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wachsen der Erde den Vegetationskegel der bleichen Keimpflanze, die keine deutliche Scheitelzelle auf-weist; die erste Wurzel entsteht endogen im hypocotylen Theile.
Der an bemosten Stellen auf der Erde kriechende Stengel erreicht eine Länge von Im; er ver-zweigt sich und schickt aufstrebende und aufrechte 5—15 cm lange Äste aus, die schliesslich in 1—4 ähren-artige Blüthen ausgehen; die weissen Wurzeln sind fadenförmig und dichotom verzweigt.
Die Blätter sind spiralig in mehreren Zeilen sehr dicht angeordnet, an den kriechenden Axen sindsie alle nach oben gewendet (negativ geotropisch), an dem aufrechten Zweige stehen sie allseitswendigund sind nach oben gekrümmt; sie werden 3—4 mm lang, sind lanzettlich und namentlich die unterengezähnelt, sie sind allmählich zugespitzt, hell- oder gelblichgrün und laufen in eine hyaline, besonders beitrockenem Wetter hin- und hergebogene Spitze aus. Die Blüthen tragenden Axen sind 8—18 cm langund locker mit etwas kleineren Blättern besetzt; auf ihnen befinden sich einzelne oder 2—4 walzigrunde,an der Spitze wenig verjüngte, am Grunde oft etwas verengte, grünlichgelbe, ährenartige Blüthen von3—6 cm Länge und 3—4 mm Durchmesser. Die Sporophylle sind 3 mm lang und ebenso breit, eiför-mig und kurz in eine farblose Borste zugespitzt, am Grunde sind sie abgerundet, fast herzförmig und sehrkurz gestielt, am Bande ausgeflossen gezähnelt. Die Sporangien sind um 1 / i schmaler als die Sporo-phylle, nierenförmig, gedunsen und sitzen nahe am Grunde der letzteren; sie springen mittelst eines überden Scheitel laufenden Spalts zweiklappig auf und umschliessen eine sehr grosse Zahl von tetraedrischen,scharfkantigen, hellgelben Sporen, deren eine Fläche gewölbt ist. Aussen sind die Sporen mit einemNetzwerk kleiner Leisten bedeckt, über welche ein Häutchen ausgespannt ist, das nicht benetzbar ist.Durch diese Vorrichtung wird die Spore befähigt, durch die Hohlräume des Bodens tief in die Erde zugleiten; bei dieser Wanderung wird aber die Membran allmählich abgerieben und die unter ihr befind-lichen Kammern, welche benetzbar sind, werden frei gelegt. Ist dieses Ziel erreicht, so haftet die Sporean den Bodentheilchen und findet so eine bleibende Stätte, an welcher die Keimung erfolgt.
Das Schlangenmoos ist in ganz Europa mit Ausnahme der Steppengebiete auf Haiden, an trockenenStellen der Moore, auf Bergabhängen, buschigen Wiesen, namentlich in Nadelwäldern verbreitet und ofthäufig; es steigt hier bis 2000 m auf; sonst findet es sich in einem grossen Theile von Asien und Ame-rika , in wärmeren Gegenden in höheren Lagen; auf den Gebirgen Afrikas ist es ebenfalls verbreitet undgeht bis zu den Mariannen und Sandwich-Inseln.
Die Sporen der Pflanze haben unter dem Namen Lycopodium, Bärlappsamen, Aufnahme in das Arznei-buch gefunden.
Erklärung der Abbildungen.
Fig. A. Ein Stück blühender Pflanze: a. der Stengel; b. dieBlüthen tragenden Axen; d. die Blüthen.
Fig. B. Der Vorkeim mit einer jungen Pflanze, natürlicheGrösse.
Fig. B'. Der Vorkeim, vergrössert.
Fig. C. Ein Stück des Vorkeims im Längsschnitt.
Fig. C". Spermatozoiden.
Fig. D. Das Sporophyll, 15 mal vergrössert.
Fig. E. F. Dasselbe mit geschlossenen und aufgesprungenen
Sporangium.Fig. O. Sporen, 150mal vergrössert.Fig. H. Sporen, schwach vergrössert.