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COLCHICUM Liim.
Bliithen aktinomorph, zwittrig. Perigon lang trichterförmig mit sehr dünner Röhre und ansehn-lichen, oblongen oder elliptischen Zipfeln, die in 2 Kreise gestellt sind. Staubgefässe 6, am Grunde derZipfel befestigt, ungleich lang und kürzer als diese; Staubfäden schmal pfriemlich, Beutel linealisch oderoblong, am Bücken befestigt und schwebend; die Fächer springen in Längsspalten nach innen gewendetauf. Fruchtknoten sitzend, dreifächrig; Samenanlagen sehr zahlreich, vierreihig in dem Binnenwinkelbefestigt, horizontal und anatrop; Griffel 3, fadenförmig, bis zum Grunde frei, an der Spitze schwachverdickt, nach aussen gekrümmt und auf der Innenseite papillös. Frucht ellipsoidiscb, dreifurchig, leder-artig, oben wandtheilig aufspringend. Samen zahlreich, fast kugelförmig; der kleine Keimling liegt ineinem knorpligen Nährgewebe, vom Nabel mehr oder weniger entfernt. — Ausdauernde Stauden mit einerknollenförmigen Grundaxe, die von den braunen Scheiden der äussersten vorjährigen Blätter wie vonZwiebelschalen umhüllt wird. Die Blätter sitzen an einer kegelförmigen Axe und sind hochbescheidet;sie erscheinen häufig erst im Frühjahr und umhüllen die Früchte, welche aus den Blüthen des vorigenHerbstes entstanden sind; seltener blühen die Arten mit den Blättern. Blüthen endständig, einzeln oderhäufiger mehrere aus einer Axe.
Etwa 30 Arten, die in Europa, West- und Mittelasien und Nordafrika heimisch sind.
Colchicum autumnale Liim.
Tafel 149.
Knolle mehrblüthig; Blätter im Frühjahr, Blüthen im Herbste; jene linealisch lanzettlicb, flach; Blüthenfleischfarbig, Zipfel fünf- bis sechsmal kürzer als die dünne, nach unten weisse Röhre; Staubgefässeabwechselnd länger und höher angeheftet.
Colchicum autumnale Linn. Spec. pl. ed. I. 341; Allione, Fl. Pedem. I. 117; Lam. Encycl. II. 64,t. 267; Gaertn. Fr. I. t. 18; Plenck, Offiz. Pfl. t. 279; Schkuhr, Hanclb. t. 101; Redoute, Liliac. IV t. 288;Schrank, Fl. Monac. I. t. 47; Hayne, Arzneigew. V. t. 45; Fl. Danica X. t. 1642; Nees, Düsseid. Abi.t. 49, Gen. IL t. 34; Guimp. u. Schlecht. Pfl. Pharmacop. t. 95; Dietr. Fl. Boruss. I. t. 30; Koch, Syn. 723Brandt u. Ratzeb. Giftgew. t. 4; Reichb. Fl. Germ. IX. t. 426; Ledeb. Fl. Ross. IV. 204; Godr. et Gren. FlFrance III. 170; Willk. et Lange, Prodr. Fl. Hisp. I. 194; Berg u. Schmidt, Darst. u. Beschr. t. XII",Bentl. and Trim. Med. pl. t. 288; Baill. Fl. med. 1399. flg. 3425—3434; Köhler, Medizinalpfl. t. 24; Garcke,Fl. Deutschi. ed. XVIII. 619; Aschers, und Graebn. Fl. nordostdeutsch. Flacht 181; K. Schum. Blüthen-ausschl. 331; Engl, in Nat. Pflzfam. IL (5.) 29. 30. Fig. 18. 19; Fluch, and Hanb. Pharmacogr. 636;Fl. Pharmacogn. 1000; Arth. Meyer, Drogenk. I. 161.
Herbstzeitlose; französisch: Colchique; englisch: Meadow-sqfron.
Wird im Herbste eine Pflanze 1 ) im blühenden Zustande aus dem Boden gehoben, so sieht sie etwaeiner Tulpenpflanze ähnlich, nur dass an ihr keine Blätter entwickelt sind; sie zeigt dann von drei Scheiden
1) Die keineswegs einfachen morphologischen Verhältnisse können dem Verständniss nur durch eine sorgfältige Nach-prüfung näher gebracht werden. Die blühbaren Knollen der Herbstzeitlose werden jetzt im Sommer in Blumenläden ver-kauft, da sie das eigenthümliche Schauspiel gewähren, trocken aufbewahrt zu blühen.