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4 (1902) Die Monocotyledoneen, Gymnospermen und Kryptogamen
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An dieser Hauptaxe sitzen 12 Hochblätter, welche ebenfalls zur Blüthezeit schon zu vertrocknen be-ginnen. Aus der Achsel eines jeden entspringt eine Seitenblüthe, deren Stiel am Grunde ein ähnlichgestaltetes, adossirtes Vorblatt und dann wieder höher oben 2 Scheidenblätter trägt. In der Achsel desoberen Hüllblattes der Terminalblüthe findet sich bisweilen eine verkümmerte Blüthe.

Der unterständige Fruchtknoten ist stumpf dreikantig und sechsfurchig; in jedem der 3 Fächerbefinden sich viele horizontal und zweireihig im Binnenwinkel angeheftete Samenanlagen; die Fächer liegengleichsinnig mit den äusseren Perigonblättern; der obere Theil des Fruchtknotens ist dicht. Die Blütheist wohlriechend. Das Perigon ist am Grunde röhrenförmig. Die äusseren Abschnitte sind 66,5 cmlang, nach unten gebogen; sie sind spateiförmig, am Ende abgerundet, sehr zart, am Grunde verjüngtund derber; hier sitzt auf der Mittelrippe ein gelber Bart; die Farbe ist bläulich weiss, am Grandebräunlich grün geädert; die inneren Abschnitte sind ähnlich, aber aufrecht und eingebogen, blässer, nichtgebartet und etwas kleiner.

Die 3 Staubgefässe entspringen aus dem Saume der Perigonröhre und stehen zwischen den äusserenPerigonabschnitten und den Narbenblättern, diesen dicht angeschmiegt; sie sind um ein Drittel kürzer alsdiese; der Faden ist schmal pfriemlich, blassbläulich; der linealische, spitze Beutel ist am Grande pfeil-förmig; er springt in 2 Längsspalten nach aussen auf. Die ellipsoidischen Pollenkörner sind netzigskulpturirt und werden von einer Meridionalfalte durchlaufen. Der Griffel ist verhältnissmässig kurz undgeht in 3 blattartige Narben strahlen aus, welche den äusseren Perigonabschnitten gegenüberliegen; sie sindblumenblattartig, lanzettlich, blassbjäulich, am Ende zweispaltig, gewölbt und nach aussen gekrümmt; diebeiden oberen Lappen sind spitz, schwach gezähnt; unter ihnen liegt ein nach oben schwach gekrümmter,unterer Lappen.

Frucht und Samen der Florentiner Schwertlilie haben wir niemals beobachten können; in demKöniglichen botanischen Garten von Berlin setzt die Pflanze niemals Kapseln an; auch im Herbarium sindkeine aufbewahrt. In einigen Floren wird angegeben, dass die letzteren 1,5 cm lang und schwach drei-kantig sind; sie werden von 3 Längsfurchen durchzogen.

Die Florentinische Schwertlilie ist in dem östlichen Theile des Mittelmeergebietes, zumal auf derBalkanhalbinsel und dem südwestlichen Gestade des Schwarzen Meeres heimisch; sie,wird in bescheidenemUmfang, viel weniger als die verwandten /. pallida Lam. und I. germanica L., in der Gegend von Pon-tassieve bei Florenz cultivirt. Von ihrer Einführung in das Wappen von Florenz hat sie den specifischenNamen erhalten.

Die geschälten Rhizome der Pflanze, sowie die von Iris pallida und Iris germanica, werden alsVeilchenwurzel, Rhizoma Iridis, in den Apotheken geführt und finden besonders auch in der Parfümerie-fabrikation ausgedehnte Verwendung.

Erklärung der Abbildungen.

Fig. A und B. Die blühende Pflanze nach einem im König-lichen Universitätsgarten zu Berlin cultivirtenExemplare: a. die Grundaxe; b. der Stengel; c. dieBlätter; d. die Scheidenblätter unter den Blüthen;e. die Perigonröhre; /. die äusseren, zurückge-krümmten, g. die inneren, aufrechten Perigonab-schnitten h. die Staubgefässe; i. die Narben.

Fig. C. Der Fruchtknoten mit Griffel und Narbe, im Längs-schnitte: a. der Fruchtknoten; b. der dichte Theil

die

desselben; c. der Griffel; d. das Staubgefäss; e.

Narbe.Fig. D. Querschnitt durch den Fruchtknoten, 2mal ver-

grossert.Fig. E. Das Staubgefäss von aussen und innen gesehen.Fig. -F. Pollenkörner, trocken, 200 fach vergrössert.Fig. G. Dieselben im Wasser.Fig. H. Die Narben.