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ALOE Linn.
Blüthen aktinomorph, zwittrig. Perigon gleichmässig cylindrisch oder über dem Fruchtknoten zusammen-gezogen, gerade oder schwach gekrümmt, sechslappig, die kurzen Zipfel in 2 Kreise gestellt, aufrechtoder zusammenneigend oder etwas spreizend. Staubgefässe 6, unter dem Fruchtknoten befestigt, so langwie das Perigon oder länger, nicht immer gleich lang; Fäden verlängert pfriemlich; Beutel ellipsoidisch,nach innen mit Längsritzen aufspringend. Fruchtknoten sitzend, dreifäckrig; Samenanlagen viele, anatrop,horizontal in 2 Reihen angeheftet; Griffel fadenförmig mit kleiner, kaum verdickter Narbe. Kapsel leder-artig, eiförmig oder ellipsoidisch, fachtheilig aufspringend. Samen sehr viele, meist zusammengepresst,bisweilen geflügelt; der gerade Keimling liegt in einem fleischigen Nährgewebe. — Holzgewächse mitbisweilen sehr kurzem, bisweilen hohem, einfachem oder dichotomisch verzweigtem Stamm, der wie dieZweige von den Blattansätzen geringelt ist. Blätter sitzend, dick fleischig und saftig, meist spiralig ange-reiht und rosettenförmig zusammengedrängt, seltener zweizeilig, am Bande häufig dornig gezähnt. Blüthen-stand achselständig, traubig, dicht oder lockerer, lang oder kürzer gestielt; Blüthen einzeln aus den Deck-blättern meist nickend; Vorblättchen fehlen; einige Deckblätter unter der Blüthe nicht selten steril.
Etwa 90 Arten, von denen der grösste Theil in Südafrika wächst; einige finden sich auf den Mas-carenen im tropischen Afrika und Arabien; eine Art ist im Mittelmeergebiete und auf den CanarischenInseln verbreitet; sie wird seit alten Zeiten eultivirt und findet sich in wärmeren Gegenden verwildert.
Aloe suecotrina Lam.
Tafel 147.
Holzgewächs mit dickem, kurzem, dichotom verzweigtem Stamm; Blätter spiralig gestellt, dicht rosettiggedrängt am Ende der Zweige, pfriemlich, zugespitzt, sattgrün, nach unten hin weiss gefleckt, am Bandeweiss knorpelig und dornig gezähnt; Blüthenstand traubig.
Aloe suecotrina (soecotrina) Lam. Encycl. I. 85; P. DO. PI. grass. t. 85 (syn. excl.); Ait. Hort. Keiv.IL ed. IL 297; Haiv. Syn. 75 (syn. excl.); Nees, Düsseid. Abb. t. 51; Guimp. et Schlecht, t. 287; Salm-Dych,Aloe t. § 22. 1; Berg u. Schmidt, Darst. u. Beschr. IVf; Köhler, Arzneipfl. t. 148; Fluch. a?id Hanb.Pharmacogr. 616; Fluch. Pharmacogn. 204; Baill. Bot. med. 1386; Bentl. and Trim. 31ed.pl. t. 283; Engl,in Nat. Pflzf. IL (5.) 46; Bah. Journ. Linn. soc. XVIII. 173, Fl. Cap. VI. 321.
Aloe vera Mill. Gard. dict. ed. VIII. spec. n. 15. non P. DO.
Aloe; französisch: Aloes; englisch: Aloe.
Der Stamm wird bis 2 m hoch und erreicht einen Durchmesser von 8—10 cm; er ist zuerst einfach,dann regelmässig gabelförmig (dichotom) verzweigt, Stamm wie Zweige sind durch die stengelumfassendenBlattansätze geringelt.
Die Blätter sind an den Enden der Zweige zu 30—40 schopfig gehäuft, 30—60 cm lang, spiraligangereiht und sehr dicht gestellt; sie sitzen stengelumfassend auf und sind pfriemlich, allmählich zugespitzt,matt und gesättigt grün, nach dem Grunde hin werden sie weiss gefleckt; hier sind sie planconvex, nachoben hin vertiefen sie sich flachrinnig auf der Oberseite und sind also convex-concav; sie stehen schrägaufrecht und sind mit den Spitzen eingebogen, am Bande sind sie weiss knorpelig; die aufgesetztenweissen Stacheln bringen hier eine geschweifte Zahnung hervor; nach dem Grunde hin rücken die Stacheln aneinander. Im Innern sind die Blätter schleimig fleischig; in besonderen an das Leptom der Gefässbündelanstossenden, verkorkten, dünnwandigen Zellen befindet sich der bittere, flüssige Inhalt; diese Gruppenwerden von den kleineren, tangential gestreckten Grenzzellen nach aussen hin umschlossen (Fig. C).
Berg u. Schmidt, Officinelle Gewächse. IV. Q