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Der Blüthenstand ist eine einfache 15—20 cm lange Traube, welche von einem 50—70 cm langenmit kleineren, unfruchtbaren Blättern besetzten Stiel getragen wird. Die Deckblätter rücken näher aneinander, sind eiförmig, an den Rändern eingebogen, spitz, röthlich und werden von 3—5 braunen Längs-nerven durchzogen.
Die Blüthen sind ziemlich lang gestielt, zuerst aufrecht, dann nickend. Das Perigon ist 3—3,5 cmlang, cylindrisch bis schwach dreikantig, nach oben hin kaum erweitert; es ist im oberen Sechstel etwa in6 eiförmige, spitze, in 2 Kreise gestellte Zipfel getheilt, von denen die inneren etwas länger sind. Die Farbedes Perigons ist gelblich roth, nach oben hin wird es heller, und die Zipfel werden nach der Spitze hingrün. Die 6 Staubgefässe sind am Grunde des Perigons eingefügt und etwas kürzer als dieses; siestehen gleichsinnig mit den Zipfeln desselben; die Fäden sind schmal pfriemlich, nach oben allmählichverjüngt, goldgelb; die Beutel sind eioblong, mit einem kleinen Spitzchen versehen, am Rücken unfern desGrundes angeheftet und orangefarbig; die Fächer springen mit nach innen gewendeten Längsfurchen auf.Die Pollenkörner sind ellipsoidisch und werden von 3 Meridionalfalten durchzogen. Der Fruchtknotenist dreifächrig, 6—7 mm lang und stumpf dreikantig; zahlreiche anatrope Samenlagen sind horizontal in2 Reihen am Binnenwinkel jedes Faches befestigt. Der fadenförmige Griffel ist goldgelb, etwas gedrehtund an der Spitze hakenförmig gekrümmt, die Narbe ist gestutzt und klein.
Die Kapsel ist stumpf dreikantig, lederartig, dreifächrig und springt fachtheilig mit 3 Klappen auf.Samen haben wir nicht gesehen.
Diese Aloe-Art ist nicht, wie der Name vermuthen lässt, auf der Insel Sokotra, sondern am Kapheimisch, wo sie mit mehreren andern Arten, wie A.ferox Mill. und A. plicatilis Mill. ausgebeutet wird.
Die Blätter von Aloe africana Haw., ferox Mill., plicatilis Mill., vulgaris DC, succotrina Lam. werdenzur Gewinnung der Aloe benutzt. Dieses Product stammt aus Secretbehältern der Blätter, welche in derNähe der Leitbündel liegen.
Erklärung der Abbildungen.
Fig. A. Die blühende Pflanze nach einer im Berliner botani-schen Garten gezüchteten Pflanze, 6 mal verkleinert.
Fig. B. Der obere Theil des Blattes, natürliche Grösse.
Fig. C. Das Blatt im Querschnitt, sehr stark vergrössert:a. die Cuticula; 6. die Epidermis; e. das Blatt-parenchym; d. die Grenzzellen; e. die den Bitterstoffführenden Zellen; /. das Hadrom; g. das Leptom;h. das innere farblose Parenchym.
Fig. D. Der obere Theil des Blüthenstandes, natürlicheGrösse.
Fig.
E.
Fig.
F.
Fig.
G
Fig.
I.
Fig.
K.
Fig.
L.
Fig.
M.
Die Staubgefässe und der Stempel, natürliche Grösse.Der Staubbeutel von innen und aussen gesehen,5 mal vergrössert.und H. Pollenkörner, trocken und in Wasser, 200 malvergrössert.
Der Stempel, 2mal vergrössert.Der Fruchtknoten im Längsschnitt, 4 mal vergrössert.Derselbe im Querschnitt, 8 mal vergrössert.Der obere Theil des Griffels mit der Narbe, 4malvergrössert.