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4 (1902) Die Monocotyledoneen, Gymnospermen und Kryptogamen
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Icon. Fl. Germ. XL t. 525; Endl. Syn. 168; Carriere, Conif. 365; Math. Fl. forest. 404; Henk, et Höchst.St/n. 25; Christ, Europ. Äbiet. 10; Parlat. in P.DO. Prodr. XVI. (2.) 382; Willk. et Lange, Prodr. Fl.Hisp. I. 19; Godr. et Gren. Fl. Fr. III. 154; Bentl. and Trim. Med. pl. t. 256; Battand, et Trab. Fl.d'Alff. I. 588; Baill. Fl. med. 1349. t. 3369: Flück. Pharmacogn. 75; Flück. and Hanh. Pharmacogr. 545;Willk. Forstb. 233; Köhler, Medicinalpß. sub t. 161.

Pinus maritima Lam. Dict. V. 337; P. DG Fl. frang. LH. 273; Nouv. Duliam. V. t. 72.

StrandJäcfer oder Igelföhre; französisch: Pin de Bordeaux ou Pin des Landes; englisch: Cluster- orSea pine.

Die Strandkiefer wird ein sehr ansehnlicher Baum, der 25 m und darüber hoch wird und bis 1 mDurchmesser erreicht; schon in der Jugend ist der gerade Stamm mit rauher und gefurchter Rinde, spätermit einer dicken, tiefrissigen, dunkelgraubraunen, innen rothvioletten Borke bedeckt. Die Krone ist pyra-midenförmig und wird durch regelmässig quirlig gestellte Äste aufgebaut. Der Stamm ist sehr harzreich.

Die Nadeln sind gepaart und werden am Grunde von einer 12 mm langen, aus silbergrauen, fein-runzliehen Schuppen zusammengesetzten Scheide umfasst; sie sind bis 20 cm lang und 2 mm dick, starrund steif, kurz zugespitzt, stechend, oft etwas gewunden, am Bande unter der Lupe sehr feingesägt; aufbeiden Seifen zeigen sie die gleiche dunkel- und glänzendgrüne Farbe; im Querschnitt liegen 2 Harzgängeim Parenchym; sie dauern 34 Jahre. Die Knospen sind walzigrund, 2 cm lang und zeigen aussenkeinen Harzfluss; sie werden von braunen Schuppen mit zurückgekrümmter Spitze umhüllt, die weiss-wollig bekleidet sind.

Die männlichen Blüthen sitzen ährenförmig am Grunde austreibender, heuriger Zweige; sie sindverlängert eiförmig, 1620 mm lang und bilden dicht gehäuft, goldgelbe Blüthenstände. Die Staubblättersind 4 mm lang und haben einen grossen, rundlichen, unregelmässig gezähnten Mittelbandfortsatz. AmGrunde der Blüthen stehen einige braune, spreuige Schuppenblätter. Die weiblichen Blüthen stehenaufrecht an der Spitze heuriger Zweige, zu 48 quirlartig angereiht. Die Deckschuppen sind schwachgelappt und gefranst; die rothen Fruchtschuppen sind etwas länger als jene und nach aussen fast kapuzen-förmig umgebogen.

Die Zapfen reifen im Spätherbst des zweiten Jahres und springen im folgenden Frühling auf. Siesind äusserst kurz gestielt und schief abwärts geneigt, nicht selten in grösserer Zahl sternförmig um denZweig gereiht, kegelförmig oder ellipsoidisch, spitz oder gerundet; sie werden bis 20 cm lang und habeneinen Durchmesser bis 10 cm. Am Grund sind sie mehr oder weniger schief, auf der Lichtseite ist ihreEntwicklung gefördert; die Farbe ist im oberen Theile des Zapfens hellbraun, im unteren Theile schwarz-braun, die Schuppen sind sehr zähe, holzig. Die Apopkysen 1 ) sind 12 cm breit und 11,3 cm hoch; derNabel sitzt in der Mitte des stark vortretenden Querkieles, ist matt, stumpf oder spitz, auf den Schuppendes Grundes der Zapfen oft hakig nach unten gebogen. Der Same ist 810 mm lang, ellipsoidisch,glänzend schwarz mit einem bräunlichen, abreibbaren Ueberzuge versehen; der Flügel wird bis 2,5 cmlang, fast gleichbreit und ist bräunlich und dunkler gestreift. Der Keimling hat 78 Keimblätter.

Die Strandkiefer ist an den atlantischen Küsten von Südwestfrankreich, Spanien und Portugal, sowiean den Küsten des Mittelmeeres derselben Länder, von Algier, Italien und Dalmatien verbreitet und gehtbis nach Griechenland; sie steigt aber auch in Granada bis 1300 m, auf Corsica bis 1000 m in den Ge-birgen empor. Durch Cultur ist sie jetzt auch in Südengland verbreitet worden.

Die Schwarzkiefer {Pinus Laricio Poir.) ist mit der Strandkiefer zunächst verwandt; auch sie hatgepaarte, aber etwas kürzere (9 14 cm lange), gleichfarbige Nadeln. Der Zapfen ist beträchtlich kleiner,er erreicht nur etwa 8 cm Länge, ist noch deutlicher kegelförmig und gelblich oder hellbraun; der Nabelist hellbräunlich und wird im Alter grau. Die Samen sind nur 56 mm lang, weisslich oder aschgrauund besitzen einen bis 25 mm langen, mehr dreiseitigen, braunen, dunkler gestreiften Flügel.

1) Apophysen sind die frei hervorragenden Endigungi n der Schuppen.