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4 (1902) Die Monocotyledoneen, Gymnospermen und Kryptogamen
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7. Familie: Liliaceae.

Die Blüthen sind aktinomorph, sehr selten zygomorph, zwittrig oder seltener durch Fehlschlag ein-geschlechtlich, einhäusig oder zweihäusig. Das Perigon besteht aus 2 mehr oder weniger deutlich ge-schiedenen Kreisen, jeder wird aus 3, seltener aus 2 oder 4 oder mehr Blättern zusammengesetzt, diemeist frei, doch auch bisweilen zu einer Bohre verbunden sind; die Glieder eines Kreises sind unter-einander gewöhnlich gleich, auch die beiden Kreise sind gewöhnlich nicht verschieden; in der Knospenlagedecken sie sich leicht dachziegelig, die äusseren bisweilen klappig. Die ebenfalls in 2 Kreisen entwickeltenStaubgefässe stehen den Blättern oder Perigonzipfeln gegenüber, die Fäden sind frei oder verschiedenunter sich verbunden; manchmal fehlt der innere Kreis, selten sind mehr Staubgefässe vorhanden. DieStaubbeutel springen mit Längsspalten, bisweilen auch mit endständigen Poren auf. Der Fruchtknoten istoberständig, meist dreifächrig, die gewöhnlich zahlreichen, meist anatropen Samenanlagen sind in denBinnenwinkeln befestigt; seltener sind weniger Samenanlagen; noch seltener ist ein einfäcbriger Frucht-knoten mit 3 wandständigen Samenleisten. Der Griffel endet entweder mit einer kopfigen, dreilappigenNarbe, oder er ist mehr oder minder tief dreispaltig, bisweilen finden sich 3 vollkommen getrennte Griffel.Die Frucht ist entweder fleischig und beerenartig oder trocken und kapselartig, in letzterem Falle springtsie fach- oder wandtheilig oder unregelmässig auf; bisweilen zerfällt sie in 3 Kokken. Die Samen sindbald zahlreich, bald finden sich wenige, bisweilen ist nur einer entwickelt; sie sind manchmal mit einemAnhang der Raphe [strophiola) versehen. Die Testa ist meist häutig, Flügel sind bisweilen vorhanden; dasNährgewebe ist fleischig oder hornartig, niemals mehlig. Der Keimling ist entweder klein und kugel-förmig, oder verlängert, gerade oder gekrümmt. Meist ausdauernde Stauden, selten Kräuter oder Holz-gewächse oder Lianen mit einer kriechenden oder häufig zwiebelartigen, seltener knolligen Grundaxe;Blätter sehr mannigfaltig, bisweilen in für die Monocotyledoneae ungewöhnlichen Formen. Blüthen ent-weder einzeln, endständig oder in traubigen oder rispigen, end- oder seitenständigen Aggregaten, mitBegleitblättern.

211 Gattungen mit über 2500 Arten, welche in den gemässigten und wärmeren Districten der Erdewachsen, wenige finden sich in kälteren oder alpinen Gegenden.

SMILAX Linn.

Blüthen aktinomorph, getrennt geschlechtlich, zweihäusig. Perigonblätter frei, unter sich gleich, inder Vollblüthe abstehend, ein- oder zurückgekrümmt. Männliche Blüthen: Staubgefässe 6, bisweilenviele, dem Grunde des Perigons eingefügt; Faden frei, Beutel eiförmig, aufrecht, dithecisch; die Thekendurch ein schmales Mittelband verbunden, mit nach innen gewendeten Längsspalten aufspringend, derInhalt beider fliesst bei der Vollblüthe zusammen. Stempelrest o. Weibliche Blüthen: Staminodienfadenförmig, 6 oder weniger. Fruchtknoten sitzend, eiförmig, dreifächrig; in jedem Fache gepaarte odereinzelne Samenanlagen, orthotrop und hängend. Beere kugelförmig, durch Fehlschlag bisweilen zwei- biseinsamig. Samen, wenn einzeln, kugelförmig, wenn gepaart, halbkugelförmig mit dünner Testa. Keimlingklein, ellipsoidisch in dem harten Nährgewebe. Lianen, seltener aufrechte Stauden, oft mit kräftigerGrundaxe und abwechselnd zweizeilig gestellten, selten gegenständigen, häufig lange bleibenden, 3, bis-weilen fünf- und mehrnervigen Blättern, mit einem deutlichen transversalen Venennetz; an den Blattstielenfinden sich bisweilen 2 Ranken. Blüthen klein, oft zahlreich, meist in achselständigen Dolden mit sehrkleinen Begleitblättern; bisweilen bilden die Dolden durch Verkleinerung der Deckblätter einen rispigen,endständigen Blüthenstand.

Über 200 Arten durch die tropischen und gemässigten Zonen beider Erdhälften verbreitet.