalten.
Cetraria Islandica Acharius, Method. 293; PlencJc, Icon. t. 744; Svensk Bot. I. t. 34; Nees, Düssel-dorf. Abb. t. 10; Guimp. u. Schlecht. Pfi. Pharm. III. 61. t. 252; Körber, Syst. 44; Berg u. Schmidt,Darst. u. Beschr. t. XXXII d .
Liehen Islandicus Linn. Spec. pl. ed. I. 1145; Flora Dan. t. 155, 879; Jacq. Collect. IV. t. 8 fig. 1 ,■Walhbg. Flora Läpp. 434.
Lobularia Islandica Hoffm. PI. lieh. t. 9. fig. 1, Flora Germ. III. 143.
Physcia Islandica P. DC. Fl. France IL 399; Rieh, in Michx. Fl. Bor.-Amer. IL 326.
Isländisches Moos, isländische Flechte, Lungenmoos; französisch: Liehen dPslande; englisch: Ice-lands moss.
Das isländische Moos bildet ein oft grosse Flächen dicht bedeckendes Lager, welches bis 10 cmHöhe erreicht und durch Haftfasern am Substrat festgeheftet ist. Es ist in vielfach sich verzweigendeLappen getbeilt, die sich nach dem Grunde hin oft stark verschmälern; sie sind mehr oder weniger aufder Oberseite rinnenartig vertieft, im trockenen Zustand bisweilen röhrenförmig eingerollt. Die sterilenLappen verschmälern sich auch an den Endausgliederungen, die apothecientragenden aber verbreitern sichnach oben hin und werden flach. Am Rande sind sie mit kurzen, steifen Fransen besetzt; die Farbeist grünlichgrau, olivengrün bis kastanienbraun, manchmal ist das Lager oberseits weisslich gefleckt,unterseits ist es heller; nach dem Rande hin sind die grünen Lappen bisweilen bräunlich, der Fuss iststets roth bis braun gefärbt. Im feuchten Zustande sind die Lappen schmiegsam lederartig, im ausge-trockneten ist das Lager knorpelig, oberseits kastanienbraun, unterseits perlgrau oder blassbraun.
Wird ein sehr dünner Querschnitt des sterilen Lagers unter dem Mikroskop bei starker Vergrösserungbetrachtet, so erkennt man drei verschiedene Schichten, eine äussere, aus lückenlos anschliessendenElementen aufgebaute Rindenschicht, welche die Ober- und Unterseite des Lagers begrenzt. In derMitte befindet sich ein lockeres, schwammartiges Gewebe, die Markschicht, und zwischen ihr und deroberen und unteren Rindenschicht, liegt die chlorophyllgrtine Körper einschliessende Gonidienschicht.Alle diese Gewebe werden aus Pilzmycel oder aus sich verzweigenden, gegliederten, hyalinen Fäden(Hyphen) aufgebaut, sie bilden, wie Lindau sagt, ein Plectenchym. Es ist bald lockerer zusammenge-flochten, in seine Fadenelemente leicht auflösbar, von Luft durchsetzt; bald ist es fester geflochten, sodass keine Lücken bleiben und sieht darum auf dem Schnitt einem Parenchymgewebe ähnlich (Paraplecten-chym). Von dieser Beschaffenheit ist das Rindengewebe, von jener das Markgewebe, eine mittlereBeschaffenheit weist die Gonidienschicht auf. Hier findet sich ein zweites Zusammensetzungselement,jene grünen Körner, welche die Schicht färben. Früher meinte man, dass die Gonidien aus den Hyphenerzeugt würden. Durch Schwendener und Bornet ist aber nachgewiesen worden, dass diese Elementedes Flechtenkörpers nur immer wieder aus sich heraus erzeugt werden können: die Gonidien sind Algen-zellen und der Flechtenkörper ist ein Consortium von Algen und Pilzen, derart, dass der Pilz aufder Alge schmarotzt. Der Beweis für die Richtigkeit dieser Behauptung liegt in folgenden Umständen:
1. Man hat niemals gesehen, dass die Algen aus den Pilzen erzeugt werden.
2. Werden die Algen frei präparirt, so können sie sich im Wasser selbständig weiter entwickeln;