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4 (1902) Die Monocotyledoneen, Gymnospermen und Kryptogamen
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COLCHICUM Liim.

Bliithen aktinomorph, zwittrig. Perigon lang trichterförmig mit sehr dünner Röhre und ansehn-lichen, oblongen oder elliptischen Zipfeln, die in 2 Kreise gestellt sind. Staubgefässe 6, am Grunde derZipfel befestigt, ungleich lang und kürzer als diese; Staubfäden schmal pfriemlich, Beutel linealisch oderoblong, am Bücken befestigt und schwebend; die Fächer springen in Längsspalten nach innen gewendetauf. Fruchtknoten sitzend, dreifächrig; Samenanlagen sehr zahlreich, vierreihig in dem Binnenwinkelbefestigt, horizontal und anatrop; Griffel 3, fadenförmig, bis zum Grunde frei, an der Spitze schwachverdickt, nach aussen gekrümmt und auf der Innenseite papillös. Frucht ellipsoidiscb, dreifurchig, leder-artig, oben wandtheilig aufspringend. Samen zahlreich, fast kugelförmig; der kleine Keimling liegt ineinem knorpligen Nährgewebe, vom Nabel mehr oder weniger entfernt. Ausdauernde Stauden mit einerknollenförmigen Grundaxe, die von den braunen Scheiden der äussersten vorjährigen Blätter wie vonZwiebelschalen umhüllt wird. Die Blätter sitzen an einer kegelförmigen Axe und sind hochbescheidet;sie erscheinen häufig erst im Frühjahr und umhüllen die Früchte, welche aus den Blüthen des vorigenHerbstes entstanden sind; seltener blühen die Arten mit den Blättern. Blüthen endständig, einzeln oderhäufiger mehrere aus einer Axe.

Etwa 30 Arten, die in Europa, West- und Mittelasien und Nordafrika heimisch sind.

Colchicum autumnale Liim.

Tafel 149.

Knolle mehrblüthig; Blätter im Frühjahr, Blüthen im Herbste; jene linealisch lanzettlicb, flach; Blüthenfleischfarbig, Zipfel fünf- bis sechsmal kürzer als die dünne, nach unten weisse Röhre; Staubgefässeabwechselnd länger und höher angeheftet.

Colchicum autumnale Linn. Spec. pl. ed. I. 341; Allione, Fl. Pedem. I. 117; Lam. Encycl. II. 64,t. 267; Gaertn. Fr. I. t. 18; Plenck, Offiz. Pfl. t. 279; Schkuhr, Hanclb. t. 101; Redoute, Liliac. IV t. 288;Schrank, Fl. Monac. I. t. 47; Hayne, Arzneigew. V. t. 45; Fl. Danica X. t. 1642; Nees, Düsseid. Abi.t. 49, Gen. IL t. 34; Guimp. u. Schlecht. Pfl. Pharmacop. t. 95; Dietr. Fl. Boruss. I. t. 30; Koch, Syn. 723Brandt u. Ratzeb. Giftgew. t. 4; Reichb. Fl. Germ. IX. t. 426; Ledeb. Fl. Ross. IV. 204; Godr. et Gren. FlFrance III. 170; Willk. et Lange, Prodr. Fl. Hisp. I. 194; Berg u. Schmidt, Darst. u. Beschr. t. XII",Bentl. and Trim. Med. pl. t. 288; Baill. Fl. med. 1399. flg. 34253434; Köhler, Medizinalpfl. t. 24; Garcke,Fl. Deutschi. ed. XVIII. 619; Aschers, und Graebn. Fl. nordostdeutsch. Flacht 181; K. Schum. Blüthen-ausschl. 331; Engl, in Nat. Pflzfam. IL (5.) 29. 30. Fig. 18. 19; Fluch, and Hanb. Pharmacogr. 636;Fl. Pharmacogn. 1000; Arth. Meyer, Drogenk. I. 161.

Herbstzeitlose; französisch: Colchique; englisch: Meadow-sqfron.

Wird im Herbste eine Pflanze 1 ) im blühenden Zustande aus dem Boden gehoben, so sieht sie etwaeiner Tulpenpflanze ähnlich, nur dass an ihr keine Blätter entwickelt sind; sie zeigt dann von drei Scheiden

1) Die keineswegs einfachen morphologischen Verhältnisse können dem Verständniss nur durch eine sorgfältige Nach-prüfung näher gebracht werden. Die blühbaren Knollen der Herbstzeitlose werden jetzt im Sommer in Blumenläden ver-kauft, da sie das eigenthümliche Schauspiel gewähren, trocken aufbewahrt zu blühen.