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umschlossen gewöhnlich 3 Bliithen; am Grunde besitzt sie einen zwiebelavtigen von einer dunkelbraunenHülle umgebenen Körper. Entfernt man diese Hülle, so erscheint eine weisse fleischige Knolle, die ander einen Seite stark convex gekrümmt ist, an der anderen Seite von einer tiefen Längsfurche durchzogenwird, in der auf einem etwas verdickten Fusse sitzend der von bräunlichen und zwei helleren bis weissenScheiden umschlossene Blüthenstand eingelassen ist. Innerhalb der innersten Scheide sitzen die imnächsten Frühjahr austreibenden 4—5 Laubblätter in unentwickelter Form. Auf sie folgen dann dieBlüthen, von denen 2—3 vollkommen entwickelt, 1—2 aber unentwickelt sind; diese verkümmern.
Die Blüthen sind sehr kurz gestielt und beschliessen die kurz kegelförmige Axe des ganzen Systems.Das Perigon ist unterständig, sehr lang trichterförmig, denn die enge weisse, oben hellrosarothe Röhrewird bis 30 cm lang und läuft oben in 6 etwa 3,5 cm lange, oblong lanzettliche, stumpfe, fleischrothe,seltener weisse, am Grunde mit einer feinbehaarten Rinne und einem gelblichen Streifen versehene Zipfelaus, von denen die 3 äusseren etwas grösser als die 3 inneren sind. Die Staubgefasse stehen in derSechszahl vor den Perigonzipfeln und sind diesen am Grunde angeheftet; die schmal pfriemlichen Fädensind abwechselnd 1 und 1,5 cm lang, weiss, am Grunde orangefarbig; die fast pfeilförmigen Beutel messen7—8 mm und sind gelb. Die Pollenkörner sind ellipsoidisch, schwach gekrümmt und orangefarbig. Deroberständige Fruchtknoten ist dreilächrig, die drei Fruchtblätter hängen nur lose zusammen und tragenim Binnenwinkel einen doppelt zweispaltigen Samenträger, an dem die schwach anatropen Samenanlagenhorizontal vierreihig befestigt sind. Die Griffel sind bis zum Grunde frei, weiss, an der Spitze nach aussengekrümmt und fleischfarbig, sie erreichen mit diesen, die auf der Innenseite gelbe Narbenpapillen tragen,die oberen Spitzen der Staubgefässe.
Die Früchte der im Herbste blühbaren Pflanze erscheinen erst im Frühling des folgenden Jahres; daalso im Laufe des bürgerlichen Jahres zuerst die Blätter und Früchte der Pflanze, im Herbste desselbenaber die Blüthen der Herbstzeitlose erscheinen, so nannten sie die Mönche des Mittelalters filius ante patrem.Die Früchte sitzen innerhalb eines Aggregates vor 4—5 spiralig angereihten Blättern, welche durch dieDehnung der ursprünglich kurz kegelförmigen Axe über den Boden gehoben werden. Eine Beziehungzwischen den Blättern und Früchten derart, dass jene etwa die Tragblätter dieser wären, ist nicht fest-zusetzen; die Früchte stehen vielmehr wie ehedem die Blüthen endständig und entbehren der Deckblätter.Die Blätter sind linealisch lanzettlich, spitz, 25—30 cm lang und 2—2,5 cm breit, dunkelgrün; am Grundegehen sie in eine hellere, geschlossene Scheide über.
Die erst grüne, dann braune Kapsel ist kurz gestielt, 3—3,5 cm lang, lederartig und springt an derSpitze dreiklappig wandtheilig auf. Die sehr zahlreichen Samen sind fast kugelförmig und haben 2 bis2,5 mm im Durchmesser; sie sind dunkelbraun, fein grubig punktirt und umschliessen ein weisses, knorp-liges Nährgewebe; der Keimling liegt in der Nähe des Scheitels und ist sehr klein; am Grunde umgiebtihn ein später eintrocknender Wulst.
Schneidet man eine fruchtende Pflanze längs durch, so sieht man im Frühjahr am Grunde die neueKnolle, welche im Herbste wieder Blüthen entwickeln wird und zwar erscheinen dieselben aus einemspornförmigen Fortsatze am unteren Ende der Knolle. Ueber ihr aber sitzt eine kleine Knospe in derAchsel des nächst höheren Blattes, welche wie ein zweispitziger Frauengürtel das Internodium umgreift.Diese kann im Herbste ebenfalls einen Blüthenstand mit Blättern erzeugen, oder wenn sie nicht kräftiggenug ist, eine noch nicht blühende Pflanze hervorbringen.
Wenn zur gewöhnlichen Blüthezeit die Herbstzeitlose unter Wasser steht, dann kommt sie bisweilenim Frühjahr mit oder kurz vor den Blättern zur Blut he (C. autumnale L. var. verna Willd).
Die Herbstzeitlose ist von Schottland durch England über Frankreich bis Mittelspanien, Mittelitalienverbreitet; von Centralrussland reicht sie über Deutschland bis Istrien und geht östlich durch Ungarn,Sudrussland bis Volhynien; sie dringt nicht nach Asien ein, wohl aber findet sie sich in Algerien.
Die Samen der Pflanze finden als Semen Colchici (Zeitlosensamen) medicinische Verwendung.