Druckschrift 
4 (1902) Die Monocotyledoneen, Gymnospermen und Kryptogamen
Entstehung
Seite
60
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

9

Mi

MM

I

60

Jimiperus sabina Linn.

Tafel 156.

Strauchartig, niederliegend und aufstrebend; Blätter klein, schuppenförmig, angedrückt, kreuzgegen-ständig; weibliche Blüthen und Früchte übergeneigt, letztere schwarz, blau bereift.

Juniperus sabina Linn. Spec. pl. ed. I. 1039; Pallas, Fl. Ross. t. 56; Duham. Arb. IL t. 62, 63,Allione, Fl. Federn. IL 180; Plenck, Icon. f. 720; Pursh, Fl. Am. IL 647; Lam. Encycl. IL t. 628;Nees, Düsseid. Abb. t. 87; Guimp. Holzgew. f. 205; Guimp. u. Schlecht. IL t. 169; Koch, Syn. 666;Brandt u. Ratzeb. Giftgew. t. 47; Reichb. Fl. Germ. t. 536. fig. 1143; Ledeb. Fl. Ross. IV. 68; Godr.et Gren. Fl. Fr. III. 159; Willk. et Lange, Prodr. Fl. Hisp. I. 22; Boiss. Fl. Orient. V. 708; Berg u.Schmidt, Darst. u. Beschreib, t. XXX",- Bentl. and Trim. Med. pl. t. 254; Köhler, Medizpfl. t. 96; Baill.Bot. med. 1358. fig. 3376; Aschers. Fl. M. Brand. 885; Aschers, u. Graebu. Fl. nordostd. Tieft. 42,Syn. mitteleur. Fl. I. 251; Eichl. in Engl.-Prtl. Nat. Pflzf. II (1). 102; Pflück, and Hanb. Pharmacogr.567; Flück, Pharmacogn. 743.

Sabina foetida Spach in Ann. sc. nat. IL ser. XVI. 295. (1841j.

Sabina officinalis Grcke. Fl. Nord- u. Mitteldeutschl. IV. Aufl.. 387. (1858).

Sade- oder Sevenbaum; französisch: Sabine; englisch: Savin oder Savine.

Der oft ein weites Gebiet umfassende, niederliegende oder aufsteigende Strauch wird 1,5 m, seltenbis 3 oder 4 m hoch, ist dicht buschig verzweigt, die Äste haben häufig eine schlank pyramidenartigeForm; jung ist die Rinde gelbbraun, später wird sie röthlich und bildet eine blätterig-faserige Borke.

Die Blätter sind dunkelgrün, allermeist kreuzgegenständig angereiht, zweigestaltig, entweder (meistan jüngeren Sträuchern) schmallanzettlich, oberseits ausgekehlt mit deutlich vorspringender Mittelrippe,unterseits gerundet bis 9 mm lang, aufrecht abstehend mit starker Stachelspitze, oder (an älteren Sträu-chern, besonders an blühenden Zweigen) oblong eiförmig, stumpf, anliegend, sich dachziegelig deckend,

1 bis höchstens 3 mm lang, oberseits flach ausgekehlt mit scharf hervortretender Mittelrippe, unterseitshalbcylindrisch gewölbt, mit elliptischem, eingesenktem Harzbehälter.

Die Blüthen beschliessen beblätterte Zweiglein. Männliche Blüthe: Sie ist 24 mm lang und hat1,5 bis 2 mm im Durchmesser, ist ellipsoidisch, stumpf. Die Staubblätter, 1014 an der Zahl, sind kreuz-gegenständig angereiht, breiteiförmig, spitz am Grunde herzförmig, sehr kurz gestielt und fein gewimpert;an der Unterseite tragen sie 4 kugelförmige Pollensäcke. Die Pollenkörner sind kugelförmig. Weib-liche Blüthe: Sie beschliesst einen nach unten gekrümmten Kurztrieb. Fruchtblätter sind meist 4vorhanden, von denen das oberste Paar steril ist, am Grunde der Blätter des unteren Paares sitzen je

2 Samenanlagen, von kurz flaschenförmiger Gestalt; von dem einen kann eine einzelne oder ein Paar fehlen,bisweilen ist nur ein endständiges vorhanden.

Die Frucht ist ein nicht selten mehr oder weniger unregelmässig kugelrunder bis ellipsoidischer,schwarzblauer, hechtblau bereifter Beerenzapfen, der 14 Samen umschliesst und an der Oberfläche dieSpitzen der Fruchtblätter erkennen lässt; sie reift im ersten oder im Frühling des zweiten Jahres.

Der Same ist je nach der Zahl in den Früchten biconvex, planconvex oder dreiseitig mit gewölbterRückenfläche. Die knochenharte Schale trägt einige langgestreckte Ölbehälter. Der Keimling liegt imfleischigen Nährgewebe, die Keimblätter sind halb so lang als das Würzelchen.

Der Sadebaum wächst in den Bergländern des mittleren und südlichen Europa, sowie in Mittel-Asien;er findet sich in den bayrischen und östreichischen Alpen, in der Schweiz, von der Riviera bis Monte-negro, in der Sierra Nevada (bis 2800 m) und im Thianschan, sowie dem Alatau; er wird nicht seltencultivirt und findet sich auch bisweilen verwildert.